Hanf

In Opfingen soll ein Hanffeld-Labyrinth zum Nachdenken anregen

Christoph Giese

Der Verein Eine Welt Forum hat in Opfingen ein Labyrinth samt Bildungsparcours aufgebaut, gefördert wird das Projekt von der Badenova. Ziel dahinter ist das Nachdenken über ein nachhaltiges Leben.

Wie ist gutes Leben für alle, also weltweit möglich und welche Rolle spielt dabei die Natur? Wie beeinflusst jeder einzelne mit seinem Lebensstil andere? Wie ist ein nachhaltiges Leben möglich? Um auf diese Fragen Antworten zu finden, hat der Verein Eine Welt Forum ein Labyrinth samt Bildungsparcours in einem Hanffeld in Opfingen aufgebaut. Ab Sonntag soll der Parcours Besucher zum Nachdenken anregen und Hilfestellung zu einem nachhaltigeren und bewussteren Leben bieten. Der Badenova Innovationsfonds fördert das Projekt mit 74 000 Euro.


"Unser Ziel ist es, Menschen anzuschubsen und Probleme aufzuzeigen, aber auch Lösungen und Auswege anzubieten" Jonas Bauschert

"Unser Ziel ist es, Menschen anzuschubsen und Probleme aufzuzeigen, aber auch Lösungen und Auswege anzubieten", führt Jonas Bauschert vom Eine Welt Forum aus. Gemeinsam mit Laura Becker entwickelt und koordiniert er das Bildungsprojekt. In das drei Hektar große Feld wurden Wege von insgesamt drei Kilometern Länge gelegt. Im Labyrinth befinden sich sieben Stationen mit Informationstafeln, an denen Besucher mit der Frage nach dem guten Leben beschäftigen können.

Hanf als Nutzpflanze ist ein wahrer Wunderrohstoff. Gabriele Plappert vom Lernort Kunzenhof erklärt: "Hanf ist die Nutzpflanze des 21. Jahrhunderts. Sie könnte unsere großen Umweltprobleme lösen." Zum einen sei der Hanf auf vielerlei Art zu verwerten, etwa zu Textilherstellung, zur Gewinnung von Hanföl oder gar als Baustoff. Zum anderen habe die Pflanze selbst einen sehr positiven Effekt. Beispielsweise binde die gleiche Biomasse Hanf etwa viermal mehr CO2 als Bäume.

Pflanze wirken sich positiv auf den Boden aus

Zudem wirke sich die Pflanze positiv auf den Boden aus und während des Anbaus sei kein Einsatz von Pestiziden notwendig. "Wenn wir Abnehmer hätten, würde ich nur Hanf pflanzen", sagt Landwirt Erwin Wagner, der sein Feld für das Labyrinth zur Verfügung stellt. Eine Industrie gebe es für den Hanf bislang aber kaum. Den Anbau musste der Landwirt beantragen, ohne offizielle Erlaubnis wäre das nicht möglich. Als Droge taugt die Nutzpflanze übrigens nicht: Der THC-Gehalt ist nur sehr gering.

Die Pflanze wurde von den Projektentwicklern nicht zufällig gewählt. "Da sich das Konzept um Nachhaltigkeit und die Welt als Ganzes dreht, sollte es auch eine nachhaltige Pflanze sein", begründet Laura Becker die Wahl. Der Hanf steht mit seinen vielen positiven Eigenschaften als Symbol für das gute Leben. "Wir möchten die Pflanze mit der Thematik des guten Lebens für alle verbinden", erklärt Jonas Bauschert.

Labyrinth als Symbol

Auch das Labyrinth selbst ist ein Symbol: Es soll zeigen, dass man nicht immer gleich richtigen Weg findet, sondern auch manchmal in einer Sackgasse landet. Dort kann man seinen Weg überdenken und eine andere Richtung einschlagen. Bevor die Teilnehmer durch das Labyrinth gehen, erhalten sie eine Einführung zum Thema, anschließend dürfen sie auf eigene Faust den Irrgarten erkunden.

Richard Tuth von Badenova beschreibt das Projekt als einzigartig: "Hier wird eine sehr charmante Art von Umweltbildung angeboten." Daher entschied sich der Badenova Innovationsfonds Klima- und Wasserschutz dazu, das Projekt zu fördern.

Ausschlaggebend seien der Klimaschutzauftrag, die thematische Anleitung während des Besuchs sowie das nachhaltige Konzept: im Herbst wird der Hanf geerntet. Noch sind die Pflanzen an den höchsten Stellen erst eineinhalb Meter hoch, die Veranstalter gehen jedoch davon aus, dass der Hanf, der bis zu vier Meter hoch werden kann, in den kommenden Wochen eine Höhe von etwa zweieinhalb bis drei Metern erreicht.
Info

Hanflabyrinth, Opfingen, Waldmösle 2; Öffnungszeiten: 23. Juni bis 7. Juli freitags bis sonntags ab 11 Uhr bis Sonnenuntergang; 12. Juli bis 22. September täglich ab 11 Uhr bis Sonnenuntergang. Preise: Erwachsene 5 Euro, Kinder und Jugendliche 4 Euro