Insolvenzantrag gegen die BarTasia in der KaJo

Marius Buhl

Die schlechten Nachrichten aus der BarTasia halten an: Nach der Prügelattacke gegen Schwule in und vor der Bar an Silvester, ordnet das Freiburger Amtsgericht jetzt auch noch einen Insolvenzantrag gegen die Bar an. Die Betreiber beschwichtigen: Man habe bloß Krankenkassen-Beiträge nicht gezahlt:



Das Amtsgericht Freiburg hat gegen die BarTasia einen Insolvenzantrag angeordnet. Das steht in einem Schreiben vom 22. April, das das Amtsgericht veröffentlicht hat. Danach ist nun ein vorläufiger Insolvenzverwalter für das Asia-Restaurant mit Bar zuständig, der Freiburger Anwalt Oliver Leers.


Geschäftsführer der BarTasia ist Loi Bigotte, Inhaber ist Lee van Hoang, dem auch das China-Restaurant Mekong am Martinstor gehört. Die beiden betreiben die Bar seit Oktober 2015 in den Räumen der ehemaligen "Freiburg Bar". Mehrere Fudder-Anfragen zum bevorstehenden Insolvenzverfahren beantworteten sie nicht.

Krankenkassen-Beiträge nicht bezahlt?

Eine vermeintliche Erklärung für die mögliche Insolvenz lieferten die Betreiber jedoch auf Facebook. Durch Komplikationen in der Buchhaltung seien wichtige Beiträge an die AOK nicht bearbeitet und somit letztendlich ein Insolvenzverfahren eingeleitet worden. Mittlerweile sei aber alles beglichen und geregelt.

Stimmt das, so ein Freiburger Insolvenzrechtsexperte, könne das Verfahren eingestellt werden. Das sei aber eher unwahrscheinlich, wenn bereits ein vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt worden sei.


Lee van Hoang und Loi Bigotte, Inhaber und Geschäftsführer der BarTasia

Der vorläufige Insolvenzverwalter, der Freiburger Rechtsanwalt Oliver Leers, wollte auf Fudder-Anfrage ebenfalls nicht über den Antrag sprechen. Fest steht aber: Leers muss nun das Vermögen der Bar sichern und prüfen, wieviel sogenannte "Insolvenzmasse" vorliegt. Er hat Einblick in alle Akten der Bar und darf sich im Gebäude frei bewegen. Zudem dürfen die Betreiber van Hoang und Bigotte ohne seine Zustimmung kein Geld mehr ausgeben.

Ob ein Verfahren eröffnet wird, entscheidet am Ende das Amtsgericht.

Weiterhin Partys in der BarTasia

Partys sollen laut Facebook-Seite der Bar trotz des Insolvenzantrags stattfinden: Für Mittwochabend, 4. Mai, ist die Latinparty "La Bombaaaa" geplant, an den Samstagen drauf soll es weitere Veranstaltungen geben.

Das Mastermind-Quiz, das die ehemaligen Betreiber des "Isle of Innisfree" immer dienstags in der BarTasia veranstalteten, soll ab nächsten Dienstag jedoch im O'Kellys stattfinden. Das schreiben die Innisfree-Macher auf Facebook.

Umbau letzten Sommer, Schlägerei an Silvester

Erst im Frühjahr 2015 hatten die Betreiber der BarTasia die Gaststätte in der Kaiser-Joseph-Straße von Bernhard Winkler und Armin Schäfer übernommen, die zuvor an selber Stelle mit der Bar "Guten Abend" gescheitert waren. Damals sagte Winkler gegenüber der BZ, die Miete sei zu hoch für ein einfaches Spieselokal gewesen. Nach einer Umbauphase über den Sommer hatten Bigotte und van Hoang dann im Oktober die "BarTasia" eröffnet.

Nur drei Monate später, an Silvester, prügelten in und vor der Bar mehrere Männer auf ein schwules Paar ein, nachdem es an der Garderobe Streit gegeben hatte. Die Rolle eines Türstehers und eines Kellners der Bar während der Schlägerei ist bis heute ungeklärt.

Die Opfer der Schlägerei hatten auch einen Strafantrag gegen die BarTasia gestellt, die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren jedoch vor wenigen Tagen ein. Nach der Schlägerei demonstrierten rund 800 Freiburger vor der Bar gegen Homophobie.

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[Foto: Daniel Laufer, Foto 2: Konstantin Görlich]