Ist Fasten zum Abnehmen geeignet? Zwei Ernährungs-Experten argumentieren

Theresa Ogando

Hält das Fasten was es verspricht – Entgiftung und Gewichtsreduktion – oder kommt am Ende doch nur der Jojo-Effekt? Zwei Ernährungsexperten argumentieren für und gegen die Effekte des Fastens.

Die Fastenzeit hat begonnen. Ursprünglich kommt das Fasten aus einer religiösen Tradition. Heute ist es eher Abnehm-Trend als Tradition: Es gibt Saftkuren, Detox Tees und Fastenwandern. Ernährungsberater Axel Dietrich vom Bodycure-Zentrum Freiburg hält wenig vom Fasten zur Gewichtsreduktion. Es komme aber darauf an, was man sich verspricht.


Aus spirituellen Gründen oder um sich gereinigt zu fühlen, kann Fasten seiner Meinung nach sinnvoll sein. "Für 10 bis 14 Tage ist selbst extremes Fasten für einen gesunden Menschen unproblematisch. Das Problem ist, dass viele Leute sich davon versprechen abzunehmen und das funktioniert nicht. Wenn man kurzfristig weniger isst, dann hat man hinterher die Kilos wieder drauf."

Kann Fasten zum Abnehmen motivieren?

Selbst um Motivation zum Abnehmen zu gewinnen, hält der Ernährungsberater das Fasten nicht für geeignet. "Das führt nur dazu, dass Leute abnehmen, zunehmen und das immer wieder, das demotiviert. Dauerhaft führt nur eine Ernährungsumstellung zu einer Gewichtsreduktion."

Die Ernährungswissenschaftlerin Denise Zdzieblik von der Uni Freiburg steht dem Fasten positiver gegenüber. Im Gegensatz zu Axel Dietrich hält sie das Fasten für einen guten Startschuss zur Gewichtsreduktion, vor allem, da man Hungergefühle bewusster wahrnimmt.

Intermittierendes Fasten und seine Vorteile

Intermittierendes Fasten kann sie gesunden Personen empfehlen. Intermittierendes Fasten bedeutet, dass man nur in einem bestimmten Zeitraum isst. "Man fastet dann zum Beispiel 14 Stunden oder 16 Stunden am Tag oder an zwei von sieben Tagen der Woche," sagt die Ernährungswissenschaftlerin.

Das kann man mehrere Wochen lang machen. Die Durchführung ist angenehm einfach: In dem Zeitraum in dem man isst, kann man essen, was man möchte. Die meisten schaffen es in diesen Zeitfenstern nur zwei Mahlzeiten zu sich zu nehmen und essen dann automatisch weniger als gewohnt. Das hat verschiedene positive Effekte: Der Körper kommt zur Ruhe, wenn er nicht die ganze Zeit mit verdauen beschäftigt ist und so kommen Entgiftungsprozesse in Gang.

Denise Zdzieblik vom Institut für Sportwissenschaft sagt außerdem, dass es aus psychologischer Sicht zu bewussterem Essen führt. "Man wartet bis man richtig Hunger hat und isst nicht ständig nebenher." Menschen die Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes haben, sollten jedoch nicht fasten. Auch bei extremen Heilfasten wie zum Beispiel bei einer Saftkur, bei der man keine feste Nahrung zu sich nimmt, sollte man vorsichtig sein. Diese Kuren sieht die Ernährungswissenschaftlerin eher kritisch und sie sollten ihrer Meinung nach nur unter Rücksprache mit einem Arzt durchgeführt werden.
Zu den Personen:

Axel Dietrich arbeitet im "Metabolic Base Bodycure Zentrum Freiburg", in dem er Stoffwechsel- und Figur-Coaching gibt. Denise Zdzieblik ist Mitarbeiterin am Institut für Sport und Sportmedizin der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und im Bereich Sporternährung tätig. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt vor allem auf den Effekten von Nährstoffen auf die Leistungsfähigkeit.