In diesem Freiburger Verein werden alte VW-Busse und Käfer restauriert

Anna Lob

Im Schwarzwaldluft Aircooled VW Club dreht sich alles um alte VW-Busse und Käfer. fudder hat ein Vereinstreffen besucht und mit den Mitgliedern über ihre Leidenschaft und das Besondere an den Fahrzeugen gesprochen.

Jeden ersten Freitag im Monat findet in der Haslacher Straße neben dem Gelände des Artik eines der coolsten Vereinstreffen Freiburgs statt: Der Schwarzwaldluft Aircooled VW Club kommt zusammen. Wer sich nicht mit Autos auskennt, dem wird das nicht viel sagen. Die Mitglieder des Vereins teilen die Leidenschaft für VW Autos mit luftgekühlten Motoren, also alte VW-Busse und Käfer.


"Der Verein hat mehr Autos, als Mitglieder" sagt Michael. Der 38-Jährige ist Gründungsmitglied des Vereins, den es erst seit letztem Jahr offiziell gibt. Einige der anderen Mitglieder kennt er schon seit über zehn Jahren. Viele Jahre waren sie eine Interessengemeinschaft, vor einem Jahr konnten sie anfangen, die Werkstatt in der Haslacherstraße zu nutzen. Dort haben sie nun eine Heimat gefunden.

Fahrzeuge mit Seltenheitswert

Einen VW Bus zu restaurieren, umzubauen und mit ihm Ausflüge oder Urlaube zu machen – das ist für viele junge Menschen ein Traum. Die 27-Jährige Marina hat ihn sich verwirklicht. Als sie eines Abends in der Katze feierte, sah sie nebenan die alten Busse stehen: "Ich dachte ich schau einfach mal vorbei." Sie traf auf Micha aus dem Verein, der ihr dann einen Bus vermittelte. Den baute sie dann zum Camper um.

Ihr Bus kommt aus Amerika und ist 1965 gebaut worden. Damit gehört er zu den T1 Bussen von VW, die im Zeitraum von 1950 bis 1967 produziert wurden. Im Verein gibt es außerdem noch T2 Busse aus den Jahren von 1967 bis 1973 und VW Käfer - alle mit luftgekühlten Motoren. Da diese nicht mehr produziert werden, handelt es sich um Fahrzeuge mit Seltenheitswert. Das treibt den Preis. Die Fahrzeuge kosten zum Teil zwischen 20.000 und 90.000 Euro, je nach Alter und Zustand.

Der alte Charme der Fahrzeuge soll erhalten bleiben

Basti hatte Glück. Sein Käfer kam sozusagen von selbst zu ihm. Er stand in seiner Heimatstadt Titisee-Neustadt etwa vier Häuser weiter. 2013 hat er ihn bekommen und mit der Restauration begonnen. Für den 31-Jährigen blieb es aber nicht nur beim Käfer, inzwischen besitzt er auch einen Bus. Von innen erinnert dieser an einer Lounge, die Wände sind mit Skater-Motiven beklebt. Was das Äußere betrifft, bleiben die Clubmitglieder aber gern beim Ursprünglichen. Einige der Busse waren früher zum Beispiel in Handwerkerbetrieben im Einsatz und sind beschriftet mit Slogans. Dieser alte Charme soll erhalten bleiben.

Einige der Busse kommen aus den USA und haben interessante Geschichten. Der Bus von Michael wurde zum Beispiel aus einem Waldgebiet bei Chicago geborgen. Die Aufschrift verrät, dass er einst zu Lem’s Old Fashion BarBQ gehörte. Das Fahrzeug wurde 2013 nach London verschifft und ein Kumpel vermittelte dann an Michael, der den Bus innerhalb von einem Jahr komplett restaurierte. Michael macht die Arbeit an den Oldies so viel Spaß, dass er sein Hobby zum Beruf gemacht hat - er vertreibt die Busse.
"Jeder Kratzer und jede Delle erzählt eine eigene Geschichte." Matze, Clubmitglied

Die Faszination für Fahrzeuge erklärt das Clubmitglied Viktor mit der Entschleunigung: "Man fährt los und ist entspannt", sagt er. "Die ganze Hektik ist dann weg." Außerdem seien die Busse mit Kindheitserinnerungen verbunden. Wer einen alten VW fährt, muss sich nie Sorgen machen, was passiert, wenn man mal eine Panne hat. "Die Leute reagieren immer super freundlich auf die Fahrzeuge", sagt Viktor.

Der Gründer des Clubs, Matze, zählt die Fahrzeuge schon seit über 20 Jahren zu seinen Hobbys. Er legte bei der Restauration seiner Busse besonderen Wert auf den Erhalt des Original-Lacks. "Jeder Kratzer und jede Delle erzählen eine eigene Geschichte", sagt er. Bis der Bus fertig war und TÜV hatte, brauchte es über fünf Jahre.

Reisegeschwindigkeit von 90 bis 100 Stundenkilometer

Im Alltag kommen die Oldtimer bei den Clubmitgliedern eher weniger zum Einsatz. Manchmal machen sie alle gemeinsam Ausflüge. "Es ist angenehm in einer Kolonne zu fahren" erzählt Micha. Er besitzt inzwischen zwei VW-Busse. Mit einer Reisegeschwindigkeit von 90 bis 100 Stundenkilometern begeben sich die Vereinsmitglieder immer wieder zu Treffen in ganz Europa. Ein besonders Großes findet jährlich in Belgien statt. Dort kommen über 2500 Fahrzeuge mit ihren Fahrern zusammen – auf den Platz dürfen dort nur luftgekühlte Fahrzeuge.



Neue Mitglieder sind immer willkommen

Der Schwarzwaldluft Aircooled VW Club freut sich stets über neue Mitglieder. Die einzige Voraussetzung ist das Interesse und die Freude an luftgekühlten VW Autos. Die Mitglieder helfen gerne bei der Suche nach einem Fahrzeug. Wer Teil des Vereins wird, darf die Räumlichkeiten in der Haslacherstraße nutzen und bekommt Unterstützung bei der Restauration. "Von modernen Autos haben wir allerdings so gut wie keine Ahnung", sagt Viktor. Marina fühlt sich wohl im Verein. "Bald mache ich meinen ersten Camping Ausflug", erzählt sie. Der Bus soll sie die nächsten Jahre noch auf viele Reisen begleiten. Mehr zum Thema: