Interview: Freiburger Studierende haben eine Fair-Fashion-Show organisiert

Paula Kühn

Nachhaltige Mode gibt es bei der Fair-Fashion-Show am kommenden Mittwoch in der Mensabar zu sehen.Organisiert wird das Ganze vom studentischen Netzwerk Sneep. Paula Kühn hat dazu Johanna Harlacher interviewt.

Warum macht ihr eine Fair-Fashion-Show?

Wir saßen vergangenen Herbst zusammen und haben uns überlegt: Was können wir machen, was noch mehr Menschen auf das Thema Nachhaltigkeit aufmerksam macht? Und was gleichzeitig auch Spaß macht. Wir wollten eine richtig große Aktion starten und so kamen wir darauf, eine Fashion Show zu machen.

Ich glaube, dass eine Modeshow etwas ist, das viele Menschen und auch vor allem junge Menschen anspricht. Die Models sind Mitstudierende und Freunde. Und sie präsentieren Alltags- und Freizeitlooks. Es soll keine Show wie hinter einer Glasscheibe sein – mit perfekt gestylten Models und Abendkleidern in abgehobenem Design. Die Fair-Fashion-Show soll nah am Leben der Zuschauer sein und Spaß machen. Und sie soll anregen, nachzudenken und sich bewusst mit Kleidung auseinanderzusetzen. Es geht darum, die Menschen für das Thema zu sensibilisieren.

"Fair-Fashion ist altbacken, hässlich und kann sich kein normaler Mensch leisten". Was ist an dem Vorurteil dran?

Da hat sich in den letzten Jahren zum Glück sehr viel verändert. Es gibt viele tolle Labels, die Mode gerade für junge Menschen machen und sehr stylisch sind – darum geht es auch bei der Fashion- Show: Das zu zeigen. Und dann ist es ja so, dass man sich oft zehn Billigteile kauft, die man dann nach kurzer Zeit wieder weg wirft, weil sie keinen wirklich besonderen Wert besitzen und auch schnell kaputt gehen. Warum sich nicht stattdessen zwei schöne und nachhaltig produzierte Teile kaufen? Diese Kleidungsstücke haben dann einen ganz besonderen Wert, es sind Lieblingsteile, die man nicht mit Selbstverständlichkeit anzieht, sondern die etwas Besonderes sind.

Was ist Sneep, also euer Netzwerk, für dich?

Es ist eine Möglichkeit, über das eigene Studium hinaus zu blicken und sich schon für Dinge zu interessieren, die außerhalb des Studiums liegen. Eben zum Beispiel um wirtschaftliche, ökonomische und politische Zusammenhänge.Bei Sneep Freiburg sind viele verschiedene Studienrichtungen vertreten. Wir haben Wirtschaftswissenschaftler, Forstwissenschaftler, Geographiestudenten und so weiter in der Gruppe. Und wir freuen uns über jeden, der neu dazu kommt. Diese Diversität sorgt dafür, dass man viele verschiedene Denkweisen zum Beispiel über dass Thema Nachhaltigkeit und Ethik kennenlernt und Zusammenhänge vielleicht noch besser versteht. Ich kann gar nicht sagen, wie viel ich in den letzten Monaten durch Sneep gelernt habe. Hätte ich mich nur für mein Studium interessiert, wäre mir sehr viel entgangen.
Sneep steht für für "student network for ethics in economics and practice". Es ist ein Netzwerk aus Studierenden und WissenschaftlerInnen, das zum Diskurs über Nachhaltigkeit und Ethik in der Wirtschaft beitragen will. Um das zu erreichen, organisiert sneep verschiedene Veranstaltungen wie zum Beispiel die Fashion-Show, aber auch Vortragsreihen und Diskussionsrunden. Sneep e. V. ist bereits mit 30 Lokalgruppen in vielen deutschen Städten vertreten.

Die Fair-Fashion-Show am 31. Mai hat die Freiburger Lokalgruppe Sneep organisiert, darunter vor allem Sophie Brandt, Sophie Dams, Julia Berger, Henriette Weser, Khalid Peters und Johanna Harlacher.


  • Was: Fair-Fashion-Show und After-Show-Party mit The Skaletons und DJ Michel MaBelle
  • Wann: 31. Mai 2017, 19 Uhr
  • Wo: Mensabar Freiburg
  • Eintritt: 3 bis 7 Euro