In jeder Hose steckt ein kleiner Japaner

Lorenz Bockisch

Unter den weltmarktbeherrschenden Firmen gibt es nicht nur große böse Heuschrecken, die Immobilien, Software, Aktien oder Autos verkaufen, sondern auch kleinere Firmen, die kleine Dinge herstellen, ein weltweites Beinahe-Monopol erringen und dabei eher unbekannt bleiben. Oder wer kennt schon Yoshida Kogyo Kabushikigaisha?

Yoshida Kogyo Kabushikigaisha ist kein neuer Global Player aus Südkorea, der noch billigere Autos baut, sondern ein über 70 Jahre altes japanisches Unternehmen, das sein Geld mit Kurzwaren verdient. Ein Herr Tadao Yoshida hatte in den 30er Jahren diese Firma gegründet und später in eine Kapitalgesellschaft mit beschränkter Haftung (in etwa die sinngemäße Übersetzung für Kabushikigaisha) umgewandelt. Innerhalb der nächsten Jahrzehnte wuchs der Laden – auch durch Übernahmen von Konkurrenten – zum weltweit führenden Hersteller.


Dass die Firma nicht allzu bekannt ist, liegt sicher auch an ihrem Namen Yoshida Kogyo Kabushikigaisha, der nicht so einprägsam ist wie Sony, Toyota oder der anderer japanischer Industriegrößen von Weltruf. Und auch das Produkt, das die Firma herstellt, wird normalerweise deutlich dezenter getragen als ein Auto oder ein Walkman.

Die Rede ist von der über 100 Jahre alten, aber für die Bekleidungsindustrie immer noch unverzichtbaren Erfindung des Reißverschlusses. Yoshida Kogyo Kabushikigaisha ist bei diesen praktischen Verschlüssen für Hosen und Röcke mit fast 80% weltweit markbeherrschend. Und wer (möglichst unauffällig) an sich hinab schaut, wird sehr wahrscheinlich auch an seinem Hosenstall ein kleines Stück Metall hängen sehen, auf dem YKK eingeprägt ist.