Im Kurzfilm der Woche sorgen Vater und Tochter für Taschentuchalarm

Melissa Betsch

"Anna", der bewegende Kurzfilm zum Wochenende, ist ein Werbespot des Elektro-Konzerns Saturn. Momentan rührt er Millionen Zuschauer zu Tränen - und sorgt gleichzeitig für scharfe Kritik.

Auch ich kann nicht anders: Immer, wenn ich diesen Spot sehe, steigen mir die Tränen in die Augen. IMMER. Der emotionale, thematisch perfekt dazu passende Song am Schluss tut dann sein Übriges - und dabei bin ich wirklich keine Heulsuse.


You are always on my mind

Der Film zeigt einen vereinsamten, offenbar an Demenz erkrankten, alten Mann, der in einem Pflegeheim lebt. Seine Tochter besucht ihn zwar regelmäßig, doch er erkennt sie nicht mehr. Verzweifelt bricht sie daraufhin in Tränen aus.

Doch dann kommt ihr eine Idee: Sie setzt ihrem Vater eine Virtual-Reality-Brille auf und spielt ihm darauf Videos und Musik aus ihrer gemeinsamen Vergangenheit vor. Und jetzt: Achtung, Taschentuchalarm! Der Vater erkennt plötzlich seine Tochter wieder und mit seinen Worten: "Anna. Mein Liebling." fallen sich beide unter Tränen in die Arme - was für ein schönes Happy End.

Geschmacklos oder gelungen?

Doch der rührende Spot ist weniger ein Kurzfilm als die Werbung der bekannten deutschen Elektronikmarkt-Kette Saturn, die erst vor Kurzem anlief. Kaum veröffentlicht, hat der Clip die Internet-Gemeinde auch schon gespalten: Während die einen den Film loben und ihn sehr bewegend finden, üben wiederum andere Kritik am unsensiblen und verharmlosenden Umgang mit der Demenz-Thematik.

Sie werfen dem Konzern vor, mit dem Video zu suggerieren, die Krankheit durch ein paar technische Spielereien heilen zu können. Auch wenn die Gemüter gespalten sind, eines hat der Spot definitiv erreicht: Er ist in aller Munde und ein viraler Hit im Netz - zu Recht.

Anna I SATURN