Neueröffnung

Im Original Kavatza in der Schusterstraße gibt es Hanfkaffee und Jointtaschen

Gina Kutkat

Mitten in der Altstadt zwischen Saft- und Schuhladen hat Nicole Nocke ihr Geschäft "Original Kavatza" eröffnet. Dort kann man nicht nur Hemppuccino und Hanfsmoothies trinken, sondern auch Jointboxen und Tabaktaschen kaufen.

Das Konzept

Praktisch. Logisch. Schön. Und alles mit Hanfbezug. So lautet das Motto von Nicole Nocke, die Anfang August ihren Laden Original Kavatza in der Schusterstraßen eröffnete. Der Laden ist einerseits ein Stehcafé, in dem man außergewöhnliche Kaffeespezialitäten und Speisen mit Hanf probieren kann. Andererseits ist er Ausstellungsraum und Verkaufsfläche für Nockes eigene Kreationen: Die 40-jährige Rheinländerin produziert Tabakbeutel und edle Taschen für Joints – und zwar aus Leidenschaft und Eigennutz.

"Ich liebe es, mich schick zu machen", sagt Ladenbesitzerin Nocke. Ihr ist es ein Anliegen zu zeigen, dass sich die Begriffe Eleganz und Kiffen nicht ausschließen. "Kiffern hängt ja immer noch das Stigma nach, dass sie nichts auf die Reihe kriegen", sagt Nocke. Mit ihrem Laden und ihren selbst designten Kiffer-Utensilien möchte sie die positiven Aspekte des Kiffens hervorheben. "Natürlich darf das Rauchen nicht das eigene Leben diktieren, aber es sind nur rund elf Prozent der Menschen, die damit nicht klarkommen", sagt Nocke. Sie hofft, dass durch die Legalisierung in den USA der Lifestyle-Charakter des Kiffens nach Deutschland schwappt.

Die Betreiberin

Nicole Nocke ist gelernte Gymnastiklehrerin, stammt aus der Nähe von Köln und lebte die vergangenen 16 Jahre auf Kreta in Griechenland. Weil es sie und ihren damaligen Mann nervte, dass nach dem Bauen eines Joints so viele Krümel auf dem Tisch lagen, entwarfen sie die erste "Kifferbox". "Die stellte ich damals aus einem Adidas-Schuhkarton her und nahm ihn überall mit hin", sagt die 40-Jährige. Eine Idee war geboren: Eine Box, in der Platz für Drehequipment ist und die Krümel in einem Fach auffängt.

Weil die Box zu sperrig für die Tanzfläche war, entwarf sie die erste "Kiffertasche". Das Leder schnitt sie aus der abgelegten Lederjacke ihrer Mutter heraus – damit nähte sie ihren Prototypen. Ein kleines edles Täschchen aus handgegerbtem Leder, in das Tabak, Blättchen und Feuerzeug passen. Mittlerweile ist aus den ersten handgefertigten Taschen eine professionelle Produktion geworden, Nocke erweitert laufend ihre Produktlinie "Original Kavatza" . Der Laden in Freiburg ist ihr erster – sie wählte den Breisgau aufgrund der Schulmöglichkeiten für ihre Kinder.

Die Location

Gegenüber des Schuhladens "Reflex" und neben dem "Saftlädele" liegt der Original-Kavatza-Laden in einer beliebten Gasse mitten in der Freiburger Altstadt. Im Sommer tummeln sich hier die Touristen – und strömten im August in den Laden. "Weil sie wohl auf den ersten Blick ein schickes Taschengeschäft erwartet haben", sagt Nicole Nocke. "Eine Frau fragte mich, wofür dieses kleine Ding da gut ist", sagt Nocke. "Und ich erklärte ihr, dass man damit seinen Joint stopft."

Die Produkte

Es gibt Tabaktaschen, Taschen und Boxen für Joints und ganz neu: Eine Kiffer-Clutch namens "Mary Jane". Der Name ist eine Anspielung auf das Wort Marihuana – die Clutch sieht aus wie eine gewöhnliche kleine Handtasche. Wenn man sie öffnet, ist darin Platz für Tabakbeutel, Filter und Feuerzeug. "Auf einer Drehunterlage kann man das Blättchen fixieren, seine Mischung vorbereiten, den Joint drehen und stopfen", erklärt Nocke das System.

Auch der kulinarische Teil ihres Angebots steht ganz im Sinne von Hanf: Es gibt Hanfsmoothies, Hemppuccinos, eiskalten Hanfkaffee, Hanfschokolade, Hanftee und Knabberspaß aus Hanf. Ab Oktober soll es außerdem eine Kooperation mit dem Dinkelladen "La Spelta" geben, der vorher in den Räumen ansässig war. Dinkelbrot mit Hanf, Müsliriegel mit Hanf – an Ideen mangelt es Nocke nicht. "Ich plane außerdem einen Hanf-Powersnack mit Avocado und zur Weihnachtszeit gibt es Hanfplätzchen", so die Inhaberin.

Auf der Getränkekarte

"Hanfsamen haben alles, was der Mensch braucht", sagt Nicole Nocke. Von Aminosäuren über Omega-3-Fettsäuren bis hin zu Vitamin E und Eisen. Deshalb mischt sie es in all’ ihre Getränken und Speisen. Wichtig: Es handelt sich dabei um den sogenannten Nutzhanf, der zur kommerziellen Nutzung angebaut wird. Dieser enthält den Wirkstoff CBD, der entzündungshemmend wirkt und nicht psychoaktiv wie der illegale Wirkstoff THC.

Der vegane Hanfsmoothie wird aus Hanfsamen, Datteln und Agavensirup gemixt– er kostet 4 Euro. Der Hemppuccino für 3,50 Euro wird aus gemahlenen Kaffeebohnen und gemahlenen Hanfsamen hergestellt und überzeugt im Geschmackstest. Wer es lieber kalt mag, kann für 5 Euro einen Hanfkaffee mit einer Kugel Vanilleeis bestellen. Als Milchoptionen gibt es Hafer- Soja- und laktosefreie Milch.

Der Name

Der Begriff Kavatza stammt aus dem Griechischen und bezeichnet ein ganz privates, nützliches Versteck. Nicole Nocke nannte ihre erste Kifferbox-Kreation vor 16 Jahren Original Kavatza – der Name ist bis heute geblieben.

Öffnungszeiten

Mo-Sa 10 bis 18 Uhr

Adresse

Original Kavatza

Schusterstraße 34/Augustinergasse

79098 Freiburg


Mehr zum Thema: