Jan Ehret wird Kurator des Theater Freiburg – und huldigt seinem Freund Oliver Rath

Gina Kutkat

Jan Ehret ist neuer Kurator des Theater Freiburg und kümmert sich dort nun um Kunst- und Kulturevents. Im Februar wird er den Tod seines besten Freundes Oliver Rath künstlerisch verarbeiten.



Am 18. Februar veranstaltest Du in der Passage 46 "Ehret + Rath: Tribute To My Love" zu Ehren Deines verstorbenen Freundes Oliver Rath. Wie kam die Zusammenarbeit mit dem Theater Freiburg zustande?

Jan Ehret: Mit dem Theater arbeite ich schon seit sehr vielen Jahren immer wieder zusammen. Ich hatte einige Produktionen mit dem Finkenschlag, organisierte Premierenfeiern und bespielte das Aftershow-Event zu einem Kongress. Dieses fand auf der Hinterbühne des großen Hauses satt. Barbara Mundel kam nun vor einigen Monaten auf mich zu und fragte, ob ich nicht Kurator vom Theater Freiburg werden möchte. Die Intendanz will, noch mehr als bisher, den Raum verstärkt dem Publikum zurückgeben. Da ich schon immer ein Fan von Mundels Programm war, musste ich über dieses tolle Angebot nicht lange nachdenken.

Du wirst Dich in dieser Nacht künstlerisch und multimedial mit dem Verlust Deines Freundes Oli auseinandersetzen. Wie kann man sich das vorstellen?

Ehret: Ich habe nach Olis Tod nächtelang Kunst produziert, das hat mir sehr geholfen, den Schmerz zu verarbeiten. Mir war schon sehr bald klar, dass ich die Exponate in Freiburg zeigen möchte. Was an dem Abend genau passieren wird, bleibt bis dahin geheim.

Die Party organisierst Du mit dem Künstlerkollektiv Macht & Rebel – wer steckt noch dahinter?

Ehret: Ich stelle mir gerade ein Team zusammen, wer final dabei sein wird, möchte ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bekannt geben.

Laut Theater sind auch im März und April weitere Veranstaltungen mit Dir geplant. Wird dort auch ein Schwerpunkt auf künstlerischem Inhalt liegen?

Ehret: Es werden ausschließlich Kunst- und Kulturevents stattfinden. Diese werden in den verschiedenen Spielstätten des Theaters stattfinden, von Kammerbühne über Foyer bis zum Werkraum. Reine Party ohne kulturellen Anspruch wird es nicht geben.

Kann man von einem Ehret-Comeback sprechen?

Ehret: Haha, nicht wirklich, ich war ja nie richtig weg, obgleich ich mich in letzter Zeit eher um Projekte in Berlin gekümmert habe. Trotzdem war ich mindestens alle vier Wochen in Freiburg, diese Frequenz wird sich jetzt aber wieder deutlich erhöhen.

Wie stehst Du zur aktuellen Debatte über das Freiburger Clubleben?

Ehret: Die Nachfrage der Gäste ist mehr als gegeben in Freiburg, das Publikum sehr dankbar. Größtes Problem sehe ich in der städtebaulichen Entwicklung: Wenn Clubs geschlossen werden und dort ein Rewe oder ein Heizungskeller rein kommt, ist das natürlich unglaublich schade für das kulturelle Leben in einer Stadt. Umso mehr freue mich aber auf meine neue Aufgabe – und dass ich für meine Heimat wieder verstärkt Kultur machen darf.
Kurator
Das Wort Kurator stammt vom lateinischen Begriff "curator" ab, das soviel wie Pfleger, Vertreter oder Vormund bedeutet. Begriff und Berufsbild kennt man vor allem aus der Kunst: Ein Museums-Kurator ist verantwortlich für eine Sammlung oder Ausstellung. Ein Kurator im Theater kümmert sich um die Zusammenstellung des kulturellen Programms.

Was: Ehret + Rath, Tribute To My Love
Wann: Samstag, 18. Februar, 21 Uhr
Wo: Theater Freiburg, Bertoldstraße 46
Web: Ehret + Rath, Tribute To My Love

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