In meiner Plattentasche: Guyus im Südufer

Bernhard Amelung

Guyus ist Zürichs Bassmusik-Mäzen. Als einer der ersten Veranstalter hat er Dubstep, Footwork oder Juke auf seinen Partys eine Plattform geboten. Als DJ mischt er diese Genre mit Dub, Jungle und Techno - an diesem Samstag im Südufer



Mit welchem Track beginnst du am Samstag dein DJ-Set?

In letzter Zeit fange ich meine Sets oft mit einem dieser „Weightless“ Tracks an. So nennen Logos und Mumdance ihren Sound, der sich am besten als basslastige und irgendwie rhythmische Ambient-Musik beschreiben lässt, die trotz fehlender Beats einfach in den Klub hinein gehört.
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Was ist die perfekte Platte für ein Warm-up?

Ich spiele Warmups oft zwischen 120 und 130 BPM, darunter viel UK Funky und neuerdings auch immer mehr Gqom: überaus finsterer und perkussiver House aus Durban, Südafrika. Bin erst kürzlich auf den Sound gestossen und bin begeistert. Bin gespannt was alles noch aus Durban kommt!



Welche Platte darf der Disc Jockey vor dir auf keinen Fall spielen?

Zum Beispiel den Track hier. Ein unsägliches Kapitel der Dubstep-Geschichte. Gehört irgendwo weggesperrt und tief vergraben. Ohne mir viel zu überlegen habe ich mir die Platte damals sogar gekauft, und sie fängt seither Staub in meinem Keller.



Welche Platte hast du immer dabei, hast sie aber noch nie gespielt?

Das ist mit Sicherheit einer meiner Lieblingsreleases aus 2015, erschienen auf dem Label Berceuse Heroique. Ein ziemlich heftiger Track, aber mit einem schönen Flow. Habe die Platte wirklich immer dabei, aber bis jetzt noch nicht gespielt. Weshalb weiss ich eigentlich gar nicht.



Welche Platte spielst du in allen deinen DJ-Sets?

Ich bin seit längerem ein grosser Fan von Wiley und Zomby, und spiele Tracks von beiden Künstlern in fast jedem Set. Der Track hier ist letztes Jahr erschienen, und kombiniert Zomby’s 8-Bit Sound mit Wiley’s unverwechselbarem Flow. Besser geht es kaum. 



Welche Platte bringt den Club am Samstag zum Ausrasten?

Hoffentlich mit dem Track hier: Ein grossartiger Remix vom Bassmusik-Meister Kahn. Dancehall mit einem Hauch von Drum&Bass und arabischer Volksmusik. Ich weiss nicht, wie oft ich den Track schon gehört hab, aber er haut mich immer noch jedes mal um.



Bei welchem Track verlässt du das DJ-Pult und tanzt selbst?

Kann gut sein, dass ich zu später Stunde eine kleine Footwork-Session hinlege, darunter zum Beispiel „Off That Loud“ von DJ Spinn. Ein schöner Track, der auf 160 BPM einfach so dahinschwebt. Das Video zum Track lohnt sich übrigens auch!



Welches ist dein liebster Guilty Pleasure-Song?

Unglaublich kitschig, aber einfach nur gut: Clubsound mit Zuckerguss von Mssingno. Ein Freund von mir nannte sie mal die „Hello Kitty-Platte“, was es ziemlich gut trifft. Ich würde die Platte jetzt nie spielen, aber muss ehrlich zugeben dass sie mir richtig gut gefällt.



Welche Platte würdest du gerne spielen, traust dich aber nicht?

Der Titel sagt es schon: “upps, zu hart” frei übersetzt aus dem Holländischen. Ziemlich abgedrehter Karneval-Sound aus Rotterdam. Leider hab ich noch nie den passenden Moment erwischt, die Platte zu spielen.

 

Welche Platte spielst du, wenn das Licht im Club angeht?

Moresound’s „The Outer Spaces“ EP hat mich umgehauen. Ein dubbiges Hiphop- und Halftempo-Drum’n’Bass album mit einer unglaublichen coolness. Passt gut, um den Abend abzuschliessen.



Mehr dazu:



Was: Ufer w/ Guyus & Nord
Wann: Samstag, 12. März 2016, 23 Uhr
Wo: Südufer
[Foto: Guyus/Promo]