Jugend-Kunst-Parkour

Im Kunstcamp in der Haslacher Straße können Jugendliche bis Sonntag in Ateliers kreativ sein

Theresa Metternich

Vier Tage lang malen, sprühen, tanzen, Theater spielen und Sounds erstellen: Das Kunstcamp ist auch in diesem Jahr der Höhepunkt des Jugend-Kunst-Parkours. Die BZ war in Haslach vor Ort.

Bis Sonntag haben Jugendliche von 15 bis 23 Jahren die Gelegenheit, sich auf dem Gelände rund um die Projektwerkstatt Kubus 3, das Jugendkulturzentrum Artik und das Südufer kreativ auszutoben. Der Auftakt am Donnerstag stand ganz im Zeichen des diesjährigen Mottos: Ausarten!


Tobi, 17, steht konzentriert mit dem Aufnahmegerät vor dem gleichaltrigen Gabriel, der beherzt gegen eine leere Tonne tritt. Nach ein paar Versuchen ist der dumpfe Schlag gut von dem Gerät eingefangen, und weiter geht’s mit Aufnahmen von Flaschen, die gegeneinanderstoßen, einem Tor, das beim Schließen über den Boden schleift und dem Gluckern von Wasser, das in der Flasche hin- und herschwappt. Jerry Schenk, 20, einer der Organisatoren, ist begeistert von den Geräuschen, die sich auf dem Gelände erzeugen lassen: "Das ist wie ein Soundspielplatz!"

Kunst, Tanz, Theater, Streetart und Pergola-Atelier

Die Jugendlichen nehmen am Soundatelier teil, das in diesem Jahr zum ersten Mal im Rahmen des Kunstcamps stattfindet. Zusammen mit Leiter Odysseas Giuris nehmen sie verschiedenste Geräusche auf und werden damit in den folgenden Tagen experimentieren. "Was dabei am Ende herauskommt, ist noch offen. Das kann eine Soundcollage sein, vielleicht werden wir aber auch Beats daraus basteln", sagt Odysseas.

In den vier Tagen werden noch fünf andere Ateliers angeboten: Kunst, Tanz, Theater, Streetart und das Pergola-Atelier, in dem auch gemalt und mit Siebdruck gearbeitet wird. Am Samstagabend proben außerdem junge Bands aus Freiburg öffentlich im Rahmen des Programms "Bandpatent". Für die 24-jährige Lisa Stürner aus dem jungen Organisationsteam ist das Kunstcamp "das Herz des Jugend-Kunst-Parkours", der ansonsten aus der Auftaktveranstaltung, wöchentlichen Ateliers und der finalen Ausstellung besteht. "Wir werkeln von morgens bis abends, verbringen Zeit zusammen, essen zusammen, das ist eine besondere Stimmung."

Eigene Ideen individuell verwirklichen

Die Gemeinschaft steht auch in den Ateliers in diesem Jahr im Fokus, denn das Motto, "Ausarten!", heißt laut Lisa Stürner auch, "zusammen groß zu werden". So werden mehr als üblich groß angelegte Werke in Gruppenarbeit erstellt. Im Kunstatelier ist das zu beobachten: Zusammen mit Atelierleiter Jürgen Oschwald und Lisa Stürner malt Johannes auf einer riesigen Leinwand Farbtupfer, Striche und Flächen. "Ich habe verschiedene Techniken ausprobiert und einfach drauf losgemalt, dass es bunt wird", sagt der zehnjährige Johannes. Spontan findet er auch einen Titel für das Bild: "Farbenregen".

Neben solchen Gruppenarbeiten können die jungen Künstlerinnen und Künstler jedoch auch ihre eigenen Ideen individuell verwirklichen, denn es gibt keine Vorgaben, was gemacht werden soll. So arbeitet Annabelle, 19, an einem Gesicht aus Ton, die 18-jährige Greta gestaltet ein Holzbrett, das sie später zu einer Schaukel zusammenbauen und in ihr Zimmer hängen will. Im Streetart-Atelier zeichnen zwei Brüder einen Minion und eine Ratte nach Banksy-Vorbild als Schablone, durch die sie später sprayen.

Und so steht das Motto "Ausarten!" auch dafür, dass alles erlaubt ist, wie Organisatorin Lea Jakob erläutert. Kollegin Julia Bernard ergänzt: "Alle können kommen, wie sie sind."
Das Kunstcamp findet am Samstag, 13-20 Uhr, und Sonntag, 13-19 Uhr, im Hof an der Haslacher Straße 43 statt. Interessierte können noch dazustoßen, das Angebot ist kostenlos.