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Ist die Pleite von Schmitz Katze eine Chance für das Artik?

Sina Gesell

Der Freiburger Kultclub Schmitz Katze hat Insolvenz angemeldet. Die Räume an der Haslacherstraße sind schon als neues Zuhause für das Freiburger Jugendkulturzentrum Artik im Gespräch.

Die Meldung, dass der Freiburger Club Schmitz pleite ist (Bericht auf fudder), ist erst wenige Stunden als – und schon ist die Katze als neues Zuhause für das Jugendkulturzentrum Artik im Gespräch. Clubbetreiber Gerrit Kossmann hat die Räume auf dem Kulturpark-Areal an der Haslacher Straße zum Monatsende gekündigt, wie er gegenüber der BZ bestätigt.


Auch das E-Werk ist als Artik-Standort im Gespräch

Zuletzt wurde über das E-Werk als Standort fürs Artik diskutiert. Die Stadtverwaltung hatte sich für diese "kostengünstige und pragmatische Lösung" starkgemacht, die Artik-Verantwortlichen wollten davon jedoch nichts wissen. Am Freitagnachmittag schauten sich die Beteiligten, neben Stadträten auch Bürgermeisterin Gerda Stuchlik sowie Vertreter des Artik, die Räumlichkeiten an – jedoch nicht nur die des E-Werks, sondern auch von Schmitz Katze.

"Wir sind sehr angetan", so Stuchlik nach dem Termin, "in den Räumen steckt viel Potenzial, auch wenn noch eine Menge gemacht werden müsste." Die Verwaltung will dem Gemeinderat in der Sitzung am Dienstag vorschlagen, die Option intensiv zu prüfen.

"Super-interessante räumliche Perspektiven"

Auch Artik-Chef Konstantin Rethmann steht der Idee offen gegenüber, das Schmitz Katze sei eine "prüfbare Alternative" mit "super-interessanten räumlichen Perspektiven". Zwar sei das Areal nicht besonders innenstadtnah, aber die Nutzungsmöglichkeiten könnten besser sein als im wenige hundert Meter entfernten E-Werk.

Eigentümer des Areals an der Haslacher Straße ist der Kulturpark Freiburg. Der hat zwei Räume an die Jazz- und Rockschulen verpachtet. Dessen Untermieter wiederum ist derzeit noch Schmitz Katze. Während im sogenannten Auditorium unter der Woche Bandproben und Musikunterricht stattfinden, war bislang an den Wochenenden Clubbetrieb.

Doch damit ist bekanntlich Schluss: Schon der für Freitag geplante House-Abend im 2012 eröffneten Club wurde abgesagt. Betreiber Kossmann sprach gegenüber fudder von "dramatischen Veränderungen der Besucherzahlen". Als vorläufigen Insolvenzverwalter hat das Gericht den Freiburger Rechtsanwalt Harald E. Manias bestimmt, der auch die Insolvenz der Passage 46 verwaltet hat. Betroffen von der Schließung sind vier Festangestellte, eine Auszubildende und rund 50 Minijobber.

Als neuen Untermieter könne sich Christian Pertschy, Geschäftsführer der Jazz- und Rockschulen, das Artik generell vorstellen, allerdings müsse noch vieles geklärt werden, sagt er. Die Gesamtfläche ist nach seinen Angaben rund 300 Quadratmeter groß, die Miete "für Freiburger Verhältnisse moderat". Auch mit Mietern benachbarter Gebäude im Kulturpark sind die Beteiligten laut Stuchlik im Gespräch.

Trotz der neuen Alternative ist für Artik-Chef Rethmann das sanierungsbedürftige ADAC-Gebäude am Karlsplatz noch nicht vom Tisch, für Bürgermeisterin Stuchlik ist es dagegen das E-Werk noch nicht, wie beide am Freitag betonen.