Iris Berben in der Harmonie

Jennifer Borrmann

Der Film "Es kommt der Tag" ist unter anderem in Biengen und Bad Krozingen gedreht worden. Gestern Abend wurde er im Harmoniekino erstmals gezeigt. Hauptdarstellerin Iris Berben (59!) kam zu diesem Anlass ebenso wie Jenny, die den Film nun beurteilt.



Baden-Württemberg-Premiere in Freiburg: Iris Berben stellte gestern in der Harmonie ihren neuen Film „Es kommt der Tag" vor. Kamerateams und Kinobesucher warteten in der Grünwälderstraße gespannt auf den Star. Die Berben kam jedoch nicht alleine, sondern mit einem Großteil von Cast und Crew:


Regisseurin und Drehbuchautorin Susanne Schneider, zwei Produzenten von Wüste-Film, nämlich Sabine Holtgreve und Thomas Tielsch sowie die Filmtochter Iris Berbens, Sophie-Charlotte Kaissling-Dopff.

Iris Berben betonte in ihrer Ansprache, dass sie Filme machen wolle, über die man redet. Leider kam es für das Publikum zu keinem Gespräch mehr.



Worum geht's?

„Es kommt der Tag“ ist nach mehreren Filmen über den Deutschen Herbst und die RAF-Vergangenheit eine Produktion, die leisere Töne anschlägt, als etwa „Der Baader-Meinhoff-Komplex“. Ähnlich wie in „Schattenwelt“ geht es um die Nachgeborenen der terroristisch Aktiven der 1970er Jahre.

Eine Tochter (Katharina Schüttler) fordert nicht nur Antworten von ihrer Mutter Judith (Iris Berben), die sie verstoßen hatte, um in den Untergrund zu gehen, jetzt aber ein neues Leben führt; sondern sie fordert Genugtuung und Rache. Dass sich hier persönliche Wut der Tochter mit dem Verlangen nach Vergangenheitsbewältigung vermischt, macht die Geschichte zu einer explosiven Mischung.

Dies zeigt sich vor allem im Zusammenspiel der beiden Hauptdarstellerinnen. Schüttlers Charakter Alice schafft es, aus der im Idyll lebenden Mutter lange vergrabene Wut und Aggressionen herauszukitzeln, die nun wieder zum Vorschein kommen und die mühsam aufgebaute Familie zu zerstören drohen.

Es ist ein Generationenkonflikt, in dem eine Annäherung scheinbar unmöglich ist. Judith kommt mit alten Kampftiraden an wie „Seid Realisten - Versucht das Unmögliche!“ Die Tochter hält dagegen, wie verlogen es sei, für Kinder in der Dritten Welt einzustehen und die eigenen vor die Hunde gehen lassen. Mutters falsche Ideale hätten Alices Leben zerstört und nun – trotzig, gekränkt und kampfeslustig – tut sie es ihr gleich.



Regiobezug

Drehorte waren unter anderem Biengen, Bad Krozingen, Rouffach und überhaupt das Département Haut-Rhin. Der Location-Scout hat ganze Arbeit geleistet: nebelumhüllte Weinhänge, Fachwerkhäuser in malerischen Dörfern und so weiter.

Wie es sich für einen am Oberrhein gedrehten Film gehört, kommen darin nicht nur beeindruckende Landschaftsbilder vor, sondern auch die Liebe zu Wein und gutem Essen und das Bilinguale: in den Familien spricht man Französisch und Deutsch. „Solche Filme sollten angeschaut werden, sonst werden sie nicht mehr gemacht“, warb die Hauptdarstellerin für den Film, bevor sie sich von den Zuschauern verabschiedete.

[Fotos: dpa]

fudder-Bewertung

Anspruch



Gagdichte



Action



Spannung



Schauspielerische Leistung



Story



Kamera



Informationsgehalt



Musik





Mehr dazu:


Trailer: Es kommt der Tag