In meiner Plattentasche: //suibheallan im White Rabbit

Bernhard Amelung

Durch Wurmlöcher rasen und mit Hi-Hats swingen kann man am Samstag auf der Deep Station im White Rabbit. Zur Techno-Ausgabe hat sich Kollektiv B den Basler //suibheallan eingeladen. Welche Platte er immer wieder in seiner Tasche hat und doch nicht spielt, bei welchem Stück er das Mischpult verlässt und selber tanzt:



Mit welchem Track beginnst du am Samstag dein DJ-Set?

Cio D’or - Ur. Zu Beginn ein Track, der Spuren hinterlässt, welche man später wieder aufnehmen kann. Wie Fäden, die man zurückgelassen hat um den Rückweg zu finden. Im Englischen gibts noch den schönen Ausdruck ‘setting the tone’. Ur von Cio D’or ist so ein Track: Wärme, Fülle, Melancholie, Steigerung, Zusammenbruch. Grossartig.



Was ist die perfekte Platte für ein Warm-up?

Kommt natürlich völlig auf das Set an, das ich spielen möchte beziehungsweise für wen ich wann das Warm Up mache. Wenn es darum geht das Tempo zu ändern und ne Überleitung zu machen, spiele ich zum Beispiel etwas wie Silhouette von Delta Funktionen, gerne auch langsamer als vorgesehen. Der Track hat sehr viel Groove - ein Arschtritt für die Tanzfläche - und lenkt die Aufmerksamkeit auf den nachfolgenden DJ oder die nächste Phase des Sets.



Welche Platte darf der Disc Jockey vor dir auf keinen Fall spielen?

Gibts eigentlich nicht. Am ehesten noch Platten von Korridor, da die sehr schwer zu mixen sind und ich das dann lieber selbst verbocken möchte



Welche Platte hast du immer dabei, hast sie aber noch nie gespielt?

Hokusai - Jade. Mein liebster Source Direct Track, habe es aber bisher nie geschafft ihn zu spielen. Er strahlt eine unglaubliche Ruhe aus und dementsprechend möchte ich ihn auch immer in ruhigeren Parts spielen, dafür ist er aber eigentlich zu schnell. So schnell, dass die +/-8 Range der Technics meist nicht ausreicht, um einen nahtlosen Übergang zu machen.



Welche Platte spielst du in allen deinen DJ-Sets?

Keine. Die Rhythm Method Disc Vol. 2 von Mosaic Records nehme ich allerdings immer mit, wenn sie mir beim Packen in die Hände fällt. Und ist sie ersma in der Tasche, spiel ich sie meist auch. Klarer Fall von Joker!



Welche Platte bringt den Club am Samstag zum Ausrasten?

Es fiel mir schwer hier eine raus zu picken, weil der Kontext, in dem eine Platte gespielt wird, mindestens genauso wichtig ist wie der Track selbst. Habe mich dann für eine Platte entschieden, die so gut wie immer funktioniert. Function’s ‘Burn’ auf Sandwell District, einer meiner liebsten Dave Sumner Tracks. Schön viel Swing auf den Hi Hats, ein ‘Wurmloch’ das durch den Track mäandert, die unvermeidlichen Claps und ganz viel Atmosphäre. Die löse ich danach gerne mit einem Breakbeat auf.



Bei welchem Track verlässt du das DJ-Pult und tanzt selbst?

Donato Dozzy - Gol.

Die erste Platte, die ich meiner Freundin Marie geschenkt habe und definitiv der Track für den ich das Pult verlassen würde, um mit ihr zu tanzen.



Welches ist dein liebster Guilty Pleasure-Song?

Irgendwie mag diesen Track niemand und mir wird er ab etwa der Hälfte ehrlich gesagt auch peinlich. Nicht nur wegen Jason Derulo.



Welche Platte würdest du gerne spielen, traust dich aber nicht?

Gibts eigentlich nicht. Ein Track, den ich in House Sets schön öfter spielen wollte, dann aber doch wieder zurück gesteckt habe ist Luke Solomon & Justin Harris’ '2 Please U’ im Vocal Mix. Irgendwie passt der nie.



Welche Platte spielst du, wenn das Licht im Club angeht?

Moral - Dance of the Dolls. Erst kürzlich dank Chris Hobson aka Chris SSG entdeckt. Besser kann man nen Club nicht nach Hause schicken!



Mehr dazu:



Was: Deep Station w/ Kollektiv B, //suibheallan
Wann: Samstag, 2. April 2016, 23 Uhr
Wo: White Rabbit