Interview mit Marc Oßwald zur Sea of Love: "Der Imageverlust war groß"

Carolin Buchheim

Die Koko Festival GmbH zieht sich aus der Sea of Love zurück und wird das Festival am Tunisee 2013 nicht wieder veranstalten. Über die Gründe und ein mögliches neues Festival hat sich Carolin Buchheim mit Koko Geschäftsführer Marc Oßwald unterhalten.



fudder: Marc, ist dass das Ende der Sea of Love?



Marc Oßwald:
Nicht zwingend. Das heißt nur, dass wir sie nicht mehr machen. Es kann sein, dass sich jemand anderes 'ran wagt, denn die Rechte an dem Namen haben wir nicht. Das genehmigungsfähige Konzept für die Veranstaltung, das allerdings ist unseres, das müsste sich ein anderer Veranstalter erst mal erarbeiten. Aber auch das ist denkbar.

Warum zieht sich die Koko Festival GmbH aus der Sea of Love zurück?

Wir haben versucht, zum ersten Mal am Tunisee ein Festival mit der Kombination, Festivalbetrieb, Camping und Parkplatz zu organisieren. Im Jahr davor hatte es ja ein anderes Konzept gegeben, das nicht so gut funktioniert hat. Wir wollten das Festival komprimiert veranstalten. Das war einen Versuch wert und hat für die Besucher auch gut funktioniert. Die Kosten waren durch die räumliche Trennung von Parken, Camping und Festivalbetrieb allerdings sehr hoch – vor allem durch den hohen Aufwand an Verkehrsleitungsmaßnahmen. Außerdem haben wir nicht genügend Campingplätze.

Am liebsten wären uns ohnehin 90 Prozent Camper und 10 Prozent Tagesgäste. Das Verhältnis hatten wir aber nicht – auch das macht ein Festival teuer. Und dann kam hinzu, dass im Vergleich zu früher die Zahl der Tagesgäste aus Freiburg deutlich unter den Erwartungen geblieben ist. Bei den Gästen von Außerhalb war das nicht so. Ich muss es auch noch mal ausdrücklich sagen: Es lag nicht an den Auflagen.

Haben die Festival-Vorkommnisse im Jahr 2011 die Freiburger von der Sea of Love ferngehalten oder war es die deutlich poppigere Ausrichtung des Programms?

Sowohl als auch. Der Imageverlust durch die Vorkommnisse 2011 war besonders bei den Gästen aus Freiburg groß. Wenn ich die Relation nehme, wie viele der Gäste von Außerhalb kamen, und wie viele aus Freiburg, dann hat es sich schon deutlich verschoben. Es sind sicherlich Freiburger wegen des Programms nicht gekommen, und welche von Außerhalb auch.

Die Geschehnisse des Festivals 2011 waren allerdings in Freiburg ein ganz anderes Thema als anderswo, da war das Thema ja schnell erschöpft. Hier vor Ort ist das aber immer wieder aufgekommen. Davon unabhängig hat für den Erfolg des Festivals insgesamt aber sicher auch eine Rolle gespielt, dass wir erst später in den Vorverkauf gegangen sind.

Die Koko Festival GmbH plant statt der Sea of Love ein neues Festival. Wo soll das stattfinden?

Das sage ich noch nicht - dass weiß bisher noch niemand. Camping, Parking, Festival und See - kompakt nah. Das muss es sein. Es soll auch an einem See sein. Von der Idee eines stadtnahen Festivals muss man sich allerdings verabschieden.

Wann wird es stattfinden?

2013 wird das nichts mehr. 2014. Im Herbst 2013 werden wir damit an die Öffentlichkeit gehen.

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