Entscheidung

In Freiburg wird es kein Draußen-Public-Viewing zur Fußball-WM geben

Joachim Röderer

Bei der Fußball-WM im Sommer wird es in Freiburg kein großes Public Viewing im Freien geben. Das hat die Stadtverwaltung abgelehnt. Stattdessen werden die deutschen Spiele in der Messe gezeigt.

Die Messe Freiburg arbeitet daran, in Public Viewing in der Sick-Arena auf die Beine zu stellen. "Bis in zwei Wochen können wir da mehr sagen", meint Messe-Geschäftsführer Daniel Strowitzki. Er geht Stand heute davon aus, dass sich die Pläne umsetzen lassen.

"Wir sehen die WM dieses Jahr als Probelauf für 2022. Und da wird es ganz sicher kein Public Viewing im Freien geben." Dirk Strowitzki, Messe Freiburg
Das Public Viewing in der Sick-Arena könnte Platz für 2000 bis 4500 Besucherinnen und Besucher bieten, sagt Messechef Strowitzki. Gezeigt werden sollen nur die Spiele der deutschen Nationalelf. Aufziehen will die Messe die Veranstaltung als Familienevent. "Wir sehen die WM dieses Jahr als Probelauf für 2022", so Strowitzki. Dann findet die Weltmeisterschaft nämlich in Katar statt – und zwar im November und Dezember: "Und da wird es ganz sicher kein Public Viewing im Freien geben."

Dabei hätte es dieses Jahr bei der WM in Russland in Freiburg eigentlich noch einmal eine Outdoor-Variante fürs gemeinsame Schauen geben können. Denn: Die Unternehmen Karo-Events aus Teningen und CDS Sicherheitsdienste GmbH mit Sitz in Bötzingen wollten wie zur WM 2014 und zur EM 2016 wieder ein Public Viewing ausrichten. Geplant als Standort war der VIP-Parkplatz am Eisstadion in der Ensisheimer Straße im Stadtteil Mooswald. Übertragen werden sollten auch hier wieder nur die Spiele der deutschen Mannschaft – also im besten Fall sieben Matches innerhalb von vier Wochen.



Die Stadtverwaltung hat einen entsprechenden Antrag nun abgelehnt. "Wir bedauern das sehr und sind frustriert", sagt Christoph Römmler von Karo-Events. "Es hat anders als bei den früheren Public Viewings keine Ämterrunde im Rathaus gegeben und noch nicht einmal ein einziges persönliches Gespräch", berichtet Römmler.

Die Sponsoren standen bereit

Die Veranstalter Karo-Events und CDS hatten für ihre Idee mit Badenova und Rothaus zwei große Sponsoren mit an Bord. Und sie hatten mit dem EHC Freiburg einen Partner, der das Vorhaben unterstützt habe. "Es war eine perfekte Location mit perfekter Infrastruktur", so Römmler. Auf dem Areal hätten rund 3000 Fans Platz gefunden. Damit wäre das 2018er-Public Viewing einige Nummern kleiner geworden als die Vorgänger-Veranstaltungen. Zur Erinnerung: Bei der WM 2014 waren bis zu 15 000 Fans aufs Strabag-Gelände gekommen. "Auch damals hatte es bei den Behörden im Vorfeld viele Bedenken gegeben, doch die konnten wir alle ausräumen", erinnert sich Römmler.

"Niemand schaut sich Spiele drinnen an." Christoph Römmler, Karo-Events
Bei der Euro 2016 stand die Großleinwand für die Fußball-Übertragungen an der Messe Freiburg. Das Messegelände hatten die Veranstalter bereits wieder reserviert. Sie waren aber davon zurückgetreten, weil im Sommer diverse Openairs an der Messe stattfinden sollen. Die Messeverwaltung habe dann fürs Public Viewing den Messe-Parkplatz angeboten. Das habe man abgelehnt, so Römmler: "Wir hätten nach jedem übertragenen Spiel wieder abbauen müssen." Auch den Vorschlag, in die Messehalle hineinzugehen, konnte man nicht annehmen. Das wäre unwirtschaftlich gewesen: "Niemand schaut sich Spiele drinnen an," so Römmlers Überzeugung.

Probelauf für die Winter-WM 2022

Abgelehnt habe die Stadtverwaltung den Antrag für den EHC-Parkplatz zunächst mit Hinweis auf Anwohner- und Lärmschutz, sagt der Karo-Events-Chef. Allerdings: Der Gesetzgeber hat für die WM die Lärmvorgaben gelockert. Und zudem beginnt kein Spiel nach 20 Uhr. Später habe die Stadt auf Nachfrage dann mitgeteilt, dass das Areal insgesamt nicht geeignet wäre. "Es ist schade, dass die Fußballstadt Freiburg nun kein Public Viewing hat", lautet das Fazit von Römmler. Nach weiteren möglichen Standorten will er nicht suchen. Schon im Vorfeld seien etliche Locations geprüft und aussortiert worden.

Keine Großleinwand mehr im Mensagarten

Klar ist auch, dass auch das zweitgrößte Freiburger Draußen-Public-Viewing 2018 nicht mehr angeboten wird. Das Studierendenwerk wird anders als bei den letzten Weltmeisterschaften die Spiele nicht mehr im Mensagarten an der Rempartstraße übertragen. Der Grund: Die Gema-Kosten seien hoch zu gewesen, so die Auskunft. Dafür wird Fußball drinnen in der Mensabar gezeigt. Und zwar jedes Spiel.

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