Indieaner

Gina Kutkat

Selten hat das "Z" so leer gewirkt wie am vergangenen Samstagabend beim "Silky Riot"-Festival. Etwa 40 Menschen kamen, um die Auftritte von Diego, Miumi und Posterboy Machine zu sehen. Gina war dabei und ließ sich enttäuschen.



Der Abend bot nicht das, was er versprach. Es herrschte Proberaumatmosphäre; Bühne und Programm wirkten provisorisch bis unorganisiert. Dabei klang das Line-Up der Veranstalter " The Pit" recht ansprechend: Für das zweitägige Festival "Silky Riot" hatte man sechs junge Bands verschiedener Stilrichtungen gebucht, darunter auch Posterboy Machine aus Lorraine in Frankreich.


"Hoffentlich kommen da noch ein paar", werden sich Musiker und Veranstalter gedacht haben.

Die wenigen, die da waren, ließen die Jacken kältebedingt am Körper. Das überschaubare Auditorium überbrückte die lange Wartezeit mit ein paar wärmenden Bierchen an der Bar. Allein die geblümten Sofas in der Vorhalle schafften ein wenig Gemütlichkeit.

Lag es am gleichzeitig stattfindenden Fußballspiel, einer ungenügenden Werbekampagne oder am mangelnden Interesse für Livemusik? Fakt ist, dass die Bands des Festivals aufgrund ihres Könnens und ihrer verschiedenen Musikstile ein größeres Publikum verdient hätten.



Diego betraten zuerst die Bühne. Fünf befreundete Karlsruher, die ihre Musik als "Metro-Pop" und "cleanen Sound" titulieren. Zwei Gitarren, Bass, Schlagzeug und Gesang, so präsentierten sie ihre Songs, die gleichzeitig indie, poppig und rockig waren. "Ignorance won't bring us any further". Ignoranz sollte einer engagierten jungen Band niemals begegnen. An diesem Abend schien es leider anders zu sein. Gesang und Musik erinnerten teilweise an Interpol und die Editors, ohne diese jedoch zu kopieren.

Die Wiesbadener Band Miumi legte nach Umbauproblemen, an denen hochtechnische Extras Schuld waren, mit ihrer experimentellen Musik los.



Im Hintergrund die kunstvolle Projektion von selbstgedrehten Videos, mitten auf der Bühne der Mikro-Korg-Synthesizer mit unverwechselbarem Sound.

Diese Art von Musik kam zwar gut am Samstagabend um Mitternacht, senkte aber die Energie, die beim Diego-Auftritt kurz zuvor aufgekommen war. Der Abend fand seinen Abschluss mit dem Auftritt der Lorrainer Indie-New Waver Posterboy Machine.