International Diary Slam im Peterhofkeller: Studierende präsentieren ihre Erlebnisse aus aller Welt

Elisa Miebach

Busfahren in Indien, Überschwemmungen auf Sansibar, Tauziehen in China – beim International Diary Slam im Peterhofkeller gaben Freiburger Studierende ihre Erlebnisse im Ausland zum Besten.

Organisiert wurde der Abend bereits zum zweiten Mal vom Internationalen Club des Freiburger Studierendenwerks. Moderator Kai Zwettler weiß durch eigene Auslandsaufenthalte, wie erzählenswert Geschichten aus fernen Ländern sind. So kam er auf die Idee, einen ganzen Abend voller Reisegeschichten zu gestalten.


Der Internationale Club bietet jeden Donnerstag eine Veranstaltung an, darunter Schwarzwälderkirschtortenseminare oder Länderabende zu Ägypten oder China. "Das Ziel ist, verschiedene Kulturen kennenzulernen und auch mal über den Tellerrand zu schauen", sagt Birte Irmer, die die Veranstaltungen mitorganisiert.

Musikalisch oder in Gedichtform

An diesem Abend geht die Reise durch Jordanien, Indien, China, Indonesien und Tansania. "Außerdem präsentieren wir noch eine Reise in eine andere Zeit, weil eine Teilnehmerin aus ihrem Tagebuch, das sie als 14-Jährige geschrieben hat, liest", so Kai Zwettler. Auf der Bühne werden jedoch nicht nur einfache Tagesabläufe vorgelesen: Timeo Schneider erzählt alles in Gedichtform, Anna Zander hat ihren Bericht von der afrikanischen Regenzeit in eine unterhaltsame Wettervorhersage für die Bewohner Sansibars verpackt.

Musikalisch trumpft Julia Karch, die ein indonesisches Lied mitgebracht hat. Sie singt das balladenartige Stück auf indonesisch und begleitet sich dabei selbst auf ihrer Gitarre. In dem Stück gehe es um Umweltverschmutzung, auch durch den Tourismus wie etwa auf Bali, erzählt Julia. Sie selbst hat ein Praktikum in einem Landwirtschaftsprojekt auf der indonesischen Insel Java verbracht.

Film über Schüleraustausch in China

Nach jedem Beitrag kann das Publikum Fragen stellen. Julia wird danach gefragt, wie die landwirtschaftliche Arbeit für sie war. Sie erzählt von Schlammmatsch und Angst vor Blutegeln, doch sagt auch, dass sie unbedingt körperlich arbeiten wollte, weil sie das vorher wenig musste.

Eindruck auf das Publikum macht auch Dennis Kluck, der seinen Film von einem Schüleraustausch in China präsentiert. "Ich kann bis heute nicht erklären, warum ich als 17-Jähriger nach China gegangen bin", sagt er. Heute ist er 26 und steht kurz vor seinem Abschluss in Sinologie. Im Film sieht man einen punkigen Teenager mit langen blonden Haaren und Palituch von Mauern springen und mit chinesischen Jugendlichen herumalbern.

Mit Reis-Schnaps anstoßen

"Es war aber am Anfang ganz schön hart, ich bin tief gefallen und hab mich echt alleine gefühlt", sagt der 17-jährige Dennis im Film: "Aber wenn man durch die Hölle geht, muss man einfach weiterlaufen. Es kann nur besser werden und das wurde es auch." Auf den Filmbeitrag stoßen Moderator Kai Zwettler, der selbst auch in China war, und Dennis Kluck mit chinesischem Reis-Schnaps an: Ihr Fazit: "Schmeckt immer noch wie Benzin. Da kommen Erinnerungen hoch – an Erinnerungen, die ich vergessen habe."

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