Interview & Last-Minute-Verlosung: Bonaparte in der Mensabar

Anna-Lena Zehendner

Kein Wunder, dass das Bonaparte-Konzert heute Abend in der Mensabar ausverkauft ist: die Jungs und Mädels rund um Tobias Jundt werden die karge Hütte für einen Abend in einen psychedelischen Zirkus mit sicher subtropischem Klima verwandeln. Das Bonaparte-Mastermind hat uns kurz vor dem Gig noch ein paar Fragen beantwortet. Und fudder verlost, auf die letzte Minute, die allerallerallerletzten zwei Tickets.

Mit wie vielen Zirkusmitgliedern Bonaparte heute Abend die Bühne rocken wird, bleibt spannend. Feuerspucker und nackte Frauen mit Pferdeköpfen werden garantiert auftauchen.


Die außergewöhnliche Freakshow der "My Horse Likes You"-Tour gehört zum multikulturellen Bonaparte-Zirkus, wie die eindringlichen Parolen in ihre Songtexte. „Eisenhauer, Beckenbauer, DDR, Berlinermauer“oder „You know politics, I know Partychicks“, wird Frontmann, Gründer und einziges, festes Bonaparte-Mitglied Tobias Jundt (32) mit seiner schrillen Stimme ins Mikro brüllen.

Tobias, wie würdest du die Musik von Bonaparte einer tauben Person beschreiben?

Ich würde wie von einer Hornisse gestochen durch den Raum spaksen, dabei mein Herz mit Koriander gewürzt auf einem silbernen Tablett servieren und das ganze als Paarungstanz der sudanesischen Wüstenmaus ausgeben.

Du bist im Bonaparte-Zirkus der Direktor. Sind die Konzerte und das was auf der Bühne passiert vorher strikt durchgeplant?

Bonaparte lebt ganz oft auch von Widersprüchen, denn diese generieren wiederum Energie. Bezüglich der Shows gibt es einen Rahmen, an den sich dann die Musiker, Tänzer oder Crew mehr oder weniger halten können. Dieser Rahmen dient als Gemüsegarten, in welchem wir alle wild herumstochern und unser individuelles Chaos anstellen.

Mal seit ihr zu dritt auf der Bühne, dann liest man wieder etwas von zwanzig Mitgliedern. Gibt es eine optimale Bandgröße für Bonaparte?

Über Zeit verändert sich dies natürlich, aber phasenweise gibt es eine Optimalgrösse, ja. Im Moment sind es vier musiker und vier Performer und vier Leute, die wild rundherum rennen. Also acht aktive Spieler auf dem Feld und vier am Spielfeldrand.

Welche Konzerte machen dir am meisten Spaß?

Mir machen Konzerte Spaß, bei denen man das Publikum fühlt, man das Gefühl hat, dass alles eins ist. Ich mag es nicht, wenn vor der Bühne ein grosser Graben ist und das Publikum weit weg ist. Aber jeder Abend ist so unterschiedlich, es gibt keine goldene Formel für das perfekte Konzert. Wenn es perfekt ist, dann spüren es alle und gehen am Ende verwitzt, verschmiert, stinkend aber endlos glücklich nach Hause.

Eure Konzerte sind laut, bunt, heiß, nass und schnell sauerstoffarm. Wie kann man sich als Konzertbesucher am besten vorbereiten? Hast du einen Tipp für Bonaparte-Konzert-Neulinge?

Am Nachmittag einen Spaziergang auf dem Bauernhof machen, etwas mit den Pferden sprechen und beim Misthaufen dreimal ganz tief einatmen!

Du bist quasi auf dem Weg in deine Heimat. Einen Tag nach eurem Konzert in Freiburg spielt ihr in Zürch, in der „Alten Börse“. Vermisst du denn die Schweiz?

Heimat ist ein großes Wort. Das Zuhause kann wechseln, die Heimat bleibt. Natürlich vermisst man die einfachen aber grenzenlos tollen Dinge, die einen Ort zur Heimat machen. Die Zusammensetzung der Luft, der Anblick der Berge, die Gewaltigkeit der Alpen, die Sandsteinmauern der Stadt, die Runzeln im Gesicht der Großmutter, das Sommerwasser im Fluß, die Feinheiten der örtlichen Sprache. Man muß aber eben auch reisen und die Ferne kosten, um die Heimat in ihrer gesammten Einzigartigkeit erfassen zu können.

Letztes Jahr war Bonaparte bereits in Freiburg, im Café Atlantik. Hast du noch irgendwelche Erinnerungen an Freiburg oder an das Konzert?

Ja, ich erinnere mich sehr gut an das Café Atlantik in Freiburg. Zum einen, weil es ein toller, intensiver Gig in einem engen, verschwitzen Café war, zum andern weil eines meiner Lieblingsphotos da geschossen wurde.  [Anmerkung: Von Fotograf Oliver Rath]



Was brauchst du, um nach euren Konzerten wieder runterzukommen?

Um nach zwei Stunden bonapartschen Rocknroll wieder runter zu kommen, brauche ich immer eine sehr sehr lange handgearbeitete alte Holzleiter mit mindestens 221 Sprossen!

Also, Kinder. Es wird laut, bunt, heiß und nass.Damit man nach dem Konzert nicht gleich auskühlt, hat Konzertveranstalter Pornoladenerbe das Gabi & Klaus DJ-Team - fudder-Redakteurin Caro und Hank the DJ aus dem El.Pi - zum Dienst an den Plattentellern bestellt.

Wer sich das Spektakel heute Abend geben wird, sollte sich überlegen, ob er nicht Wechselklamotten und einen kleinen Kanister Sauerstoff mitnehmen möchte. Damit sich alle Interessierten ein Bild von der Zirkusband machen können, hier noch ein paar illustrative Videos:

Bonaparte - Too much

Quelle: YouTube
[youtube -oIjincq_Oo nolink]

Bonaparte Live at Juicy Beats 2009, Bunch.TV Quelle: YouTube
[youtube V3BdRBN7DV8 nolink]

Bonaparte - Anti Anti Quelle: YouTube
[youtube sm9SOp26wu8 nolink]




Last-Minute-Verlosung

fudder verlost zwei Mal je ein Ticket für Bonaparte heute abend in der Mensabar. Um an der Verlosung teilzunehmen, schickt einfach eine Mail mit dem Betreff "Bonaparte", Eurem Namen und Eurer Telefonnummer an gewinnen@fudder.de. Einsendeschluss ist heute, Mittwoch, 20. Oktober 2010, 16 Uhr. Die Gewinner werden sofort nach dem Ende der Verlosung per Anruf informiert. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Mehr dazu:

Was: Bonaparte; im Anschluß Party mit dem Gabi & Klaus DJ-Team
Wo: Mensabar, Rempartstraße 18, 79098 Freiburg
Wann: 20. Oktober 2010, 21 Uhr
Tickets: AUSVERKAUFT!  
[Foto: Promo, Oliver Rath]