Interview & Last Minute-Verlosung: Annett Louisan

Otto Schnekenburger

Als clevere und zugleich nachdenklich reflektierende Verführerin eroberte sich Annett Louisan schon mit ihrem Debüt-Album "Bòheme" eine beachtliche Anzahl von Fans. Mit ihrem mittlerweile dritten Album "Das optimale Leben" kommt sie heute Abend ins Zirkuszelt. Sonntag-Redakteur Otto Schnekenburger sprach vorab mit Annett Louisan über ihre Musik. Und fudder verlost, auf die letzte Minute, zwei mal je zwei Tickets für das ZMF-Konzert.



„Das optimale Leben“ heißt die Platte, die Sie beim Zeltmusikfestival vorstellen wollen. Was ist denn das, das optimale Leben?

Annett Louisan: Oh je, wenn ich das wüsste. Das Streben nach Perfektion vielleicht, an einer Sache weiterzuarbeiten. Die Mathematik des Glücks besagt ja, dass auch das Unglück dazugehört, um voranzukommen. Das optimale Leben hat Leichtigkeit und Schwere.

Nach Ihrem so erfolgreichen Debüt mit „Bohème“ verging nur wenig Zeit bis zum Nachfolger „Unausgesprochen“. Bis zum dritten Werk „Das optimale Leben“ hat es dann erheblich länger gedauert. Warum?

Ich wurde ja damals mit „Bohème“ ins kalte Wasser geworfen. Danach waren viele Lieder übrig, ich war motiviert und von der Kraft des Erfolgs getragen, wollte gleich weitermachen. Dann braucht ich aber Zeit zur Erholung von den vielen Hotels, den vielen Auftritten, den vielen ersten Mals.

Wie würden Sie erklären, worin sich „Das optimale Leben“ von den Vorgängern unterscheidet?

„Bohème“ war ein grundsätzliches Album. Es hat für mich eine Spielwiese eröffnet, es hat mir die Nische geschaffen, in der ich mich jetzt bewegen kann. Nun versuche ich, mehr in die Tiefe zu gehen. Als über 30-jährige Frau kann ich auch andere Themen angehen als mit 25. Ich habe eine weniger naive Sicht auf die Dinge, kann tragische Stücke wie „Was haben wir gesucht?“ glaubwürdiger interpretieren.

Beim so erfolgreichen Erstling „Bohème“ hat Frank Ramond alle Stücke geschrieben. Seither schreiben Sie die Lieder mit ihm gemeinsam. Mit dem Blick von außen hat sich dadurch so viel nicht geändert . Wie verteilen Sie die Rollen beim Entstehen der Stücke?

Wir können das selbst nicht auseinander halten. Ich bin für das Emotionale zuständig, er für das Analytische. Er ist der Humorvollere, ich kann besser meine Gefühle zeigen.

Sie haben gleich mit dem ersten Album Ihre Rolle gefunden. Ist so etwas nicht auch eine Last für die weitere Karriere, sind Sie dadurch nicht festgelegt?

Dann bin ich gerne festgelegt. Diese Nische, in der ich seit „Bohème“ alleine stehe, ist eine große Freiheit und ein Privileg für mich. Ich kann jenseits von Zielgruppen arbeiten, habe gleich mein sehr heterogenes Publikum gefunden. Und ich habe schon noch Ziele, so ist das nicht. Einen Nummer 1-Hit hatte ich beispielsweise noch nicht. Aber ob ich das überhaupt will?

Immer wenn es auf der neuen Platte um die Liebe geht, sind sie eher ernsthaft als kokett-verspielt. Die vermeintlich draufgängerische und leichtlebige Annett Louisan zeigt sich nur abseits von Beziehungsgeschichten, etwa in „Das wär alles nie passiert“?

Ja, das stimmt und spiegelt mich absolut wieder. Ich bin eben beides, nachdenklich und kopflos-oberflächlich. Ich finde auch beides sehr wichtig.



Nicht nur musikalisch, auch in Bezug auf ihren Frauentyp wurden Sie gleich mit ihrem Debüt festgelegt: Annett Louisan, die kleine blonde Lolita. Stört sie das? Es war zu lesen, beim Tollwood-Festival in München waren Sie vor kurzem mit braunen Haaren zu sehen.

Ja, und das ist sehr typisch für mich. Ich habe eben Spaß an der Verkleidung. Mit dem Image der kleinen blonden Lolita hatte ich nie ernsthaft ein Problem. Es entspricht nun mal rein biologisch betrachtet der Realität. Ich bin eine kleine blonde Frau und habe eine bestimmte Stimmlage. Ich habe diese Tatsache bei „Das Spiel“ gleich in meinem ersten großen Hit verarbeitet. Aber dahinter gibt es noch viel mehr, was ich jetzt die Leute entdecken lassen will.

Last Minute-Verlosung

fudder verlost zwei mal je zwei Tickets für Annett Louisan heute Abend auf dem ZMF. Um an der Verlosung teilzunehmen, schickt einfach eine E-Mail mit dem Betreff Annett Louisan, Eurem Namen und Eurer Telefonnummer an gewinnen@fudder.de. Einsendeschluss ist heute, 9. Juli 2008, 14 Uhr. Die Gewinner werden sofort nach dem Ende der Verlosung per Anruf informiert. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Mehr dazu:

Annett Louisan: Website& MySpace


Was:
Annett Louisan
Wann: Mittwoch, 9. Juli 2008, 20 Uhr
Wo: ZMF Zirkuszelt
Tickets: 37 Euro, 42,80 Euro und 48,50 Euro

Annett Louisan - Ich ..be Dich

Quelle: YouTube