James Morrison im Zirkuszelt: Pärchenabend auf dem ZMF

Fabian & Janos Ruf

Wer gestern Abend zu James Morrison aufs ZMF ging, hat genau das bekommen was er erwartet hat: stimmgewaltigen Soul-Rock zum Kuscheln. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Fabian und Janos waren für fudder mit dabei. Wie's war:



Das Zirkuszelt erscheint in fahlem Licht, im Innenraum blitzen vereinzelt Feuerzeuge auf. Ein Mädchen ergreift die Hand eines Jungen, ein älteres Paar steht auf den Stufen und küsst sich. Dass auf der entfernten Bühne James Morrison im warmen Licht der Scheinwerfer steht und „Love is hard“ singt rückt in den Hintergrund. Es ist der heimliche Höhepunkt eines harmonischen Sommerkonzerts.

Harmonie beschreibt es wohl am besten, was James Morrison vermittelt. Seine Songs handeln fast immer von Liebe, von Vaterfreuden und von Kindheitserinnerungen. Auch wenn sie manchmal Trauriges erzählen, kommt an diesem Abend keiner auf die Idee, mit der Welt da draußen könne irgendetwas nicht in Ordnung sein.

Aber auch die Harmonie mit den Fans ist da. James Morrison hat das Publikum im Griff, wie er seine Gitarre und seine Stimme im Griff hat. Er muss die Menge nicht einmal motivieren, bei den ersten Klängen von "Undiscovered" klatscht sie von alleine mit und als er mit "Broken Strings" seinen größten Hit spielt, singen auch die sonst nicht so textsicheren Zuschauer in den hinteren Reihen. Die obligatorischen "Ratatata-Nachsingspielchen" gehen dem Sänger von der Hand, als hätte er sie zuvor mit dem Publikum einstudiert.

James Morrison ist zwar der Star des Abends, aber er stellt sich nicht in den Vordergrund. Mal lässt er seinen E-Gitarristen mit einem Solo den nächsten Song eröffnen, mal einen Anderen mit einer Einlage des Pianisten ausklingen. Die Background-Sängerinnen sind genau das und nicht nur Dekoration. Harmonie eben.

Doch das Beste an diesem Abend ist das, was so gar nicht harmonisch daher kommt: seine Stimme. James Morrison singt seine Songs nicht, er schreit sie und doch kann man sich nicht vorstellen, dass irgendjemand gefühlvoller aus seinem Leben erzählen könnte. Seine Stimme hat Ecken und Kanten und das lässt ihn für alle, die ihn stets mit Jason Mraz und James Blunt verwechselt haben, dann doch besonders erscheinen.

Nach fast zwei Stunden, in denen James Morrison vor allem Songs aus seinem neuen Album, "Songs for You, Truths for Me" spielt, geht ein einfühlsames Konzert zu Ende. Die Fans haben genau das bekommen, was sie erwarteten: einen gut aufgelegten James Morrison mit einer rauchig-rauen Stimme, viel Gitarrensounds und den klassischen Konzertspannungsbogen mit einem Mix aus sanften und rockigeren Songs. Keine Überraschungen, alles wie gewohnt.

Den zahlreichen Pärchen ist das jedoch egal. Sie gehen hinaus in eine harmonische, vom Mond hell beschienene Sommernacht.

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Foto-Galerie: Janos Ruf

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