Feuerwehr

In Freiburg-Hochdorf haben in der Nacht auf Dienstag 13 Autos gebrannt

Simone Höhl

13 Fahrzeuge sind in der Nacht im Gewerbegebiet von Freiburg-Hochdorf in Flammen aufgegangen. Wie es dazu kommen konnte, ist bisher unklar. In dem Gebiet haben schon mehrfach Autos gebrannt.

13 Autowracks stehen am Dienstagmittag auf dem Platz an der Weißerlenstraße, einige auf nackten Felgen, darunter nur ein paar Drähte, die von den Reifen übrig geblieben sind. Viele der Fahrzeuge sind völlig ausgebrannt. In einem Ford-Kombi liegen noch etliche Felgen mit Reifen – alles hinüber.


Der Wagen sollte am Dienstag abgeholt werden, andere auch, "alles verkauft", sagt der Inhaber, der nicht mit Namen in die Zeitung will. Den Schaden schätzt er auf 30.000 bis 40.000 Euro. Die Autos sind für den Export bestimmt, sie haben kleine Schäden oder viele Kilometer, erklärt ein Nachbar. Auf dem großen Areal verkaufen mehrere Händler, die aus dem Libanon stammen, Gebrauchtwagen.

Vor zwei Jahren fingen die Vorfälle an

"Da treibt jemand sein Unwesen", wird auf dem Platz vermutet. Der betroffene Händler denkt nicht, dass es speziell ihm galt. Versichert ist er nicht. Über 20 Jahre sind manche schon auf dem Areal, nie gab es einen Vorfall, erklärt der 46-jährige Nachbar. "Erst vor zwei Jahren hat es angefangen." Da seien Privatautos auf der Straße angezündet worden, erzählen mehrere Männer auf dem Platz. Dann brannte im März die "Grill-Oase" auf dem Areal ab, das Feuer des Imbisses beschädigte auch mehrere Autos der Händler. Im April brannte ein Fahrzeug an einer anderen Ecke der langen Weißerlenstraße. Einen Verdacht hat der 46-Jährige nicht. Man müsse schauen, was sich in der Umgebung geändert hat, meint er, und abwarten, was die Polizeiermittlungen ergeben.

Ein Anrufer hatte in der Nacht auf Dienstag um kurz vor 1 Uhr die Feuerwehr unter der Notrufnummer Tel. 112 alarmiert: Pkw-Brand in der Weißerlenstraße im Freiburger Norden. Er sah den Schein von hohen Flammen. Die Feuerwehr rückte ins Gewerbegebiet Hochdorf aus. Als sie ankam, standen auf dem Gelände eines Gebrauchtwagenhändlers bereits 13 Fahrzeuge in Flammen, zehn brannten lichterloh, wie Thomas Philipp von der Freiburger Berufsfeuerwehr mitteilte.



40 Feuerwehrleute im Einsatz

Die bekämpfte das Feuer zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr Hochdorf und Unterstützung aus der Unterstadt und dem Stühlinger. Bei dem Großeinsatz waren 40 Feuerwehrleute im Einsatz – sechs Trupps mit schwerem Atemschutz, Löschschaum und Spezialgerät. "An einigen Fahrzeugen musste mit hydraulischem Spreizgerät Zugang zum Motorraum geschaffen werden, um den Brand zu bekämpfen", erklärte Philipp.

Seine Kollegen mussten Nachschub an Atemschutzausrüstung bringen. In Autos ist viel Kunststoff verbaut, erklärte Philipp Golecki, stellvertretender Leiter von Freiburgs Amt für Brand- und Katastrophenschutz. Dazu kommen Sprit, Öl, Batterien und Leichtmetalle. "Wenn Leichtmetalle brennen, wird’s richtig heftig", sagt Golecki. Ein Notarzt und ein Rettungswagenteam waren sicherheitshalber vor Ort. Nach etwa einer halben Stunde war der Brand gelöscht.

Die Polizei ermittelt. Den Schaden schätzt sie auf 25.000 Euro. Die Brandursache und die Schadenshöhe sind bisher unbekannt. Im Gewerbegebiet Hochdorf sind schon mehrfach Fahrzeuge in Flammen aufgegangen. Ende Mai brannte ein Reifen an einem geparkten Lastwagen, ein Passant schnappte sich den Feuerlöscher, der außen am Lastwagen befestigt war, löschte und verhinderte damit Schlimmeres. Am Reifen fand die Polizei eine Substanz. Sie vermuteten einen Grillanzünder und ermittelten wegen Brandstiftung.




Im vergangenen Jahr haben der Kriminalstatistik zufolge sechs Mal Fahrzeuge in Hochdorf gebrannt. Im August war zum Beispiel ein Transporter in Flammen aufgegangen und hatte nach einer Explosion zwei Autos beschädigt. Im Juni brannte ein Lastwagen samt Hänger, der Sachschaden belief sich auf 30.000 Euro. Aufgeklärt wurde bislang kein Fall. Bisher sah die Polizei keine Zusammenhänge zwischen den Bränden. Auch 2016 brannten Fahrzeuge: Im November ein Lastwagen im Gewerbegebiet und im August vier Wohnwagen auf dem Campingplatz am Silbersee – wie übrigens dieses Jahr auch schon.

Das spricht für einen Zusammenhang. "Momentan kann ich aus ermittlungstaktischen Gründen nichts sagen", sagt Polizeisprecherin Laura Riske. Die Ermittler seien dran. "Und natürlich wird es jedes Mal mit den alten Fällen abgeglichen." Einzelne Verdachtsmomente hätten schon ausgeschlossen werden können.

Die Polizei sucht Zeugen im aktuellen Fall. Sie können sich unter der Rufnummer 0761/ 882-5777 melden.