Donaldisten-Kongress

Im April treffen sich in Freiburg Wissenschaftler, um über Donald Duck zu debattieren

Gina Kutkat

Wenn bei einem Kongress "Klatsch, Klatsch"-Schilder hoch gehalten werden und Wissenschaftler ernste Fragen aus Entenhausen erörtern, kann es sich nur um ein Treffen der Donaldisten handeln. fudder hat mit dem Ehrenpräsident gesprochen.

Wer sind die Eltern von Tick, Trick und Track? Wann hat Donald Duck Geburtstag und wie sieht eigentlich der Stadtplan von Entenhausen aus? Vielleicht hat sich der ein oder die andere diese Fragen schon einmal während der Donald-Duck-Lektüre gestellt – und dann wieder vergessen. Es gibt allerdings eine Gruppe in Deutschland, die sich ernsthaft mit diesen Fragen auseinandersetzt. Also: Ernsthaft ernsthaft.


Sie kommen aus Hamburg, Braunschweig oder Stuttgart und nennen sich Donaldisten. Organisiert sind sie unter dem Dach der D.O.N.A.L.D, der Deutschen Organisation Nichtkommerzieller Anhänger des Lauteren Donaldismus. Seit 1977 treffen sie sich einmal im Jahr in einer deutschen Stadt, um bei einem Kongress wichtige Fragen aus Entenhausen zu erörtern. Am 6. April findet der Donaldisten-Kongress erstmals in Freiburg statt – die 42. Ausgabe ist offen für alle Interessierte. "Wir sind kein Donald-Duck-Fanclub", sagt Patrick Martin über seine Organisation, deren Ehrenpräsident er ist. Pardon: EhrenpräsidEnte. "Wir sind ernsthafte Leute, die sich mit unernsten Themen auseinandersetzen."

"Wir halten Schilder hoch, auf denen ’Klatsch, Klatsch’ steht." Patrick Martin

Wer jetzt also dachte, dass beim Donaldisten-Kongress Menschen in Donald- und Daisykostüm antanzen, liegt falsch. Das Motto lautet eher: Den donaldistischen Disput befeuern. Und das machen die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, indem sie sich in ihren Disziplinen mit dem Leben des Donald Duck in Entenhausen auseinandersetzen. So untersuchte die Psychologin Viola Dioszeghy-Krauß im Jahr 2011, inwieweit sich Tick, Trick und Track in ihrer Persönlichkeit unterscheiden. "Ihr Fazit ist, dass es drei verschiedene Individuen sind, die sich unterscheiden, weil sie sich unterscheiden", versucht Patrick Martin zu erklären. Aha.

Dentaltherapeut Wolfgang Fehlmann ging schon 1978 der Frage nach, warum die Ducks, wenn sie wütend sind, Zähne in ihrem Schnabel zeigen können – obwohl Enten normalerweise zahnfrei sind. Er braucht eine DIN-A4-Seite, um den Zahnproblemen des "Quackus sapiens" auf den Grund zu gehen. Etwas zeitintensiver war die Forschungsarbeit von Donaldist Jürgen Wollina: 13 Jahre brauchte er, um den Stadtplan von Entenhausen anzufertigen. Als er ihn bei einem Kongress präsentierte, erntete er tosenden Applaus. Allerdings wird bei den Donaldisten nicht mit den Händen applaudiert. "Wir halten Schilder hoch, auf denen ’Klatsch, Klatsch’ steht", sagt Patrick Martin.

Professor-Püstele-Preis für wissenschaftliche Arbeiten

"Wir beziehen uns auf die Zeichnungen von Carl Barks und die Übersetzungen von Erika Fuchs", bringt Patrick Martin das Selbstverständnis der Organisation auf den Punkt. Der 57-Jährige ist seit 1981 bei den Donaldisten aktiv, schon als Kind begeisterte er sich für Donald Duck. "Ich musste aber schnell feststellen, dass es bei den Comics Qualitätsunterschiede gibt." Der studierte Geologe hat schon zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten für die Donaldisten veröffentlicht, sein Fokus liegt auf Geologie, Astronomie und der Quantenphysik. 2017 bekam er für seine Arbeit "Ausseranatische !!!" den Professor-Püstele-Preis. Eine Auszeichnung, die innerhalb der Organisation verliehen wird. Ihre Kriterien sind: Wissenschaftlicher Gehalt, Gewaltigkeit des Wortschwalls und die Form der Darlegung.

  • Was: 42. Kongress der D. O. N. A. L. D
  • Wann: Samstag, 6. April, 12 bis 18 Uhr
  • Wo: Zentraler Hörsaal 1010, Universität Freiburg KG I
  • Eintritt: frei

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