Ermittlungen

Ist der Pferdeschänder zurück? Zwei Pferde in Umkirch und Freiburg misshandelt

Simone Lutz

Ist der Pferdeschänder zurück – oder hat er Nachahmer? Binnen zweier Wochen sind zwei Pferde in Freiburg und Umkirch in ihren Ställen überwältigt und misshandelt worden. Die Polizei ermittelt.

Schock am Dienstagmorgen: Als Thomas Müller, der Besitzer von "Tom’s Ranch" nahe des Rieselfelds, morgens in den Stall kam, um nach den 14 Pferden zu sehen, erschrak er. Seine Stute Apanatschi war in ihrer Box an den Vorder- und Hinterbeinen gefesselt, sie blutete aus mehreren, zum Teil tiefen Schnittwunden an den Hinterläufen, am Bauch und am Kopf.


Karte: Fälle von Pferdeschändung seit 2012
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"Das Pferd war völlig verängstigt, hat gezittert und war klatschnass geschwitzt", erzählt Thomas Müller am Tag danach. Nur mit Mühe habe er Apanatschi beruhigen können. Ein anderes Pferd, ein Wallach, war wohl als Erster gefesselt worden, blieb aber unverletzt.

Müller rief die Polizei. Erst rückte eine Streife an, diese rief die Experten aus der Fachabteilung Gewerbe und Umwelt. Die nahmen Ermittlungen auf, sicherten Spuren, machten Fotos.

Die Beamten und Thomas Müller gehen davon aus, dass die Stute heftige Gegenwehr leistete, denn sie hat schlimme Abschürfungen. Müller: "Die Stute ist relativ wild und temperamentvoll, ich vermute, dass der Täter deshalb nicht an den Genitalbereich herankam. Das andere Pferd war zwar auch gefesselt, aber dann hat der Täter wahrscheinlich gesehen, dass es ein Wallach ist und von ihm abgelassen."

"Ich hoffe, dass die Reitställe jetzt auf ihre Pferde aufpassen, vor allem nachts." Thomas Müller, Tom’s Farm
Weniger Glück hatte ein Pferd in einem Stall in der Nähe von Umkirch, das bereits am 24. März verletzt worden war. Die Polizei kann noch nicht sagen, ob beide Taten zusammenhängen oder ob es sich um verschiedene Täter handelt, so Polizei-Pressesprecherin Laura Riske.

Erinnerung an Pferdeschändungs-Serie

Bereits vor viereinhalb Jahren hatte die Polizei wegen einer ganzen Reihe von Pferdeschändungen in Freiburg und Umgebung ermittelt. Die Ermittlungsgruppe "Koppel" hatte es damals mit gleich 14 Fällen von Anfang August bis Ende Oktober 2012 zu tun. Die Pferde waren damals misshandelt und geschändet worden, die meisten nachts. Unter den Pferdebesitzern in der Region herrschte Unruhe und Angst, viele Reitställe organisierten Nachtwachen oder engagierten Sicherheitsdienste. Der oder die Täter wurden nie gefunden.

"Ich hoffe, dass die Reitställe jetzt auf ihre Pferde aufpassen, vor allem nachts", sagt Thomas Müller. Er hat sofort nach dem Vorfall Infrarotkameras installiert und will Wache halten.
Die Polizei bittet Zeugen, die Hinweise geben können, sich unter 0761/882-4421 zu melden.

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