Dauerbaustelle

In der Freiburger Unibibliothek wird jetzt auch an der Lüftung nachgebessert

Manuel Fritsch

Nicht nur die Fassade macht Probleme: Die Lüftung in den Büros der UB wird nach der Beschwerde des Personals nachgerüstet. Für die großen Räume fehlt noch eine Lösung – und eine Finanzierung.

Im August vergangenen Jahres hatte sich der Vorsitzende des Uni-Personalrates an die Öffentlichkeit gewandt. Die Luft in der Universitätsbibliothek sei so schlecht, dass Mitarbeiter wegen tränender Augen und angegriffener Schleimhäute schon zum Arzt gegangen seien. Dennoch habe das zuständige Amt Vermögen und Bau keine Maßnahmen getroffen, um die Luftqualität zu verbessern. Seitdem ist fast ein Jahr vergangen. Untätig scheint Vermögen und Bau seitdem nicht gewesen zu sein. Wirklich viel passiert ist aber auch nicht.


"Entsprechend einer gutachterlichen Überprüfung wurden unterschiedliche Maßnahmen zur Optimierung von Klima und Luftzirkulation ausgearbeitet und in Abstimmung mit der Universität je nach Komplexität und Dringlichkeit priorisiert", teilt der Leiter des Amts, Karl-Heinz Bühler, mit. Konkret sei im Freihandmagazin im Untergeschoss die Beleuchtung ausgetauscht worden, sodass sich die Räume weniger stark aufheizten und die Luft besser zirkulieren könne. Außerdem sei ein Überströmelement entwickelt worden, das nun in die Trennwände eingebaut werde.

Arbeiten an der Fassade gehen weiter

Der stellvertretende Direktor der Bibliothek, Franz Leithold, bestätigt, dass etwas im Gange sei. Vor einigen Tagen sei bei ihm im Büro gebohrt worden, dort würden Abluftrohre eingebaut. Allerdings gebe es bislang nur Lösungen für die Einzelbüros. "Auch in den Großraumbüros gibt es das Problem", sagt er. Überall in der Bibliothek sei der Luftdurchsatz zu gering. Das heißt, die Luft zirkuliert nicht genug, sie wird stickig.

Für die Großräume kündigt Bühler an, CO2-Fühler zu ergänzen, die die Lüftung besser regeln sollen. "In den Einzelbüros kann man wenigstens die Fenster aufmachen", sagt Leithold. Aber nicht bei Regen und starkem Wind. Dann blockierten die Fenster. Außerdem würden sie nach einer halben Stunde automatisch schließen.

Finanzierung muss noch organisiert werden

In der vergangenen Woche hat es noch mal ein Treffen gegeben, auf dem diese und weitere Probleme besprochen wurden: Akustik, Luft und Fassade waren Thema. Das Amt werde nun eine Bauvorlage erstellen, sagt Leithold. Diese werde von der Universität ergänzt und gehe dann an die übergeordnete Behörde, die die Finanzierung organisiere.

Sanierung der Fassade bis Jahresende

Derweil gehen die Arbeiten an der Fassade weiter. Dort werden die Edelstahlpaneele abgenommen, nachgerüstet und wieder angebracht (die BZ berichtete). Die Paneele im Bereich der Cafeteria seien soweit fertig, der Bauzaun dort könne nun zurückgebaut werden, so Bühler. Die Fassade am Haupteingang werde wohl noch im Laufe des Sommers fertig, sodass dann auch entlang der Straßenbahnlinie der Bauzaun entfernt werden könne.

Erst danach werde mit den beiden restlichen Fassaden an Belfort- und Milchstraße begonnen. "Aus heutiger Sicht wird der Abschluss der Arbeiten insgesamt bis Ende des Jahres dauern", sagt Bühler. Da diese aber sehr witterungsabhängig seien, seien verlässliche Prognosen schwierig.

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