Jackson Pollock Bar reduziert Partyprogramm

David Weigend

Nach Ansicht von Barbara Mundel, Intendantin des Freiburger Theaters, steigt in der Jackson Pollock Bar zuviel Party und zu wenig Kultur. Deshalb ist jetzt für einige Veranstaltungen in der Bar Schluss mit lustig: Beatsalon, Bionic Beat Club, PLASTICPopUpClub und Basstard Breakz müssen ausziehen. Christian Matthiesen, Chef der Jackson Pollock Bar, mit Erklärungsversuchen.



In Zukunft wird es deutlich weniger Partys in der Jackson Pollock Bar geben. Barbara Mundel, Intendantin des Freiburger Theaters, bat die Betreiber der Bar darum, den Umfang der Partys zu reduzieren. Betroffen sind die Partys der Fremdveranstalter: Beatsalon, Bionic Beat Club, PLASTICPopUpClub und Basstard Breakz. "Diese Veranstaltungen sind auch mit Störungen im Imagebereich gegenüber dem Theater verbunden", so Christian Matthiesen, Betreiber der Jackson Pollock Bar. "Wir wollen die ausschließliche Orientierung an Partys zurückfahren und wieder das forcieren, was der Gründungsimpuls dieser Bar war: kulturelle Veranstaltungen, Diskussionen und so weiter."


Matthiesen eröffnete die Jackson Pollock Bar vor zwölf Jahren in den Räumen der ehemaligen Kurbel-/Kamerakinos, direkt unterm Stadttheater. Obwohl er die Bar als private GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) betreibt, hat Barbara Mundel als Intendantin des Theaters beim Barprogramm ein gewichtiges Wort mitzureden, da Matthiesen für die Jackson Pollock Bar Pacht ans Theater zahlt.



Zu viel Party im Kulturbetrieb

Offenbar stört Mundel die hochorganisierte Partyausrichtung der Bar: "Da stehen dann Security-Leute und pünktlich um 23 Uhr beginnt man mit dem Abkassieren. Das stört einige Leute vom Theater", sagt Matthiesen. Indes bestreitet Kathrin Gartmann, Pressesprecherin des Theaters, dass die Intendanz den Rauswurf der Partyveranstalter initiiert hätte: "Das sind Interna der Jackson Pollock Bar, damit haben wir überhaupt nichts zu tun."

Matthiesen betont, dass es weiterhin Partys in seiner Lokalität geben werde. "Die werden vielleicht auch ein spezielles Programm und bestimmte Namen bekommen. Eventuell kann auch mal wieder ein Plastic Pop Up oder so zu Gast sein. Aber dieses regelmäßig Organisierte, jeden Freitag in fester Monatsabfolge, das wird es nicht mehr geben", so Matthiesen weiter.



Den Eintrittspreis für die Bar wollen er und sein Geschäftspartner Vincenzo Esposito in Zukunft "flexibler gestalten". Das heißt: Wenn Security am Eingang steht, wird es auch Eintritt kosten. "Die Security bei uns wird auch vom Amt für öffentliche Ordnung gewünscht, wegen des Jugendschutzes", sagt Matthiesen. Generell will er die selbstorganisierten House-Partys an den Samstagen später beginnen, "damit der Fluss zwischen Theaterpublikum und Partypublikum etwas milder aneinander vorbeifließen kann."

Veranstaltungen wie die Street Art Party will Matthiesen in Zukunft verstärkt organisieren: "Kooperationen mit Galerien, dem Kunstverein und der Bildenden Kunst allgemein." Darüberhinaus plant Matthiesen einen jour fixe unter der Woche, der für Lesungen und andere kulturelle Veranstaltungen geblockt sein soll.



Was machen jetzt die Partyveranstalter?

Die Partymacher Torpedo Tom und Carla Commodore wurden vergangene Woche darüber informiert, dass ihre Veranstaltungen in den Räumlichkeiten der Bar nicht mehr erwünscht seien. Dies kam für sie sehr überraschend. Jedoch haben sie sich bereits um Auweichmöglichkeiten gekümmert. Demnach sollen BIONIC BEAT CLUB und Basstard BreakZ in Zukunft im Klub Kamikaze stattfinden, wie gewohnt im Wechsel, immer am zweiten Freitag im Monat.

Der PLASTICpopUPclub schlägt die Zelte im Drifte's auf, nach wie vor an jedem dritten Freitag im Monat. Für eine neue Location des Beatsalons bestehen angeblich mehrere Anfragen. Wir geben die Adresse bekannt, sobald sich die Veranstalter entschieden haben.

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