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Playlist Preview: Torpedo Tom und Transmission Tobi @ She's lost control...again

Zum fünften Mal laden Karo Schrey und Nicole Herrmann am Samstagabend zur Joy Divison-Tribute-Party "She's lost control...again" ins Ruefetto. Hinter den Plattentellern stehen auch bei dieser Party zu Ehren von Ian Curtis Transmission Tobi und Torpedo Tom. Welche Tracks die beiden Fachmänner für tanzbaren traurigtrübschönen Postpunk auflegen wollen:

   
Diese Tracks hat Torpedo Tom dabei:
1. The Sound - Golden Soldiers (1984)
Eine Band die auf meiner Jagdliste steht, seit ich mit meinem Beatsalon Kollegen Giuli Casino den 'Jam Club' veranstaltet habe. Steckbrief: Gegründet 1979 in London, als Nachfolger von The Outsiders (die wiederum als die erste UK Punk-Band rangiert, die eine LP herausbrachte, das war 1977). Von Punk mit Buzzcocks-Anklängen entwickelten sie sich kontinuierlich weiter, bis sie sich 1984 mit der 6 Song-EP „Shock Of Daylight“ irgendwo zwischen Joy Divison und Echo & The Bunnymen befanden, ohne jemals an deren Erfolg anknüpfen zu können.




2. Department S - Is Vic There? (1981)
Ebenfalls London, ebenfalls Postpunk, gegründet 1980 und hervor gegangen aus der Skapunk Formation Guns For Hire. "Is Vic There?" war ihre erste 7" auf Demon Records. Auf der B-Seite "Solid Gold Easy Action" sind übrigens Bananarama als backing vocals zu hören. Nach erfolglosen Single Releases auf Stiff und RCA lösten sie sich wieder auf und außer einem Beitrag zu Style Councils "Soul Deep" - einem Benefizsampler zum Bergarbeiterstreik - war nichts mehr von ihnen zu hören. Sänger Vaughan Toulouse verstarb '91 an AIDS, zwei weitere Mitglieder sind als Briefträger und Taxifahrer irgendwo in London zu finden. Wenn der Discogs Händler nicht schnarcht, ist auch ihre zwote Single "Going Left Right" in der Kiste, die rockt noch ein bissel mehr.






3. Romeo Void - Never Say Never (1982)

Sprung über den Atlantik nach San Francisco: "I might like you better if we slept together"- diese Textzeile dürfte einigen noch im Ohr sein, wobei der Text um einiges dunkler und tiefgründiger ist, als es erscheint. Dank College Radio Airplay und Clubrotation wurde dies ihr einziger Minihit




4. That Petrol Emotion - Tightlipped (1986)

Ich weiß nicht, wie oft ich diese Scheibe schon in Second Hand-Läden überblättert habe. "That Petrol Emotion" klingt nach Grunge, dachte ich und habe weitergeblättert. Pustekuchen! Es sind die Nachfolger der Undertones, ohne Feargal Sharkey versteht sich, aber mit den beiden O'Neill Brüdern Sean und Damian. Und ja, sie können Songs schreiben und wissen was ne hookline ist. Das ist von ihrem 1986er Debüt "Manic Pop Thrills". Ich werd' sie im Auge behalten!




5. Orange Juice - Felicity (1981)

Nicht ihr größter Hit und kein so spektakulärer Song, wenn er aus der Spät-80er/Früh-90er Indieszene wäre. Ist aber von 1981 und Orange Juice sind die erste Band von Edwyn Collins (dessen Überhit - "A Girl Like You" - zu späterer Stunde natürlich auch laufen wird).





 
Diese Tracks hat Transmission Tobi dabei:

1. Ian North
– Remember My Name
Bis zur letzten Plattenbörse noch nie was von gehört und mir dortens andrehen lassen - zum Glück! Die Nummer klingt, als ob Joe Jackson sich mit analogen Synthies auseinandergesetzt hätte. Oder als ob Gary Numan Elvis Costello covert. Einfach cool!




