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In unserem Kurzfilm der Woche geht es um eine Außenseiterin mit Technik-Begabung

Dorothea Winter

Der Kurzfilm "Ruby" ist Gewinner des Deutschen Jugendfilmpreis 2017. Es geht um die Außenseiterin Ruby, die Computer lieber mag als Menschen. Und sie liebt ihr Nerd-Dasein. Sehr erfrischend dabei: Die Unterscheidung von Außenseitern und Mobbing.

Die Handlung

Ruby mag ihr Dasein als Nerd und dass sie von Mitschülern, Lehrern und Mitmenschen in Ruhe gelassen wird. Ein Mitschüler bittet sie, sein Handy zu reparieren, was sie gerne macht. Da bekommt sie die Idee, sich in sein Handy einzuhacken. Sie beginnt damit, alle seine Nachrichten zu lesen und aktuelle Chats mitzuverfolgen. Erstmals hat sie – auch wenn nur passiv – Teil an dem sozialen Schulleben.

Doch irgendwann reicht ihr das nicht mehr und sie wird aktiv. Sie beginnt, Nachrichten und geteilte Videos und Bilder zu versenden. So bringt sie Beziehungen und Freundschaften andere Schüler komplett durcheinander. Ruby, die Außenseiterin mobbt. Und ihre Handlung trägt Früchte. Doch die Quintessenz am Ende ist anders, als erwartet.



Der Background

Der Film wurde unter der Leitung von Amon Ritz von 17 Schülerinnen und Schülern des Albert-Einstein-Gymnasiums München.

Der Kurzfilm entstand in eigenverantwortlicher Arbeit und zeichnet ein facettenreiches Bild eines Mädchens, das sich an ihr Außenseiterdasein gewöhnt hat und nun plötzlich das Leben anderer bestimmen kann. Dabei wird nicht einfach nur plump die Moralkeule geschwungen. Die Produzenten arbeiten mit eindrücklicher Bildsprache und talentierten jungen Schauspielern, die dem Film einen hohen Echtheitsfaktor verleihen.



"Herausragendes Schauspiel, technische Perfektion und eine professionelle filmische Haltung lassen nur eine Diagnose zu: schwer preisverdächtig. Die Filmgruppe erhält den Förderpreis des Staatsminister für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, Dr. Ludwig Spaenle. Themen wie Mobbing in der Schule, Cybermobbing, ein System, das außer Balance gerät und Selbstfindung werden in diesem Hacker–Genrefilm angeschnitten. Gerne hätten wir alles ein bisschen ausführlicher erzählt – aber es ist eben ein Kurzfilm", lobt die Jury des Bayrischen Kinder und Jugend Festivals.

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