Freiburg

Investoren wollen ein Musikhaus am Alten Güterbahnhof bauen

Fabian Vögtle

Investoren wollen ein Gebäude mit Proberäumen für Musiker bauen. Einer der Pläne sieht ein 2500 Quadratmeter großes Musikhaus mit Tonstudio und Konzertbühne auf dem Güterbahnhofareal vor.

Oberbürgermeister Dieter Salomon sprach sich am Mittwochabend auf einer Wahlveranstaltung für ein solches Vorhaben aus. Der Gemeinderat muss dem Projekt noch zustimmen.

"Es ist toll, dass da endlich Leben reingekommen ist"Popbeauftragter Tilo Buchholz
Für den Verein Multicore, der lokale Bands fördert und sich im Auftrag der Stadt um Proberäume kümmert, wäre ein Ziel erreicht. "Wir bevorzugen den Standort bei der Lokhalle", sagte Franck Mitaine, seit März Vorstandschef von Multicore, am Donnerstag auf BZ-Nachfrage. Ein Musikhaus, wie es in der Szene schon lange gewünscht wird, habe den Vorteil, dass nicht nur dringend notwendige Proberäume geschaffen werden, sondern weitere Angebote. Der Verein sieht als künftiger Betreiber das Potenzial für ein Tonstudio, eine Musikschule, ein Büro für Musikförderung und Künstleraustausch sowie ein Café und eine Konzertbühne. "Im Café können Bands auf offener Bühne ihr Repertoire zeigen. Im Konzertsaal soll es von Klassik über Jazz bis zu Punk eine ganze Bandbreite geben", so Mitaine.

Auf 2500 Quadratmetern Fläche will ein Freiburger Investor, der bereits in einem anderen Neubauprojekt auf dem Güterbahnhofareal involviert ist, ein Proben- und Produktionshaus bauen. Zu den genauen Plänen wollte sich dieser auf Nachfrage jedoch nicht äußern.

Neue Proberäume auch an der Haslacher Straße?

Dafür sei es noch deutlich zu früh, sagte er. Die vorgesehene Fläche, die wie das ganze Gelände des Güterbahnhofs Nord dem Immobilienunternehmen Aurelis gehört, muss zum kulturellen, sozialen oder sportlichen Zwecke genutzt werden. Die Stadt hat hier ein Zugriffsrecht. Vorliegende Konzepte müssten deshalb zunächst geprüft werden, sagte Stefanie Werntgen, Sprecherin von OB Salomon. Der Gemeinderat muss das Grundstück dann offiziell freigeben. Werntgen rechnet jedoch nicht mit einer Zustimmung des Gemeinderats vor der Sommerpause.

"Es ist toll, dass da endlich Leben reingekommen ist", sagte Tilo Buchholz. Der Musiker und ehemalige Grünen-Stadtrat ist seit vergangenem Jahr städtischer Popbeauftragter. Er gehe davon aus, dass es in Freiburg in Zukunft mehr Platz für Musiker geben werde. Neben der ganz großen Lösung auf dem Güterbahnhofareal verweist Buchholz auch auf die Pläne eines anderen Investors, der an der Haslacher Straße einen Neubau mit 850 Quadratmetern Fläche für Proberäume errichten will. Direkt daneben befinden sich unter anderem die Jazz- und Rockschulen, das Südufer, der Slow Club und das Cala-Theater.

Um kurzfristige Lösungen in naher Zukunft zu finden, führt Buchholz im Rahmen des "Popsupport Freiburg" mit der städtischen Gesellschaft "Freiburg, Wirtschaft, Touristik und Messe" derzeit zudem eine Analyse zum Bedarf an Proberäumen durch.