2. Cut City – Anticipation
Boyband aus Schweden, die unüberhörbar auch gern mal zu Ian Curtis & The Joy Divisionists (von denen wir übrigens auch jede Menge hören werden) greift, wenn sie sich unbeobachtet fühlt. Wurden nach dem Album schrecklich langweilig und vertrackt, hier wummert und schrammelt aber alles so wie es soll, wenn man ausgelassen seinen Drink über der Tanzfläche verteilen will. Und wir wissen alle – das wollen wir!



3. Wasted Youth – Naked Emotions
Nicht zu verwechseln mit der Ami-Hardcore Band, haben die Briten Anno '82 dieses schöne Stück veröffentlicht. Eine untergegangene, nichtsdestotrotz großartige Postpunk-Hymne, die man eigentlich auf jeder angesagten Ian Curtis Tribute-Party abfeiern sollte. Und nebenbei kommen die Emotions so wie ich sie am liebsten habe – naked ...



4. R O M A N C E – Dance With The Devil
Underground-Hipsters aus London, die den Glam zurück in den Postpunk bringen. Haben vor einer ganzen Weile schon die mittlerweile leider abgehalfterten 'The Cult' auf Tour supportet, und sicherlich jedes Mal an die Wand gespielt. Wahnsinnstimme der Jung' - und Songwritermäßig noch besser als die Type, die für Britney Spears geschrieben hat ... Ich kann mich schon beim schreiben kaum auf dem Stuhl halten!



5. I Love You But I´ve Chosen Darkness – The Ghost
Jaja, eigentlich eine Emoband, wie ich einst belehrt wurde. Schon der Bandname trieft nur so vor wohliger Melancholie, dazu prangt auf der in schwarz gehaltenen Platte ein Herz mit umgedrehtem Kreuz in dessen Mitte. Und hört man dann auch noch diesen Track fällt es wahrscheinlich allen beteiligten schwer nicht zur Klinge oder Artverwandtem zu greifen. Aber wen juckt's? Schließlich zelebrieren wir ja den Meister des Suizid-Pops!







 
Was:
She's lost control...again
Wann: Samstag, 8. Dezember 2012, 22 Uhr
Wo: Ruefetto Partykeller, Granatgässle
Facebook-Event: She's lost control...again   [Disclosure: Party-Gastgeberin Karo Schrey ist zwar fudders heißgeliebte Haus- & Hofzeichnerin, über die von ihr veranstaltete Party hätten wir aber auch berichtet, wenn dem nicht so wäre.]




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Kommentare
Anzahl der Kommentare: 1
Samstag, 08.12.12 10:05
 

Punks not dead! But a 9 to 5 Zombie...

Der Charme juveniler Rebellion postpubertär interpretiert zeichnet Reminiszenzen:
Damals, als wir alle noch heimlich vor der Schule unsere Haare färbten und versuchten mit Parka und Sonnenbrille Taxi Driver im Unterricht nachzuempfinden, war unser Lebensgefühl geprägt von dieser Ablehnung faschistoider Aufsatzstrukturen und depersonalisierender Matheformeln.
Irgendwie sind wir heute froh diese Zeit überwunden zu haben, und irgendwie auch nicht, denn trotz allen Nachsitzens und einstweiligen Verfügungen hatten wir unseren Spaß, dem autokratischen Schulestablishment und der spießigen Elterngesellschaft von unserer BTM-gepolsterten Verkehrsinsel im sozialen Abseits die (geistige) Nachtruhe zu stören.

Und irgendwie haben wir das beibehalten, glaube ich zumindest, dieses kleine bißchen Wut und die nachfolgende Resignation, die wir - auch als Erwachsene - haben dürfen. Wir haben sie nur positiv kanalisiert, als Synergieeffekt des Post-Pop-Diskurses zwischen dem Kulturimperialismus des globalisierenden Mainstreams und dem zwangsläufigen Individualismus unserer Existenz, denn dauerstorno durchs Leben zu halluzinieren, ernährt die Betriebsunfälle unserer Bedürfnisse nicht - weder unser Image, noch unsere Kinder.

Irgendwie hat es auch immer was vom Treffen ehemaliger Selbsthilfegruppen, aber das ist auch nur ein resignatives Stigma einer Elterngesellschaft, die ihren Schlüsselkindern Liebe als materielles Gut verkaufen musste.

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