In diesem ARD-Film stürmt ein Irrer Fessenheim - der Freiburger DJ Tim Gladis ist dabei

Miriam Jaeneke

Ein Fernsehfilm, der die Gefahr eines Terroranschlags auf ein Atomkraftwerk thematisiert: "Tag der Wahrheit" läuft am Mittwochabend in der ARD und kommt richtig gut an, auch beim Freiburger DJ Tim Gladis, der als Komparse mitspielte: "Ein spannender Thriller!":


Das AKW Fessenheim, im Film als AKW Haut-Rhin bezeichnet

Die deutsch-französische Koproduktion „Tag der Wahrheit“ spielt am Oberrhein. Der Film fußt auf einem fiktiven Überfall auf das AKW „Haut Rhin“, das unschwer als Atomkraftwerk Fessenheim zu erkennen ist.


Den Zuschauern aus der Region geht der Film in doppeltem Sinn unter die Haut. Was in diesem Thriller fiktiv an den Schauplätzen zwischen Freiburg, Waldkirch und Fessenheim aufgerollt wird, ist ein Alptraum: Ein ehemaliger Angestellter (Florian Lukas) dringt in das Herz der Anlage ein und droht, den GAU auszulösen, der die Region im Dreiländereck für unbestimmte Zeit unbewohnbar machen würde. Der bei einem vertuschten Störfall verstrahlte Techniker setzt alles auf eine Karte, wenn er verlangt, dass der Energieminister und ein Verantwortlicher des AKW vor laufender Kamera gestehen sollen, dass Haut-Rhin schrottreif ist und vom Netz genommen werden muss.

Ein besonderes Verhältnis zum Film hat der Freiburger DJ Timo Hirlinger alias Tim Gladis: Er hat sich kurzfristig entschlossen, als Komparse mitzuspielen und erzählt von dieser Erfahrung: „Ein Bekannter hat auf Facebook gepostet, dass er gerade bei einem Filmdreh bei Freiburg ist und dass für den morgigen Tag noch Komparsen gesucht werden. Weil ich selbständig bin und Zeit hatte, habe ich mich gemeldet. Am Telefon wollten die dann meine Konfektionsgröße wissen: Sie hatten Polizeiklamotten bis Größe 50 – ich habe aber Größe 52. Ich sollte trotzdem kommen und mich komplett schwarz anziehen: schwarze Schuhe, schwarze Hose, schwarzes Hemd, schwarzer Anzug.

Vor Oberried war die Straße für den Dreh gesperrt. Als ich ankam, war ein Catering aufgebaut, mit Pasta und Fleisch, Cola, Fanta und Wasser. Der Dreh fand in einem alten Schwarzwaldhaus 200 Meter entfernt statt. Es könne eine Stunde gehen, aber auch drei, bis wir drankämen, hieß es. Die Szene, in der ich vorkomme, haben wir etwa 20 Mal gedreht – das ging sechs Stunden und hat mir ganze 50 Euro eingebracht. Ich sollte einen BKA-Beamten spielen, daher die schwarzen Klamotten.

Der Attentäter im Film hat das Attentat bei sich zu Hause geplant. Offiziell ist das in Waldkirch, gedreht wurde allerdings in Oberried. In der Filmszene mit mir entdecken die Staatsanwältin aus Freiburg und ihr französischer Kollege in seinem Haus Beweismaterial. Dann wird es vom BKA gestürmt. Zwei Polizeiautos fahren in den Hof, die Polizisten steigen aus. Bis dahin habe ich draußen im Hof mit meinem Handy telefoniert, jetzt zeigen meine beiden BKA-Kollegen und ich den Polizisten den Weg.

Irgendwann kam die Hauptdarstellerin Vicky Krieps zu uns Komparsen, weil sie so genervt von dem gestressten Regisseur war. Daher gibt es ein Foto von mir mit Vicky Krieps. Im Anschluss wurde ich gleich für einen weiteren Film als Komparse engagiert. Das ist ein Kinofilm, der zweite Teil von „Die Kirche bleibt im Dorf“. Dort spiele ich einen Mönch.“



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Was:
"Tag der Wahrheit - Thriller über Fessenheim"
Wann:
Mittwoch, 14. Januar, 20.15 Uhr
Wo: ARD