Jan Ehret will Schmitz Katze übernehmen

Daniel Laufer

Jan Ehret will jenen Club retten, den er vor vier Jahren selbst eröffnet hat. Nachdem der Freiburger Nachtmacher zwischenzeitlich aus Schmitz Katze ausgestiegen war, soll der Club nun ein neues Konzept bekommen – und einen neuen Namen. Wird er eine Chance bekommen?

Jan Ehret will Schmitz Katze übernehmen und einen Neustart wagen. "Ich will nicht hinnehmen, dass die Freiburger Clubkultur wegstirbt", sagt der 37-Jährige. Vor rund zwei Wochen habe er sich bei den Verpächtern beworben – dem Kulturpark und der Jazz & Rock Schule.


"Mein Herz hängt extrem an der Katze. Ich kann mich noch daran erinnern, wie meine Eltern den wunderschönen Innenhof bepflanzt haben." Im Juni 2012 hatten die beiden ehemaligen Klub Kamikaze-Betreiber Jan Ehret und Markus Gut Schmitz Katze eröffnet, gemeinsam mit Gerrit Kossmann.

"Ich will nicht hinnehmen, dass die Freiburger Clubkultur wegstirbt."Jan Ehret
Nach zwei Jahren stieg Ehret aus , Gut folgte ihm. "Das hatte einerseits familiäre Gründe. Andererseits war ich mir mit Gerrit Kossmann uneinig, was die Entwicklung des Ladens anging. Ich habe damals schon gesagt, dass das ganze Ding auf einen Abgrund zusteuert", so Ehret.

Er war mittlerweile nach Berlin gezogen, wo seine Kinder leben. In der Hauptstadt arbeitete der DJ an einem Album, organisierte Events und Vernissagen mit seinem kürzlich verstorbenen Freund Oliver Rath, managte zwei Clubs.

Im Juli diesen Jahres meldete Schmitz Katze-Betreiber Gerrit Kossmann schließlich Insolvenz an. Das Verfahren soll im Oktober eröffnet werden, vorläufiger Verwalter ist der Freiburger Rechtsanwalt Harald E. Manias. Er geht davon aus, dass die Gläubiger im November über die Zukunft der Katze in ihrer derzeitigen Form entscheiden werden.

Was lief in der Katze schief?

In ihrer vierjährigen Geschichte hat sich Schmitz Katze gewandelt. "Das Programm war zu Beginn unserer Zeit sicher ’undergroundiger’, aber das war auf Dauer finanziell nicht haltbar", sagte Kossmann im Juli. Für Ehret ein Fehler: "Schmitz Katze war von Anfang an ein kultureller Betrieb. Wenn man jeden ersten Freitag im Monat die gleiche Soße bietet, kommen die Leute irgendwann nicht mehr."

Schwierig sei die Lage in der Haslacher Straße, außerhalb der Innenstadt. Man müsse die Leute dazu bringen, dass sie über einen reden, so Ehret. "Das ist mein Fachgebiet! Im Kamikaze habe ich das immer geschafft. Wir haben freaky Partys gemacht, waren ständig im Gespräch."

In ihrer derzeitigen Form wird es Schmitz Katze wohl noch mindestens bis zum Jahresende geben. Frühestens danach könnte er übernehmen – sofern der Club nicht saniert werden kann. Insolvenzverwalter Manias sagt, er halte auch eine sogenannte Übergangssanierung für möglich. Das bedeutet: Ein neuer Betreiber könnte den laufenden Betrieb womöglich übernehmen.

Neustart ohne Altlasten

Für Ehret käme das nicht in Frage – er strebt einen Neustart an, unter einem neuen Namen, ohne Altlasten übernehmen zu müssen. "Der Name Schmitz Katze hat zudem durch den Insolvenzantrag einen Schlag bekommen. So etwas zieht ja auch bei Booking-Agenturen Kreise."

Er wolle zwar "ordentlich umbauen", der Geist der Katze solle aber weiterleben. "Im Prinzip steht alles, ich habe auch schon ein Team zusammen."

Neben Jan Ehret würde gerne auch das Jugendkulturzentrum ArTik in der Haslacher Straße 43 einziehen – unterstützt durch städtisches Geld. Vor der Sommerpause hat der Gemeinderat beschlossen, diese Möglichkeit zu prüfen.