Interview zum Ball Verqueer: "In erster Linie ist es eine große Party"

Gina Kutkat

"Hollywood – Manche mögen’s heiß" lautet das Motto des Ball Verqueers am Samstag. Welche Kostüme die besten Chancen bei der Jury haben und welches der Hit des Abends wird, hat fudder bei Mitorganisator Robert Sandermann nachgefragt.

Das diesjähriges Motto lautet "Hollywood - Manche mögen’s heiß". Ist das im Zuge des Harvey-Weinstein-Skandals nicht ziemlich gewagt?

Wir überlegen immer schon sehr früh das Motto, so auch dieses Mal. Uns ist es wichtig, dass es ein Motto ist, das möglichst noch nie da war. Hollywood stand schon länger bei uns auf dem Zettel. Wir haben es vor dem Weinstein-Skandal gewählt und es auch danach als nicht so dramatisch empfunden. Hollywood ist ja sehr vielfältig.

Zum 22. Mal wird am Samstag der Ball Verqueer gefeiert, in der schwulen Szene ein Highlight der Fasnet. Was unterscheidet ihn von anderen Fastnachtsbällen?

Schon alleine seine Geschichte: Der Ball Verqueer ist aus der queeren Community entstanden und ist inzwischen breiter, gemischter und größer als früher. Bereits zum dritten Mal feiern wir dieses Jahr in der Mensa Rempartstraße, früher waren wir im E-Werk. Ball Verqueer bedeutet zwar auch Fasnet, Verkleidung und Motto, aber in erster Linie ist es eine große Party und nicht zu vergleichen mit einer klassischen Narrensitzung.

Ball VerQueer 2017



Die Kostüme stehen beim Ball Verqueer im Mittelpunkt. Mit welchem Kostüm überzeugt man die Jury?

Mein Tipp: Besonders und auffällig. Es kann zum Beispiel sinnvoll sein, sich besonders erotisch zu präsentieren, was gar nicht so stark dem Motto entsprechen muss. Auch Gruppen, die sich gemeinsam ein Kostüm überlegen, haben gute Chancen – sie fallen einfach mehr auf. Eine andere Möglichkeit ist es, sich der Jury selbstbewusst zu präsentieren. Im Zweifel ist ein selbstgemachtes Kostüm kreativer als ein gekauftes – wobei man auch Letzteres mit Schminke und Schmuck individuell gestalten kann.

Sie sind nicht nur Mitveranstalter, sondern legen auch als DJ Robert Sun auf. Welcher Hit darf nicht fehlen?

Wir haben zwei Floors, auf dem unteren laufen größtenteils 80er und 90er. Auf dem oberen läuft aktuellere Musik, dort lege ich zusammen mit DJ Phonix auf. Es müssen schon Chartsknaller dabei sein, "Despacito" zum Beispiel wird bestimmt mehrmals gespielt, ich werde aber auch aufs Motto eingehen und Marylin Monroe oder James-Bond-Musik auflegen, da gibt es gute Remixe. "Macarena" von Los del Rio darf auch nicht fehlen.
Zur Person

Robert Sandermann, 51 Jahre, arbeitet seit 1998 bei der Aids-Hilfe Freiburg als Pädagoge, Online-Berater und in der Öffentlichkeitsarbeit.

  • Was: 22. Ball Verqueer
  • Wann: Samstag, 3. Februar, 21 Uhr
  • Wo: Mensa Rempartstraße