Indie-Heimatabend: Alte Neue Tricks und Mighty & The Jets im Teng

Bastian Geiken

Alte neue Tricks und Mighty & The Jets haben am Freitagabend im Teng gespielt. Bastian war dabei:

Um 21:30 Uhr Uhr sind gerade 15 Leute im Teng, nochmal vielleicht doppelt so viele genießen draußen die letzte Sonne. Hier drinnen wird bei rotem Licht langsam das Equipment aufgebaut. Aus den Boxen kommt Surfmusik und englischer Punk.


Kurz nach 22 Uhr treten dann Mighty & The Jets auf die Bühne, um ihr erstes Konzert in dieser Konstellation zu bestreiten. Sie machen sich gut. Schnell wird sich im Publikum nach vorn gedrängt. Die Lieder haben diesen coolen Britrock-Groove, haben aber mehr Druck dahinter und erweisen sich als tanzbarer als zum Beispiel Oasis. Sänger Bernd Brand hält den Mikrophonständer umschlungen, singt konzentriert und sucht dabei die Blicke des Publikums.

An einer Stelle reißt Gitarrist Roman eine Saite, was ihn nicht hindert, das Lied noch zu Ende zu spielen. Ein Fachkundiger aus dem Publikum bietet sich an, eine neue Saite aufzuziehen, während Roman die nächsten Soli mit Ersatzgitarre runterreißt. Das 40-minütige Set wird ohne große Unterbrechung durchgespielt und endet nach zwei Zugaben.

Nach einer knappen halben Stunde Umbaupause preschen schließlich Alte Neue Tricks ganz ohne Ankündigung drauf los. Während des Auftritts füllt sich das Teng zusehends auf über 80 Zuschauer. Etwas störend ist dabei, dass um den Tresen herum eindeutig zu viel geredet wird, sollte die ungeteilte Aufmerksamkeit doch den Bands zukommen.



Was wir ab jetzt hören ist eine bestechende Mischung aus Punk und Hamburger Schule.
Der Stil ist rau, aber einfühlsam. Ungewöhnliche, leicht dunkle Texte kleiden sich in schönste Melodien, drängen auf einprägsamen Gitarrenriffs ins Ohr. Lieder wie „Hinter diesen Türen“ sind nachdenklich-verträumt, die punkigeren Stücke bieten einiges Durchdrehpotential.

Das Tomte-Cover „Ich sang die ganze Zeit von dir“  – sehr schön adaptiert, dabei etwas rauer als das Original – wird gleich zweimal gespielt und reiht sich nahtlos ins Set der eigenen Lieder ein. Nach 50 Minuten, um kurz nach Mitternacht, endet das Konzert unter lautem Beifall.

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