Start-Up

In Freiburg gibt es bald den ersten regionalen Haferdrink

Gina Kutkat

Unter dem Namen "Velike"steigt die Black Forest Nature GmbH, ein Start-up-Unternehmen der Molkerei Schwarzwaldmilch, in den Markt der veganen Produkte ein. Vier verschiedene Haferdinks soll es geben.

Der Trend

Schon seit ein paar Jahren nehmen pflanzliche Milchalternativen immer mehr Platz in den Supermarktregalen ein. Von Reis- über Mandel-, Hafer- und Kokosmilch – die Auswahl wird immer größer. Die Alternativen dürfen offiziell nicht den Namen "Milch" tragen, da diese laut einer EU-Verordnung aus Eutern kommen muss. Die "Drinks" sind einerseits für Veganerinnen und Veganer interessant oder für laktoseintolerante Menschen, werden aber auch von Vegetariern und Fleischessern konsumiert, da sie einen lieblichen Geschmack haben und laktosefrei sind.

Besonders beliebt ist Hafermilch, weil sie gut zu Kaffee passt und außerdem keine Laktose und kein Milcheiweiß enthält. Belegbare Zahlen zur Nachfrage gibt es aus Deutschland noch nicht, dafür eine Erfolgsgeschichte aus Schweden: Dort verdrängt die Marke "Oatly" mittlerweile gewöhnliche Milchprodukte aus den Kühlregalen und 60 Prozent der Schwedinnen und Schweden geben an, inzwischen regelmäßig pflanzliche Milchalternativen zu konsumieren.

Haferdrinks aus dem Schwarzwald

Es war also nur eine Frage der Zeit, bis regionale Firmen auf den Zug aufspringen. Die Schwarzwaldmilch aus Freiburg hat das Start-Up "Black Forest Nature GmbH" gegründet und vertreibt unter dessen Mantel die vegane Marke "Velike". Ab Frühjahr 2020 wird es vier verschiedene Haferdrinks geben, die aus Hafer aus dem Schwarzwald hergestellt werden. "Hafer hat ein positives Image", sagt Andreas Helm, Geschäftsführer der Start-Up-Firma. Außerdem wachse beispielsweise Soja nicht in den kalten Höhen des Schwarzwaldes, weswegen man sich für Hafer entschieden habe. "Unser Bioland Hafer wächst innerhalb der Schwarzwälder Naturparks." So sei Bioqualität und Regionalität gewährleistet. Das Unternehmen startet mit den Varianten Hafer Natur, Hafer Calcium, Hafer Mandel und Hafer Barista. "Calcium wird von uns in Form einer Alge zugefügt, den Mandelgeschmack generieren wir aus Mandelmus", so Helm weiter. Der süße Geschmack des Haferdrinks ergebe sich durch die Fermentierung und den Stärkeabbau, Zucker werde nicht zusätzlich zugefügt.

Mehrweg, Kosten & Co

Hauptsächlich wird der Haferdrink in Getränkekartons abgefüllt, die Basic-Version wird es allerdings auch in der Glas-Mehrwegflasche im Kühlregal geben. Das sei laut Unternehmen deutschlandweit einmalig. Die haltbare Version kostet 2,29 Euro, in der Mehrwegflasche 2,49 Euro. Alle Drinks sind biozertifiziert.
In welchen Supermärkten die Drinks zu erhalten sein werden, steht noch nicht fest. "Aber wir haben schon einzelne Verträge abgeschlossen", sagt Andreas Helm. Auch feilt das Unternehmen an weiteren veganen Produkten.

Der Herstellungsprozess

"Der Hafer wird einmal im Jahr geerntet und in einer Mühle im Schwarzwald gemahlen", sagt Waldemar Wilt, technischer Leiter des Unternehmens. Das Produkt wird dann nach Offenburg geliefert, dort zu einem flüssigen Grundrohstoff weiterverarbeitet und geschmacklich abgerundet. Abgefüllt wird dann bei der Schwarzwaldmilch in Freiburg. "Da nutzen wir das Abfüll-Know-How des Mutterunternehmens." Drei Jahre habe man viel rumprobiert und Feinabstimmungen vorgenommen. "Der erste Drink kam aus dem Thermomix", sagt Wilt. "Jetzt sind wir gespannt, wie die Produkte ankommen." Ein bisschen Geduld ist noch gefragt, schließlich geht die neue Marke erst im Frühjahr auf den Markt. "Wir brauchten etwas Vorlauf", sagt Andreas Helm.

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