Wiehre

Im ehemaligen Hofmeister-Lebensmittelgeschäft eröffnet bald das „Dreikönigs-Café“

Stephanie Streif

Im ehemaligen Hofmeister-Lebensmittelgeschäft eröffnet Josef Kleine-König bald das "Dreikönigs-Café", verrät aber kaum Details.

WIEHRE. Erst klebten die Schriftzüge "Bio-Obst + Gemüse" und "Dreikönigs-Café" im Schaufenster. Dann hing ein großes Schild über dem Eingang, auf dem ebenfalls "Dreikönigs-Café"stand. Und seit knapp einer Woche leuchtet der frühere Lebensmittelladen Hofmeister in der Dreikönig-/Ecke Kirchstraße pistaziengrün. Es tut sich was – auch wenn der genaue Öffnungstermin noch ein Geheimnis ist.

Wer seine Nase an die Scheibe drückt, sieht, dass im Inneren bereits Kisten voller Kürbisse stehen. Denn Josef Kleine-König, von Beruf Bio-Landwirt und neuer Besitzer des kleinen Geschäfts, will dort so schnell wie möglich Bio-Obst und -Gemüse verkaufen. Quasi direkt vom Feld.


Schon bald will er die Ladentüre für Kunden zum ersten Mal aufschließen. Wann genau, will Kleine-König noch nicht verraten. Nur so viel: "Verkauft wird immer dienstags und freitags zwischen 15 und 19 Uhr." Der Um- und Ausbau des Ladens zum Café läuft parallel. Der Nutzungsänderungsantrag sei noch nicht gestellt, aber es habe Vorgespräche mit der Baurechtsbehörde gegeben, sagt er. Mehr kann und will der 59-Jährige bislang nicht verraten. Café-Konzept? "Mehr dazu später." Geplante Eröffnung? "Man wird sehen." Wenn es allerdings darum geht, zu erzählen, warum er den kleinen Laden übernommen hat, kommt Kleine-König, der selber im Viertel wohnt, ins Reden: "Ich wollte dem Quartier den Laden erhalten. Für mich bedeutet das Lebensqualität." Seit gut zwei Jahren denkt der Biogärtner schon darüber nach, das Geschäft zu übernehmen. Seit einem Jahr steht er deswegen in Verhandlungen – erst mit dem früheren Ladenbesitzer Siegbert Hofmeister, dann mit dem Hausbesitzer, der Kirschner Wohnbau GmbH. Am 1. Dezember hat Kleine-König den Mietvertrag unterschrieben. Ladenbesitzer ist er aus Überzeugung – genauso wie Biogärtner: Er sei ein Nachkriegskind, in den 1950er Jahren in einem Städtchen bei Osnabrück groß geworden. Alles, was damals bei ihm zu Hause auf den Tisch kam, war aus dem eigenen Garten, in dem auch er viel mithelfen musste: beim Graben, Säen, Ernten.

Als Kleine-König dann 1986 zum Studieren nach Freiburg kam, nahm er die Selbstversorgeridee mit und legte sich in im Stadtteil St. Georgen erst einmal ein kleines Gärtchen zu. Im selben Jahr flog in Tschernobyl Reaktor 4 in die Luft und löste den ersten Super-Gau in der Geschichte der Kernenergie-Nutzung aus. "Plötzlich wollten alle wissen, wo ihre Lebensmittel herkommen", erinnert sich Kleine-König. Er selber sei mehr im Garten als an der Uni gewesen. Anfang der Neunziger machte er schließlich sein Hobby zum Beruf und baute mit Standorten in Vörstetten und in der March einen Gemüsebaubetrieb auf. Was er anbaute, verkaufte er auf Wochenmärkten und in einem kleinen Laden in Herdern (Stadt-/ Ecke Hauptstraße), den er 1994 übernahm und zum Naturkostladen umfunktionierte. Den habe er aber schon vor Jahren wieder abgegeben. Jetzt ist Kleine-König also wieder Ladenbesitzer. Ob es funktionieren wird? "Mal sehen", sagt er. "Ich glaube, dass es nicht einfach werden wird, dem Mainstream, dem Busy-Bürger, dem Aus-der-Tüte-in-den-Körper-Bürger eine nicht neue, sondern alte Methode des Lebens nahezubringen." Letztlich hänge es von den Leuten im Viertel ab, wo sie lieber einkaufen: "Deshalb als zweites Standbein das Café."