Unfallstatistik

In Freiburg ist die Zahl der Fahrradunfälle erneut gestiegen

Joachim Röderer

Die Zahl der Unfälle in Freiburg ist laut Unfallbarometer der Polizei im Jahr 2018 leicht auf 6.594 gesunken. Erneut gab es jedoch mehr Fahrradunfälle. Und: Deutlich mehr E-Bike-Fahrer waren beteiligt.

Die Zahl der Verkehrsunfälle in Freiburg lag im Jahr 2018 leicht unter dem Level des Vorjahres. Um knapp 13 Prozent zugenommen hat jedoch die Zahl der Fahrradunfälle. 723 mal sind Fahrradfahrer verunglückt, 47 Unfälle mit Pedelecs – das sind Fahrräder mit Elektromotor – hat die Freiburger Verkehrspolizei registriert. Das entspricht einer Zunahme von rund 57 Prozent. Und es gab deutlich mehr Motorradunfälle als im Vorjahr.


Unfallbarometer zeigt nur wenige große Veränderungen

Polizeivizepräsident Matthias Zeiser und der Leitende Polizeidirektor Uwe Oldenburg stellten am Montag in einem Pressegespräch das Unfallbarometer 2018 vor. Dieses zeigt im Vergleich zum Vorjahr nur wenige große Veränderungen. Die Gesamtzahl der Unfälle auf den Freiburger Straßen ist von 6624 auf 6594 gesunken – trotz wachsender Bevölkerung und mehr Verkehr auf den Straßen. Es gab zwei Verkehrstote zu beklagen, einer weniger als im Vorjahr. Ein Motorradfahrer und ein Fußgänger sind im vergangenen Jahr ums Leben gekommen. 166 Schwerverletzte wurden gezählt, das sind zwei mehr als 2017. Stärker zugenommen hat die Zahl der Leichtverletzten – um 86 auf 1143.



Konstant blieb die Zahl der Unfälle mit Pkw – bei Lastwagen dagegen gab es ebenso eine Zunahme wie bei den Motorrädern, hier registrierte die Polizei 96 Unfälle, immerhin 20 Prozent mehr als noch 2017. Häufiger an Unfällen beteiligt waren Radfahrer und Fußgänger (plus 15,7 Prozent). Die Zusammenstöße, an denen E-Bikes beteiligt sind, nehmen zu: Immer mehr Fahrräder mit Elektroantrieb seien auf Freiburgs Straßen unterwegs.

Trotz der Zunahme der Radunfälle ist die Polizei sehr zufrieden mit den Investitionen der Stadt Freiburg in das Radwegenetz. Hier werde viel getan, sagt der Leitende Polizeidirektor Oldenburg. Was die neuen Radvorrangrouten und Schnelltrassen in der Stadt anbelange, werde die Polizei die Auswirkungen beobachten: "Wenn schnell gefahren wird, steigt natürlich immer auch das Unfallrisiko."

Zahl der Unfallfluchten steigt bereits zum dritten Mal

Im dritten Jahr in Folge haben die Verkehrsunfallfluchten zugenommen. 2018 zählte die Polizei 1952 Fälle. 87 Unfälle geschahen unter Alkoholeinfluss (Vorjahr: 86), vier unter Drogeneinfluss (3). Bei den Unfallursachen stellt die Polizei immer wieder fest, dass viele Beteiligte abgelenkt waren – durch den Blick aufs Handy. Das gelte für Autofahrer, aber oft auch für Fußgänger. Kontrollen haben laut Polizei zudem ergeben, dass ein gewisser Prozentsatz an Autofahrern ohne Sicherheitsgurt unterwegs ist: "Oft sind dann noch nicht einmal die Kinder im Auto angeschnallt – das können wir nicht verstehen", so Oldenburg.



Die Polizei versucht mit Präventionsarbeit das richtige Verhalten zu vermitteln – und hat südbadenweit in Verkehrsschulungen mehrere Tausend Kinder und Jugendliche für die tägliche Herausforderung auf den Straßen geschult, wie Erster Polizeihauptkommissar Bernhard Müller berichtete.