Interview mit Carlos Pereira zum Spiel Deutschland-Portugal: "Die Portugiesen trauen sich nichts zu"

Marius Buhl

Carlos Pereira ist in Deutschland geboren - seine Eltern sind Portugiesen. Er betreibt den Feinkostladen Carlos Köstlichkeiten an der Johanneskirche. Für wen er heute Abend jubelt, was Portugiesen besser können als Deutsche, und was der perfekte portugiesisch-deutsche Fußball-Snack für heute Abend ist, erklärt er im fudder-Interview.



Carlos, für wen bist du heute Abend?

Ich bin für Portugal, einfach weil ich glaube, dass die Portugiesen es jetzt mal verdient haben. Wenn man in Portugal ist, spürt man - besonders wenn es um Fußball geht - diese Melancholie. Auch der Fado greift das ja auf. Die Deutschen sind da viel zuversichtlicher, besonders was ihre Nationalelf angeht. Die Portugiesen dagegen trauen sich nichts zu - und es wäre schön, wenn sich das mal ein bisschen ändern würde.

Was können die Portugiesen denn besser als die Deutschen?

Wenn wir über Fußball sprechen fast nichts. Früher konnte man mal sagen, die Deutschen kommen stärker über den Kampf und weniger über die Technik als die Portugiesen. Heute ist das nicht mehr so. Jeder mag wie die Deutschen spielen, da gibt es nichts auszusetzen.

Und generell?

Die Portugiesen können besser essen - das bestimmt. Das Essen hat einen höheren Stellenwert, die Leute lieben es zusammenzusitzen, zu quatschen und nebenbei gut zu speisen.

Du sprichst das Essen schon an - was wäre denn ein guter Snack für das heutige Spiel?

Also aus Portugal müssten natürlich die Pasteis de Nata auf den Teller - das sind kleine Puddingtörtchen. Auch super sind die Bolinhaos de Bacalhau, typisch portugiesische Stockfisch-Bällchen. Außerdem zu empfehlen: Kleine, gefüllte Teigtaschen mit Stockfisch, mit Meeresfrüchten oder mit Hackfleisch.

Und um das Duell des Abends komplett auf den Esstisch zu kriegen - was wäre die deutsche Ergänzung zum Snack?

Na, das gute, alte Bier natürlich.

Dein Tipp für heute Abend?

3:2 - für Portugal.