Interview: Indie-Boy spielt am Mittwoch beim Zelt-Musik-Festival

Laura Wolfert

"Ich kann nicht tanzen. Das ist genau der Grund, weshalb ich tanzen sollte", sagt Jonathan Rietsche im fudder-Interview. Die Band "Project Mojo" des 21-Jährigen heißt jetzt "Indie Boy" – ein Solo-Projekt mit Live-Band.

fudder: Du hast im März mit deiner Band "Project Mojo" bei der "Rampe" im Jazzhaus teilgenommen. Bist du jetzt als "Indie Boy" solo unterwegs?

Jonathan Rietsche: Alleine unterwegs bin ich nicht. Ich sehe mich momentan einfach als Solo-Projekt mit Live-Band. Seit Oktober studiere ich Popmusik in Mannheim auf der Pop-Akademie. Das Studium und die Entfernung nach Freiburg macht es einfach unglaublich schwer. Dann gab es noch einen Wechsel am Schlagzeug – das macht jetzt Jonas Esser. Der Gitarrist hat auch wenig Zeit. So habe ich mich dazu entschieden, das zu machen, was ich eigentlich schon seit einem halben Jahr mache: ein Solo-Projekt mit Live-Band. Die Songs kamen bisher eh alle aus meiner Feder.


Der Musikstil unterscheidet sich gar nicht von dem von Project Mojo. Er entwickelt sich natürlich – man wird halt besser. Ich bezeichne das, was ich mache, als Indie-Pop. Da sind aber verschiedene Einflüsse dabei. Ich stehe wahnsinnig auf Indie-Dance-Music und war schon immer ein riesiger Maroon-5-Fan. Von dem musikalischen Einfluss sind es viele Brit-Pop-Bands wie zum Beispiel Two Door Cinema Club und Norwegen-Pop-Bands wie Kakkmaddafakka.

fudder: "Indie Boy" - wie kam es zu dem Namen?

Jonathan: "Indie Boy" hat mich mal ein Kumpel genannt – aus Spaß. Ich spiele noch Bass in einer Rock-Band. Dann hieß es eben "Na du kleiner Indie-Boy" – weil ich nicht ganz in das Muster gepasst habe. "Indie Boy" beschreibt mich als Typ einfach perfekt.

fudder: Um was geht es in deinem Song "Amsterdam"?

Jonathan: In "Amsterdam" geht es um einen Typen, der die Stadt liebt. Seine große Liebe will aber nach Norwegen ziehen. Er ist ständig hin und her gerissen. Am Ende entscheidet er sich doch, zu ihr nach Norwegen zu gehen. Einen persönlichen Bezug zur Story habe ich nicht. Den Song habe ich aber tatsächlich in Amsterdam geschrieben.

Ich war da in einem unglaublich geilen Hostel. Das war eine Karavan-Siedlung mit ganz vielen kleinen Wohnwägen. Es war super Wetter – überall hingen Hängematten. Da kam mir die Idee zum Refrain. Die Jungs von Kakkmaddafakka, die aus Norwegen kommen, haben mich zu diesem Zeitpunkt einfach wahnsinnig begeistert. So ist dann der Refrain entstanden. Den Song gibt es schon knapp zwei Jahre. Bisher wurde er nur live gespielt – erst jetzt haben wir ihn aufgenommen.

fudder: Wer hat sich den witzigen Tanz im Video ausgedacht?

Jonathan: Im Hintergrund sieht man meine Schwester mit ihrer Freundin – die beiden tanzen sehr viel. Da die Musik und alles, was "Indie-Boy" betrifft, manchmal sehr selbstironisch ist, dachte ich: Hey, ich kann doch überhaupt nicht tanzen – das ist genau der Grund, weshalb ich tanzen sollte!


  • Was: Indie-Boy beim ZMF
  • Wann: Mittwoch, 13. Juli, 21 Uhr
  • Wo: Zelt-Musik-Festivalgelände beim Mundenhof