Interview: Klaus Riechel organisiert die Freiburger Laufnacht

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Laufen ist cool, im Team erst recht. Gut, dass die Freiburger LaufNacht 2015 wieder stattfindet. Mit über 200 ehrenamtlichen Helfer und einer neuen Strecke - rund ums Münster - Sponsoren und Absperrungen hat Organisator Klaus Riechel einiges zu tun. Wie es zur neuen Strecke kam und was die Highlights am 10. Juli sind, erzählt er im Interview:



2014 musste die Freiburger LaufNacht ausfallen, aber jetzt ist sie wieder da. Klaus Riechel (Bild oben) läuft nicht mit, weil er eigentlich Turner ist - und das ganze organisiert, und zwar ehrenamtlich, genauso wie die insgesamt über 200 Helfer aus den Reihen des Sportvereins PTSV Jahn. Für den organisiert er die Freiburger LaufNacht zum ersten Mal als Leiter, seit 10 Jahren ist der 70-Jährige aber schon dabei. 14 Leute gehören seinem zentralen Organisationsgremium an.


Die LaufNacht ist ein riesiges Projekt mit Tradition, bei dem immer wieder alle an einem Strang ziehen, und das größte Lauf-Event in Südbaden, das ehrenamtlich organisiert wird. Und das das ganze Jahr über, denn nach dem Lauf beginnt schon die Organisation des Events im Folgejahr - auch wegen der Sponsorensuche, denn vor allem Absperrpläne, Absperrungen und Zeitmessung sind teuer: etwa 30.000 Euro stehen auf der Kostenseite. Im Interview erzählt er, wie es zu der spektakulären neuen Strecke über den Münsterplatz kam und was die Highlights am 10. Juli sein werden.

Neustart der Laufnacht - Wie kam es zu der Pause von einem Jahr?

Klaus Riechel: "Die traditionelle Strecke auf dem Rotteckring steht nicht mehr zur Verfügung, weil da die neue Stadtbahnlinie gebaut wird. 2014 wäre es zwar noch gegangen, weil sich die Bauarbeiten verzögerten, aber das war nicht rechtzeitig zu erkennen und damit nicht zu organisieren gewesen. Daher die Pause."

Nun also eine neue Ausweich-Strecke.

"Die alte Strecke wäre mit der neuen Stadtbahn sowieso nicht mehr als Laufstrecke geeignet, weil die Absperrung zu teuer wäre und die Freiburger LaufNacht nicht groß genug ist, um den Stadtbahnverkehr zu unterbrechen. Wir wollten aber immer weitermachen mit der Laufnacht, nun halt auf neuer Strecke."

Mit Unterstützung der Stadt?

"Ja! Ohne die Mithilfe der zuständigen Ämter der Stadt Freiburg wäre die neue Strecke nicht möglich gewesen. Für uns war immer klar, dass wir eine echte Innenstadt-Strecke wollen. Ambiente, Ambiente, Ambiente: Das waren unsere zentralen Anforderungen an eine Strecke. Möglichst ohne Straßenbahn und möglichst ohne zu große Belastungen für die Anrainer."

Eine tolle Strecke ist es allerdings geworden. Gibt es Problemstellen?

"Was uns beschäftigt hat, ist das Kopfsteinpflaster auf dem Münsterplatz. Aber wir haben das von unserer Leichtathletikabteilung testen lassen, und die haben gesagt, dass es nicht einfach, aber machbar ist - und ganz wichtig: kein erhöhtes Gefahrenpotential gibt. Stolpern kann man überall mal, und es gibt ja auch Läufe, die durch Weinberge führen."

Jetzt ist also alles perfekt?

"Absolut. Im Start- und Zielbereich haben wir die Strecke extra noch um das alte ADAC-Gebäude herumgeführt, so dass es eine über 100 Meter langen Zielgerade gibt. Hier wird eine Menge los sein, wenn um die Platzierungen gekämpft wird, fast wie in einer Arena! Und der Abschnitt direkt auf dem Münsterplatz, vor dem Portal, ist einfach einmalig! Darum ja auch der Name “Rund ums Münster”. Eigentlich will die Stadt ja keine neuen Veranstaltungen auf dem Münsterplatz, deshalb durften wir Start und Ziel dort nicht einrichten. Aber nach der Verlegung an den Karlsplatz wurde die Strecke über den Platz genehmigt. Da haben wir echt Glück gehabt."

Geht es routiniert weiter nach der Pause?

"Es fühlt sich an wie eine Premiere! Natürlich wegen der neuen Strecke, die ganz neue Herausforderungen mit sich bringt: Wir müssen viel mehr regulierte Übergänge schaffen, allein schon am Münsterplatz. Bürgermeister Neideck bat zum Beispiel darum, zusammen dem erzbischöflichen Ordinariat sicherzustellen, dass am Freitagabend niemand daran gehindert wird, den Gottesdienst im Münster zu besuchen. Und das ist uns gelungen, man wird aus jeder Richtung auf den Münsterplatz kommen können, auch zu den Gaststätten dort, was sich ja auch zum gemeinsamen Feiern nach dem Lauf anbietet - zusätzlich zu Bier, Wurst und Wein an den Ständen am Karlsplatz, bei Start und Ziel. Vielleicht gibt es sogar Livemusik! Bands können sich unter sport@ptsv-jahn-freiburg.de melden."



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