Intergalactik Spacebox: Vier Jungs, eine mobile DJ-Box und Open Air Partys

Anna-Lena Zehendner

Sommer, Sonne und Party unter freiem Himmel. Nur, dass diese zumeist überfüllt, überteuert und übergehyped sind. Deshalb haben vier Freiburger Studierende einen mobilen DJ-Pult gebaut, mit dem sie spontan Open Air auflegen: die Intergalactik Spacebox.



Es ist ein schöner, sonniger Samstagnachmittag. Im Seepark sitzen die Leute auf Decken, der Geruch von Grillfleisch steigt einem in die Nase, es wird gebadet und getanzt. Getanzt? Und woher kommt die Musik? Eine mit Spiegelfolie und bunten Lampions geschmückte DJ-Box steht mitten im Grünen und beschallt ihr Umfeld mit chilligem Sound. Verantwortlich für die entspannte Party am See sind vier Jungs. Sie sind mit ihrer Intergalactik Spacebox in den Seepark gezogen, um gute Musik zu spielen und eine kostenlose Party zu bieten.


„Wir saßen alle bei Alex in der Küche. Es war schon spät und wir haben getrunken und irgendjemand hat das Thema aufgebracht: Wäre doch cool, wenn man irgendwo im Freien auflegen könnte“, sagt Andi S. Damit war die Idee der Spacebox geboren. Drei Tage später hat Andi S. auf eBay einen Fahrradanhänger entdeckt, der zufällig zur Selbstabholung in Freiburg ausgeschrieben war. Für 12 Euro gehörte das Ding ihnen und der mobile Untersatz für die DJ-Box war gefunden.

„Ich hatte gedacht, dass die Idee schnell wieder im Sand verläuft, wie eigentlich alle unsere guten Ideen“, sagt Andi M. Aber die Spacebox wurde tatsächlich gebaut. Das ganze Equipment, wie Mischpult, Boxen und Computer, sind ausrangierte Sachen, die die Jungs selbst noch hatten oder die ihnen von Freunden zur Verfügung gestellt wurden. Ein schicker grüner Stromgenerator in Fußballform wurde ebenfalls über das Internet gekauft. 

Mit einer Benzinfüllung liefert der Generator vier Stunden Strom. Bei ihren Partys haben die Jungs immer noch einen vollen Kanister dabei. Die vier, das sind Andi M., Andi S., Oli und Alex. Sie haben sich während ihres Jurastudiums in Freiburg kennen gelernt. „Für uns drei ist es Freundschaft, für Oli eine Zweckgemeinschaft“, sagt Alex lachend.



Alle verbindet neben dem Studium außerdem ihre große Musikleidenschaft. Oli und die beiden Andis legen seit einigen Jahren privat auf. Alex sei hingegen mehr der Manager und der Netzwerker der Truppe. „Er kennt die meisten Leute und alle mögen ihn“, sagt Andi S. „Jede Gruppe braucht so einen coolen Typen wie Alex.“

Bei ihren Partys mit der Intergalactik Spacebox stehen sie alle hinter dem Mischpult und wechseln sich beim Auflegen ab. Jeder der Jungs hat seine Soundnische. Sie spielen elektronische Tanzmusik, von New Disco bis Minimal. Aber auf ein Genre festlegen, möchten sich die Studenten nur ungern. Auf die Frage, was man auf ihren Partys niemals zu hören bekommt, sind sie sich einig: Pop- und Chartmusik. „Die Leute schätzen unsere Partys, weil wir definitiv Musik spielen, die man nirgends in der Freiburger Clubszene hören würde“, sagt Andi S.



Mit der Intergalactik Spacebox haben die Jurastudenten seit April fünf spontane Partys geschmissen. Auf ihrer Facebookseite werden die Termine meistens ein bis zwei Tage vorher angekündigt. Angst vor 5000 Partygästen haben sie jedoch nicht. "Unser Facebookprofil können nur Leute sehen, die mit uns befreundet sind", sagt Alex. Das sind momentan 191 Personen. "Wir glauben daher nicht, dass plötzlich tausende Menschen auf einer unserer Partys auftauchen."

Der Seepark und der Schlossberg waren bisher die passenden Locations, bei denen schon bis zu 150 Leute mitgefeiert haben. Natürlich kam auch schon die Polizei. Aber man hätte lediglich die Musik ein bisschen leiser drehen müssen. „Bei unseren Partys ist jeder eingeladen, der friedlich ist“, sagt Andi S. „Es gibt auch keine Altersgrenze. Es kamen schon Leute, die über 40 Jahre waren und es geil fanden, 18-Jährige, die Spaß hatten und im Seepark waren Väter mit ihren kleinen Töchtern da, die zur Musik getanzt haben.“ Neben der Musik kommt vor allem das einmalige Flair bei den Menschen gut an.

Ihre Spacebox-Partys beginnen oft am Nachmittag und enden, je nach Wetter- und Stimmungslage, erst spät nachts. „Ganz wichtig ist: Wir verlangen keinen Eintritt und verkaufen keinen Alkohol, nehmen im Gegenzug aber auch ungern Musikwünsche an“, sagt Alex. Denn in erster Linie machen sie ihre Spacebox-Partys für sich. Das Partyleben in Freiburg hat sie in den letzten Jahren nicht mehr so sehr angesprochen. "Da haben wir gedacht, machen wir lieber unser eigenes Ding", sagt Andi S.



Bei der Namensfindung der mobilen DJ-Box hat es den vier schlicht an Kreativität gefehlt: „Uns ist nichts besseres eingefallen“, sagt Andi M. „Wir saßen eine Stunde 'rum und haben nachgedacht. Dabei kam einfach nichts Gescheiteres 'raus.“ Und warum schreiben sie Intergalactik mit k? „Wir hatten unseren Namen bei Facebook erst mit c angemeldet“, erklärt Alex. „Dann ist uns aber das Passwort entfallen, das wir uns fünf Minuten vorher ausgedacht hatten. Deswegen konnten wir nicht mehr auf den Account zugreifen. Dann mussten wir es eben mit k erneut anmelden.“ Und Andi M. ergänzt: „Ich glaube, uns ist selbst die E-Mail-Adresse nicht mehr eingefallen.“

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