In the belly of the city: So wars bei der Vorpremiere zum ARTE-Film über den Münstermarkt

Julia Littmann

Barcelona, Florenz, Riga: Nur die schönsten Märkte Europas haben es in die ARTE-Dokumentation "In the belly of the City" geschafft. Auch dabei: Freiburgs Münstermarkt, dessen Folge am 19. Juli ausgestrahlt wird. Darin zu sehen: Stefans Käsekuchen, Frosts Essig und Harrys Peschto!



Irgendwie fühlt sich Ingo Behring an die guten alten Western erinnert, wenn er den neuen Arte-Film über den Freiburger Münstermarkt anschaut. Ingo Behringer und Mark Klotz haben mit ihrer Freiburger Produktionsfirma Behring Film & Klotz Media viel dafür getan, dass dieser großartige Film realisiert werden konnte. Sie nämlich waren das geballte Knowhow vor Ort, erklärt der italienische Regisseur Stefano Tealdi von der Turiner Stefilm-Produktionsfirma. Zu einer Vorpremiere vier Wochen vor der Fernsehausstrahlung auf Arte hatte die Freiburg Wirtschaft Tourismus und Messe GmbH ins Historische Kaufhaus eingeladen. Dort sahen rund zweihundert Gäste tatsächlich mehr als einen nüchternen Dokumentarfilm. Markt und Hinterland, Stände und Felder, Rebhänge, Wälder, Obstwiesen – Kulturlandschaft mit der Drohne gefilmt vom Freiburger Felix Hosenseidl: Heimat, so weit das Auge reicht. Und solche Weite.


Dann wieder der Münstermarkt, vielfarbig, lebhaft, bildschön. Amicabile, nennt ihn Stefano Tealdi, freundlich. Und gleich kommt er auf die Protagonisten dieser 53 Filmminuten zu sprechen: Es sind die Menschen, die ihn interessieren. Für eine Serie über die schönsten Märkte Europas hat er in Deutschland diesen einen ausgesucht, neben Florenz, Barcelona, Toulouse, Riga und Zagreb. Da reiht sich Freiburg prima ein, findet FWTM-Chef Bernd Dallmann – und alle fühlen sich irgendwie mitgemeint in diesem Stolz.



Zur Vorpremiere mit den Filmschaffenden sind nämlich auch etliche der Marktleute gekommen. Ein bisschen beklommen zunächst. Und sichtlich erleichtert, als sich zeigt: Die Sache mit dem Western stimmt nur ein bisschen. Stefano Tealdi hat zwar eine kultige Filmdramaturgie erdacht, ein leinwandtaugliches Format gefilmt, aber westernwild geht’s hier nicht zu. Dieser Marktfilm hat den Blick aufs Ganze, die Liebe zu den Menschen, zu ihrer Arbeit, zur Schwarzwaldforelle und quietschend frischem Spargel, zu Bärlauch und langer Roter, kalt geräuchertem Schinken, gut gerührtem Käsekuchen und selbsterdachtem Marmeladenmix, alles super getroffen.

Ein bisschen erröten die, die auf roten samtgepolsterten Stühlen sich selbst da vorne riesig auf der Leinwand sehen. Stefano Tealdi hat sie wunderbar erfasst in kleinen, spannenden, lebensklugen Portraits. Kunden, Marktmeister, Bauern, Händler, Touristen. Hier, sagt Tealdi, gehen alle gut miteinander um, das fällt auf. Und der Film, der davon erzählt, ist schon in 24 Länder verkauft. Aber erst, nachdem er am 19. Juli auf Arte ausgestrahlt wurde, wird er auch auf DVD zu haben sein. Dann nicht mehr in der 45-Minuten-Fernsehversion, sondern im 53-minütigen Director’s cut. Viel Applaus!

Im Film zu sehen sind außerdem folgende Marktmenschen:
  • Wilfried Hiss,  Gemüse
  • Silvia Burggraf,  Spargel
  • Gerhard Bühler, Forellen
  • Harry Schröder,  Peschto
  • Paula Bürklin, Gemüse
  • Wolfgang Heck, Tofu-Stand
  • Metzger Ulrich Reichenbach, Schinken
  • Bettina Schumann, Winzerin
  • Marktmeister Walter Drayer
  • Thomas Konstanzer, Beeren
  • Karl-Heinz-Kury, Beeren
  • Ireneus Frost, Essig & Senf
  • Stefan Linder, Käsekuchen
   

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