Bourdieu und Graffiti, die Ausstellung als Medium des Gesellschaftlichen, Musik im urbanen öffentlichen Raum: Donnerstag und Freitag diskutieren Kunstsoziologen aus Deutschland, der Schweiz und Frankreich an der Uni Freiburg, wie Kunst und Öffentlichkeit sich zueinander verhalten.

Welches sind die Erwartungen, die die verschiedenen Akteure und Gruppen – die Bevölkerung, einzelne soziale Gruppen, die Wirtschaft, die Politik – den „Art Worlds“ (Howard S. Becker) gegenüber adressieren und wie reagieren diese darauf? Wie beeinflusst und prägt, bedroht oder erweitert die mit Jürgen Habermas verstandene Öffentlichkeit und der öffentliche Diskurs die „relative Autonomie“ der KünstlerInnen und ihres „Produktionsfeldes“ (Pierre Bourdieu)? Welche Abgrenzungen, Ablehnungen und Verweigerungen, aber auch welche Allianzen und Netzwerke (Bruno Latour), Kollaborationen und Bündnisse gehen Kunst und KünstlerInnen heute mit der Öffentlichkeit ein?



Hihi, das Abendprogramm am Donnerstag:
"Visit of Christmas Market" - wie passend zu "'Kunst und Öffentlichkeit" ;-)
omg, grad auf dem vortrag der uni, fachbereich sozialwissenschaften zum thema graffiti, streetart und urban art gewesen.
fazit > wenn soziales wissen ausschliesslich aus büchern ohne hintergrundwissen oder feldstudie stattfindet, wie bei diesem vortrag, wundert es mich nicht dass in der Sozialpolitik so viele fehlschlussfolgerungen gezogen, und damit die sozialen verhältnisse der Gesellschaft immer schlechter werden.
soziales Verständniss lernt man nicht über Bücher!!!!!
Bin extrem geschockt!
Lieber Tom,
mal ehrlich, was hast Du erwartet? Das die existentialistische Transformation leistungsgesellschaftlicher Nebenwirkungen in Graffiti und Urban Art sich soziologisch gefühlsecht diagnostizieren lässt?
Das wäre analog zum Bundesarmutsbericht die Erwartung, das die Bundesregierung sich einmal mit der Lebensrealität der Betroffenen über die 5 Euro Grenze hinaus ausseinandergesetzt hat!
Denn Bücher jsind leider nur so sozial und soziologisch wie ihre Nutzer, synonym zu Graffiti.
Vielleicht magst Du den, an den Lebenshintergründen der Künstler, Interessierten (me) Lektüre vorschlagen?
@Byte: Was klassisches Graffiti angeht, empfehle ich als Lektüre diesen Klassiker:
http://www.amazon.de/Odem-The-Eine-Jugend-Graffiti-Szene/dp/3896028383
Lieber Byte,
was ich erwartet habe? Das jemand, der einen Vortrag hält, auch weiss wovon er spricht! oh, mann, echt unbeschreiblich dieser vortrag. dazu hätte man dabei sein müssen ... das war ein masacker der inhaltlichen verirrung und fehlfeststellungen nicht nur bezogen aufs thema sondern auch aus sozialer sicht.
Ich empfehle eine Dose zu nehmen, es selbst zu probieren und mit den Leuten vor Ort ins Gespräch zu kommen, kein buch.
@nein, ich habe nicht geschockt. wollte da einfach nur weg. es war für mich unmöglich einen einstieg zur korrektur zu finden.(zu viele) da hätte man bei der erziehung zum sozialen verständnisses beim vortragenden anfangen müssen, dessen grundlagen ausschliesslich bei der kunst aus obere und untere gesellschaft bestand, oder angelesen war.
@supermanuel
sehr witzig....
Nach meiner letzten privaten Selbstreflektion via Graffiti mit der Erkenntnis, das meine Trennung von Image und Existenz wie ein Loch in der Wand ist, das Flocatis anzieht, überlasse ich die Transformation metaphysischer Betrachtungspotentiale in der Street Art vorzugsweise weniger linguistisch Fixierten.
Meine Neusprechanlage muss wohl organisch sein: Mein Sprachzentrum scheint anabole Hormone zu produzieren, die bislang noch jede kompetetive Mauer durch farbliche Akzentuierung dekonstruierten.
Außerdem ist, wie Du bereits feststellen musstest, direkter Kontakt nicht unbedingt eine Rezeptionserleichterung, die psychotrope Wirkung des Graffiti ist sicherlich auch durch die Halluzinogenität der Sprühlacke bedingt. Zur Bereinigung dieser interpersonal bedingten Transferbarrieren eignet sich die Offenheit des Papiers hervorragend.