Im Kunstverein eröffnet die Bar till ten

Bernhard Amelung

Sie öffnet immer am ersten Donnerstag eines Monats: In der Bar till ten des Kunstvereins kann man Longdrinks oder Bier trinken und dazu ein künstlerisches Programm genießen. Woher der Name kommt und was das Konzept ist.

Till ten, Englisch für bis zehn Uhr, heißt eine Bar, die an diesem Donnerstag im Doku-Raum des Kunstvereins an der Dreisamstraße eröffnet. Ihr Name ist selbsterklärend. Um zehn Uhr abends ist Schluss. "Mehr lassen Lage und Nachbarschaftsverhältnisse nicht zu", so Heinrich Dietz. Seit September 2016 ist der 38-Jährige, der unter anderem in München und St. Andrews Kunstgeschichte und Philosophie studiert hat, Direktor des Kunstvereins.


Format und Konzept der "till ten"-Bar hat er zusammen mit dem 5-köpfigen Beirat des Kunstvereins entwickelt. Diesem gehören auch die Freiburger Künstler Christian Schließer und Jürgen Oschwald an. Freiburger Partygänger dürften diese, wenn nicht sogar persönlich, wenigstens von ihren Deko- und Installationsarbeiten auf Root Down- und tageins-Partys im Waldsee kennen.

Der Doku-Raum war bisher ein undefinierter Ort im Kunstverein. Er ist Durchgangsraum zur Galerie, Kataloge lagen aus, ab und zu fand eine Performance statt oder ein Künstler projizierte Videoarbeiten an eine der hohen Wände. Jetzt sind die Fenster abgedunkelt. Kein Tageslicht dringt mehr in den Raum, der neben dem Eingang liegt. Eine Holzkonstruktion nimmt ihn fast vollständig ein. Die Bar. "An diesem Ort begegnen sich jetzt Architektur, Design und Kunst. Die übergeordnete Frage dabei ist, wie man hier mit der Funktion einer Bar umgeht", so Dietz.

Alle zwei Jahre soll ein Künstler mit seiner Arbeit Antwort auf diese Frage geben und den Bar-Raum nach seiner Vorstellung gestalten. Den Auftakt macht Kriz Olbricht. 1986 in Freiburg geboren, arbeitet er aktuell im Kuratorium der Kölner Simultanhalle, einer Ausstellungshalle für zeitgenössische Kunst. Davor hat er an der Freiburger Außenstelle der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe studiert. Während dieser Zeit hat er den alternativen Kunstraum "Barcelona" betrieben, untergebracht in einem leerstehenden Glaspavillon vor dem Universitätsklinikum.

Holzboden, Holztresen, eine Wand aus Spiegeln, grelles Neonlicht und eine PVC-Plane mit schwarz-weißem Schachbrettmuster. Aus diesen Materialien hat Olbricht die Bar als Raum im Raum geschaffen. Sie wirkt wie ein Bühnenelement. "Sie trennt und belebt den Raum", so Olbrecht, der seiner Bar-Installation den Titel "Blind Pig" gegeben hat. In Anlehnung an die Flüsterkneipen zur Zeit der Prohibition in den USA.

Olbricht selbst eröffnet an diesem Donnerstag auch die Veranstaltungsreihe "till ten". Das künstlerische Programm erstellt der Beirat des Kunstvereins und beinhaltet Performances, Vorträge, Präsentationen oder Musik. "Die räumlichen Gegebenheiten sind begrenzt, die Zeit ebenfalls. So kann sich etwas Spannendes entwickeln", so Dietz. Im März wird ein Soundkünstler aus Litauen erwartet.
  • Was: till ten – Kriz Olbricht presents Blind Pig
  • Wann: Donnerstag, 8. Februar 2018, 18.30 Uhr

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