Irritation: Welche Funktion übernimmt Jan Ehret am Theater Freiburg?

Gina Kutkat

Die Aussage Jan Ehrets, er würde Kurator am Theater Freiburg werden, hat die Gemüter erregt. Intendantin Barbara Mundel stellt das jetzt richtig.

Mit seiner Aussage im fudder-Interview am Dienstag, Kurator des Theater Freiburg zu werden, hat Nachtmacher Jan Ehret für Irritationen gesorgt – in der Szene, aber auch im Freiburger Gemeinderat. Laut Ehret sei Intendantin Barbara Mundel vor einigen Monaten auf ihn zugekommen und habe ihn gefragt, diese Position zu übernehmen.


"Das ist etwas unpräzise ausgedrückt", sagt Barbara Mundel. "In der Sache stimmt das natürlich schon, aber es ist ein sehr überschaubarer Bereich." Jan Ehret wird laut Mundel nicht am Theater Freiburg Kurator, "sondern wir verabreden uns mit ihm als Kurator zu bestimmten Veranstaltungen, die in einem inhaltlichen Zusammenhang mit Theateraufführungen stehen."

Ehret ist für einzelne Kulturevents zuständig

Jan Ehret ist DJ und Partymacher, hat in Freiburg die Clubs Kamikaze und Schmitz Katze betrieben. Der 38-Jährige soll laut Mundel für einzelne Kunst- und Kulturevents die künstlerische Leitung in verschiedenen Spielstätten des Theaters – darunter auch die Passage 46 – übernehmen. Das ganze laufe allerdings als eine Art Probephase, zunächst bis April. "Wir probieren gerade verschiedene Dinge aus, um den Raum dem Publikum näherzubringen," sagt Mundel. Ehret solle nah am Spielplan arbeiten und entscheiden, zu welchen Abenden ihm etwas einfällt. Was er in seiner neuen Funktion verdient, ließe sich so nicht beantworten, da jeder Abend individuell verhandelt werde. Die Gespräche liefen außerdem noch.

Video: Jan Ehret im Porträt



Die Räume der Passage 46 sind für Barbara Mundel ein heikles Thema: Pächter-Insolvenz und ein Skandal um die vom Theater geschlossenen Verträge haben die Intendantin in die Kritik gebracht. Involviert war damals auch Passage-Betreiber und Galerist Henrik Springmann, der mit ambitionierten Ankündigungen gestartet war und nach gut einem Jahr im September 2015 das Handtuch warf – nicht ohne beträchtlichen Kollateralschaden zu hinterlassen. Der Raum hat überdies für einen klassischen Partybetrieb keine Genehmigung – der Betrieb der Passage 46 wurde vor knapp einem Jahr eingestellt.

Ab Sommer entscheidet ein neuer Intendant

"Nach dem ganzen Verhau versuchen wir nun, mit Jan Ehret den Raum neu zu positionieren", sagt Mundel. Mit Ehret, der in einem Grenzbereich zwischen Club und Kunst verkehre, habe man laut Mundel jemanden gefunden, der für das Theater ein Empfindungsvermögen hat. Skurrile Pointe am Rande: Vor sechs Jahren hatte Jan Ehret ein Büro für Kunst und Kultur gegründet, Geschäftspartner: Henrik Springmann.

"Wenn die Zusammenarbeit funktioniert, denken wir weiter", sagt Barbara Mundel zu Ehret. Aber nur bis zum Ende der Spielzeit im Sommer: Denn dann entscheidet der neue Intendant Peter Carp.

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