Digitale Zukunft

In Freiburg findet eine studentische Tagung zur Blockchain-Technologie statt

Felix Klingel

Der große Bitcoin-Hype ist vorbei, doch die dahinterliegende Blockchain-Technologie könnte viele Lebensbereiche verändern. Was die Möglichkeiten und Grenzen der Technologie sind, das wollen Studierende mit einer Tagung herausfinden.

Es herrschte digitale Goldgräberstimmung: Ende 2017 stieg der Wert der Digitalwährung Bitcoin um das 20-fache auf über 15.000 Euro pro Bitcoin. Immer mehr Anleger hofften auf das schnelle Geld, die Medien warnten vor Spekulationsblasen und in Freiburg konnte man eine Portion Spaghetti Bolognese bereits mit Bitcoin bezahlen. Inzwischen ist der Kurs allerdings wieder gefallen, auf etwas über 5.000 Euro, die Wogen haben sich geglättet. Auch aus den Medien ist der Bitcoin verschwunden – nur einige Technikportale und Blogs berichten noch regelmäßig.


Der Hype um das große Geld ist also vorbei, doch gekommen um zu bleiben scheint die Technologie hinter den Bitcoins. Denn mit ihr lassen sich nicht nur Zahlungen einfach und sicher abwickeln. Sie könnte auch das Vertragswesen revolutionieren, das Gesundheitssystem oder Wahlen sicherer und privater machen oder ein System schaffen, indem Musiker für ihre Arbeit fair bezahlt werden. Die Rede ist von der sogenannten Blockchain.
Wie funktioniert die Blockchain-Technologie?

Eine Blockchain besteht – wie der Name vermuten lässt – aus mehreren Blöcken, die aneinander gekettet sind. Ein Block enthält eine gewisse Information. Bei einer Kryptowährung wie Bitcoin etwa die Daten einer Überweisung, also Sender, Empfänger und Geldmenge. Außerdem hat jeder Block einen sogenannten Hash-Wert. Also einen Wert, durch den der Block eindeutig identifizierbar ist. In der Kette der Blöcke verweist ein Block immer auch auf den vorherigen Block, und zwar auf dessen Hash-Wert. Stimmt der Hash-Wert allerdings einmal nicht, so ist klar, dass jemand den Block mutwillig manipuliert hat. Da die Blockchain dezentral bei jedem Nutzer liegt und offen für jeden ist, lassen sich Manipulationen der Daten leicht ausfindig machen und verhindern. Um die Blockchain zu verfälschen, muss nicht nur eine Datenbank gehackt werden, sondern jeder einzelne Computer der Blockchain. Bei anderen Anwendungsgebieten, wie etwa dem der Smart Contracts, können die eigentlichen Verträge lokal auf dem Computer gespeichert sein, während nur die Unterschriften sicher in der Blockchain liegen. Die Blockchain-Technologie ermöglicht es also Informationen, Werte oder Besitzansprüche auszutauschen ohne die Notwendigkeit einer zentralen Instanz. Die Blockchain ist außerdem eine Lösung zur Gewährleistung von Genauigkeit und Sicherheit.

Zur Blockchain-Technologie findet im Dezember in Freiburg eine wissenschaftliche Tagung statt, die von Studierenden und Ehemaligen initiiert wurde. "Wir wollen ein breites Spektrum der Möglichkeiten und Begrenzungen der Blockchain zeigen und diskutieren", sagt David Gelantia vom Verein der Freiburger Wirtschaftswissenschaftler. Dieser organisiert das "Blockchain Symposium" gemeinsam mit dem Foundersclub und dem Börsenverein Freiburg. Unterstützung gibt es außerdem von der städtischen Initative "freiburg.digital", sowie der Uni Freiburg.

Einfacher Einstieg in die Technologie

Geplant ist ein Tagungstag, am Samstag, den 1. Dezember. Verschiedene Sprecher aus unterschiedlichen Anwendungsbereichen der Blockchain-Technologie kommen nach Freiburg. Die Veranstaltung ist durchaus für Neulinge gedacht, so gibt es zu Beginn eine Einführung in die Technologie von Informatikprofessor Peter Thiemann. Dann folgen etwa Vorträge über die Möglichkeiten zur Verwendung der Blockchain in der öffentlichen Verwaltung oder als eine innovative Finanzierungsmethode für Start-Ups.

Die Veranstalter wollen mit dem Symposium einen einfachen Einstieg in die Technologie geben: "Die digitale Transformation ist ein tiefgehender Wandel, darum wollen wir uns frühzeitig mit den Technologien beschäftigen, um Vor- und Nachteile abwägen zu können", sagt David Gelantia. Die Veranstaltung ist für alle Studierenden und weitere Interessierten offen, um eine Anmeldung auf der Homepage wird gebeten, da die Plätze begrenzt sind.
Was: Blockchain-Symposium an der Uni Freiburg
Wann: Samstag, 1. Dezember, 12 Uhr
Wo: Uni Freiburg, Hörsaal 1010, Kollegiengebäude I
Eintritt: Der Eintritt ist frei
Anmeldung: Über die Website des Blockchain Symposiums
Programm: Zu den Teilnehmern zählen neben Firmenvertreter von NEO, eine der weltweit bekanntesten Blockchain-Plattformen, auch Firmenvertreter einer großen Crypto-Exchange aus dem Silicon Valley sowie diverse Start-Ups aus Tbilisi, Wien, Zug, Essen, Karlsruhe und Freiburg. Es handelt sich um ein internationales Event, welches als Brücke zwischen Forschung und Praxis fungieren soll, sowie eine Plattform zum Netzwerken und Austauschen zwischen Studierenden, Unternehmern und Wissenschaftlern anbieten will. Das komplette Programm gibt es auf der Website.

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