In meiner Plattentasche: DJ Belle im Ruefetto

Bernhard Amelung

Indiepop, Elektropop, Elektro. Lo-Fi-Sounds mit hoher Energiedichte: Das sind die Genre, aus denen Popsociety-Macher Christian Beller alias DJ Belle seine Sets aufbaut. Am Samstag spielt er als Gast beim Ahoii Club im Ruefetto. Mit fudder hat er zuvor über Lieblingsplatten und heimliche Lieblinge gesprochen.



Mit welchem Song beginnst Du am Samstag Dein DJ-Set?

Das entscheide ich wie immer ganz spontan. Im Grunde kann das so ziemlich alles sein, was ich mitgenommen habe. Oft lege ich zu Beginn Platten auf, die ich gerade erst gekauft habe. Es ist also gut möglich, dass ich am Samstag mit einem Song vom neuen Panda Bear Album starte, z.B. „Boys Latin“. Häufig fange ich aber auch mit ruhigen Songs an, die ich zu späterer Stunde nicht mehr spielen kann, sowas wie „Color Decay“ von Júníus Meyvant.
 

Was ist die perfekte Platte für ein Warm-up?

Zur Einstimmung spiele ich am liebsten Neuentdeckungen der letzten Wochen und Monate. Tendenziell eher locker beschwingte Electro- und Indiepop-Nummern wie „Heavy Crown“ von Y.O.U, „Fiona Coyne“ von Saint Pepsi oder „Big Shots“ von Pearls.
 

Welche Platte darf der Disc Jockey vor Dir auf keinen Fall spielen?

Bei der Pop Society lege ich fast immer alleine auf und selbst nach über 8 Stunden hinter dem DJ-Pult bleiben noch viel zuviele Songs übrig, die ich gerne gespielt hätte. Bei mehreren DJs kann natürlich auch jeder auflegen was er/sie will.

Welche Platte hast Du immer dabei, hast sie aber noch nie gespielt?

Keine Platte ist immer dabei, aber es gibt bestimmt einige Platten, die schon oft dabei waren, aber nicht gespielt wurden. Spontan fällt mir beispielsweise die letzte Platte von Moderat ein, aber vielleicht komme ich ja am Samstag endlich dazu einen Song davon aufzulegen.

Welche Platte spielst Du in allen Deinen DJ-Sets?

Keine. Ich will möglichst wenig wiederholen, aber natürlich gibt es auch unendlich viele Klassiker, die man immer wieder auflegen kann und einige Songs, von denen ich über einen längere Zeitraum nicht genug bekommen kann. Im letzten Jahr war beispielsweise das William Onyeabor Remixalbum unverzichtbar für mich.
 

Welche Platte bringt den Club am Samstag zum Ausrasten?

Das kommt selbstverständlich ganz auf das Publikum an, aber aktuelle Indiehits wie „Seasons (Waiting On You)“ von Future Islands, „Close Your Eyes (And Count To Fuck)“ von Run The Jewels oder „Happy Idiot“ von TV On The Radio gehen natürlich immer. „Why“ von MAS YSA kam die letzten Male auch sehr gut an.
 

Bei welchem Song verlässt Du das DJ-Pult und tanzt selbst?

Belle & Sebastian - Enter Sylvia Plath. Noch mehr Disco als bei "The Party Line", der ersten Single vom neuen B&S Album und der Song ist lang genug um das Pult für ein paar Minuten zu verlassen.

 

Welches ist Dein liebster Guilty Pleasure-Song?

Wenn ich auf 2014 zurückblicke würde ich am ehesten "Rather Be" von Clean Bandit als Guilty Pleasure für mich einstufen.



Welche Platte würdest Du gerne spielen, traust Dich aber nicht?

Wenn ich eine Platte nicht spiele, dann bestimmt nicht, weil ich mich nicht trauen würde.

Welche Platte spielst Du, wenn das Licht im Club angeht?

Welche Platte sich auf dem Teller dreht, sehe ich wenn das Licht angeht. Und danach kommt garantiert auch noch der ein oder andere Rausschmeißer.

Mehr dazu:

Was: Ahoii Club meets Pop Society w/ DJ Belle, Käptn Hässler, Captain Cook.
Wann: Samstag, 10. Januar 2015, 23 Uhr.
Wo: Ruefetto.