Studentisches Theater

Im Theaterstück "Der Vorname" artet eine Diskussion in Psychospielchen aus

Fabian Thomas

Der Freiburger Interessenverbund für Studentisches Theater, kurz FIST, bringt die Komödie "Der Vorname" auf die Bühne. Fudder hat sich das Theaterstück vorab angeschaut und findet, dass es einen Besuch wert ist.

Die Handlung

Ein Abend unter Freunden in Paris. Elisabeth (Corinna Höfel) und Pierre (Stefan Rode), ein gutbürgerliches, linksliberales Elternpaar, laden zum Dinner ein. Es kommen Claude (Jonas Sahner), ein Freund der Familie, und das Paar Vincent (Richard Koch) und Anna (Céline Ortmann). Anna und Vincent erwarten ein Kind. Vincent verrät, dass es ein Junge sein wird. Auf die Frage hin, wie er denn heißen soll, lässt Vincent seine Freunde zunächst im Unklaren.

Nur so viel verrät er: Der Name fängt mit "A" an. Also raten sie: Ist es Alexander? Ist es Arthur, Adam oder gar Achill? Vincent verneint. Der Name orientiere sich an einer berühmten Romanfigur, verrät er. Da seine Freunde nicht darauf kommen, sagt er es schließlich: Adolphe soll der Junge heißen. Adolphe, nach dem Protagonisten des Romans von Benjamin Constant, merkt er an. Dennoch weiß er wahrscheinlich sehr gut, dass die meisten bei Adolphe an eine ganz andere Person denken.

Seine Freunde protestieren heftig, besonders der Literaturprofessor Pierre: "Man kann seinen Sohn nicht Adolphe nennen", ruft er wütend. Aus einem Scherz entwickelt sich bald ein handfester Streit. Und bei diesem geht es nicht nur um die Legitimität des Vornamen Adolphe, sondern viel grundlegender um die Lebensentwürfe der Freunde, die sie sich gegenseitig verwerfen. Auch offenbaren sie sich im Streit Geheimnisse, die jahrelang für sich behalten hatten.

Die Umsetzung

Den Schauspielern von FIST unter der Regie von Simon Sahner gelingt mit "Der Vorname" eine sehenswerte Komödie. Der Vorname basiert auf dem Stück "Le Prénom" von Alexandre de La Patellière und Matthieu Delaporte, das bereits 2012 in Frankreich verfilmt wurde. 2018 kommt es als deutsche Produktion erneut in die Kinos, in den Hauptrollen mit Christoph Maria Herbst und Iris Berben. Die Theatergruppe von FIST orientiert sich bei ihrem Stück an dem französischem Original.

So spielt das Stück in Paris, und die Rollen behalten ihre französischen Namen - und Vincent wird "Wanzahnt" ausgesprochen. Das kann man so machen – man hätte das Stück aber auch an den deutschen Kontext anpassen können, welcher den meisten Zuschauern wahrscheinlich geläufiger ist. Die Darsteller überzeugen alle durch ihre tolle schauspielerische Leistung, die besonders in den Monologen und Konfliktszenen sichtbar wird.

Anders als im Original wurde das Stück um eine Beobachterin (Lilly Schlagnitweit) erweitert. Diese liefert immer wieder Hintergrundinfos, welche das Stück verständlicher machen. Allerdings nervt die Beobachterin auch ab und zu, zum Beispiel, wenn sie den Spielfluss unterbricht um das Gestehe (geschlechter-) politisch irgendwie einzuordnen – diese Einordnung dürfte ruhig den Zuschauern überlassen werden.
  • Was: FIST spielt "Der Vorname"
  • Wann: Samstag, 27. Oktober, Sonntag, 28. Oktober, Montag, 29. Oktober, jeweils 20 Uhr
  • Wo: TheaterFISTung, Friedrichstraße 39
  • Eintritt: 6 Euro, 4 Euro ermäßigt

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