Erler-Nachfolge

Ismael Hares will bei Bundestagswahl für die SPD kandidieren

Daniel Laufer

Der 37-Jährige würde gerne die Nachfolge von Gernot Erler antreten. Das teilte er den SPD-Mitgliedern am Freitag mit. Er ist der bislang dritte Bewerber.

Ismael Hares bewirbt sich für die Nachfolge des SPD-Bundestagsabgeordneten Gernot Erler im Wahlkreis Freiburg. Das teilte er den Parteimitgliedern am Freitagmorgen in einem Schreiben mit. "Ich will mich an einem demokratischen Prozess beteiligen und die lebendige Vielfalt der SPD nach außen repräsentieren", sagt der 37-Jährige dieser Zeitung.


Gernot Erler will nach 30 Jahren im Bundestag bei der Wahl im kommenden Jahr nicht mehr antreten. Auch der Freiburger SPD-Kreisvorsitzende Julien Bender und der Rechtsprofessor Martin Hochhuth haben sich bereits für eine Kandidatur beworben.

"Flucht und die körperliche Einschränkung bescheren mir automatisch eine direkte Nähe zu oft diskutierten Inhaltsfeldern."Ismael Hares


Ismael Hares sagt, er wolle sich im Bundestag vor allem für Chancengleichheit und eine offene Gesellschaft engagieren. "Flucht und die körperliche Einschränkung bescheren mir automatisch eine direkte Nähe zu oft diskutierten Inhaltsfeldern", schreibt er an die Mitglieder. Geboren in Afghanistan, kam Hares im Alter von sechs Monaten nach Deutschland – als Flüchtling. Wegen eines Gendefekts sitzt er im Rollstuhl. Seit dem vierten Lebensjahr lebt er in Freiburg.

Nach dem Abitur am Kepler-Gymnasium tourte Hares als Rap-Musiker und begann ein BWL-Studium in Mannheim, das er aus gesundheitlichen Gründen abbrach. Heute führt er in Freiburg seine eigene Firma, die Unternehmen bei Vertriebsangelegenheiten unterstützt.

Seit 2010 ist Ismael Hares Mitglied der SPD. In Freiburg sitzt er dem Ortsverein Wiehre-Vauban und dem Arbeitskreise "Migration & Integration" vor.

Zum Wahlkreis 281 zählen neben der Stadt Freiburg auch Gemeinden im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald. Wer für die Partei bei der Bundestagswahl antreten wird, entscheiden die Mitglieder am 12. November in einer Nominierungskonferenz.