Freiburger Messe

In Freiburg startet 2018 eine neue Open-Air-Konzert-Reihe

Heidi Ossenberg & Peter Disch

In Freiburg wird ab kommendem Jahr eine mehrmonatige Freilicht-Konzertreihe für bis zu 10.000 Zuschauer veranstaltet. Der erste Act ist auch schon bekannt: die Kelly Family.

In Freiburg wird im kommenden Jahr eine mehrmonatige Freilicht-Konzertreihe für bis zu 10 000 Zuschauer installiert: Jeweils im Juni baut Vaddi Concerts eine Bühne auf dem Messe-Gelände auf, die bis in den August hinein stehen bleibt. Für 2018 sind dort acht Konzerte geplant – von hochrangigen nationalen und internationalen Künstlern. Am Donnerstag gab die Agentur den ersten Act bekannt: Die Kelly Family spielt am 11. August auf der Fürstenberg Freilichtbühne.


Vaddi Concerts Geschäftsführer Marc Oßwald sagte der BZ, er sehe das Vorhaben, das bereits seit einigen Jahren mit den Messe-Verantwortlichen diskutiert werde, als "Erweiterung im Sommerangebot". Man sei in den Planungen für 2018 "sehr, sehr weit", könne aber noch keine weiteren Namen nennen. Freiburg habe "in jedem Fall Potenzial", um Künstler einzuladen, die 5000 bis 10 000 Menschen sehen wollten.

Keine Sorgen ums ZMF

Eine Konkurrenz zum Zelt-Musik-Festival (ZMF), das ebenfalls von Oßwald als Geschäftsführer verantwortet wird, sieht er nicht. Ein ZMF-Konzert können maximal 2800 Zuschauer hören. Auch sorgt Oßwald sich nicht ums Publikum. "Natürlich befinden wir uns im Wettbewerb beim Freizeitverhalten", sagte er. "Ich glaube aber nicht, dass die Menschen am Anfang des Jahres überlegen, wie viele Geld sie für Konzerte ausgeben."

Vaddi Concerts sieht sich bei der Fürstenberg Freilichtbühne auch als Ermöglicher: "Wir vermieten gerne die Infrastruktur, wenn jemand anders mit einer guten Idee kommt", sagte Oßwald. Man werde das Gelände, das sich für Großereignisse optimal eigne, auch noch "verschönern und aufwerten", versprach er. So könne man durch Bäume oder Zelte schattige Plätze schaffen, auch Lounge-Bereiche würden eingerichtet. Bei vorhergesagten Unwettern gäbe es die Möglichkeit, Konzerte in die Halle 2 der Messe zu verlegen – diese fasst seinen Angaben zufolge rund 9000 Zuschauer.

Bekanntere Bands sollen kommen

Für das Publikum ist die neue Open-Air-Reihe eine gute Nachricht: Mehr Auswahl und die Aussicht auf noch bekanntere und populärere Bands und Musiker, als sie bisher in der Freiluftsaison in Südbaden zu sehen und zu hören waren. Denn große Namen kosten Geld. Gagen sind durch den immer härter werdenden Kampf um die begrenzte Zahl zugkräftiger Bands in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen – auch deshalb finden sich Formationen wie die Kelly Family nach Ewigkeiten wieder zusammen und verkaufen vom Start weg die größten Hallen aus.

Die Unkosten solcher Events wollen erwirtschaftet werden, vor allem durch den Verkauf von Eintrittskarten und Erträge aus der Gastronomie. Die gute Nachricht für das Publikum dürfte daher bei anderen Veranstaltern von Freiluftkonzerten und Festivals in der Region keine Begeisterung auslösen. Ob I EM Music und Sommersound in Schopfheim mit bis zu 4000 Besuchern oder das Stimmen-Festival, das maximal 5000 Menschen auf dem Lörracher Marktplatz unterbringt – keiner hat ähnliche Kapazitäten und Refinanzierungsmöglichkeiten wie Vaddi Concerts auf der Messe.

Verdrängungswettbewerb bei Livemusik

Livemusik ist ein Riesenmarkt. Trotzdem ist das Budget, das das Publikum für Karten ausgeben kann und will, nicht unbegrenzt. Jedes neue Angebot verschärft den Verdrängungswettbewerb. Wer das am Ende zu spüren bekommt, vielleicht sogar das ZMF, wird sich zeigen. Da kommt es natürlich auch auf die Programmpolitik an. Und die ist im Falle des Zeltspektakels am Mundenhof vielleicht sogar eine andere als die bei den Freiluftkonzerten in Freiburg, Emmendingen, Schopfheim und Lörrach.

Fest steht: Der Kampf um das Publikum in Südbaden wird härter als je zuvor. Zumal, wie zu hören ist, noch mehr Bewegung im Markt ist und 2018 noch mindestens ein großes Tagesevent die Qual der Wahl für das Publikum erhöhen wird. Und das besorgt sich die Karten für Konzerte, die erst im Sommer 2018 anstehen, bereits jetzt. Sonst würden die Veranstalter nicht so früh wie möglich in den Vorverkauf gehen.

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