Illegale Party auf der Kreuzeiche: Was ein Beteiligter dazu sagt

Manuel Lorenz

Zwischen 6.30 und 8 Uhr morgens soll DJ Bee Lincoln Techno auflegen. Doch dazu kommt es nicht mehr: Die nicht genehmigte Party auf dem Waldparkplatz Kreuzeiche zwischen Lörrach und Rheinfelden wird gegen 3 Uhr von der Polizei aufgelöst. Wir haben Bee Lincoln gefragt, was er erlebt hat.



fudder: Bee Lincoln, in welcher Funktion warst du Samstagnacht auf der Kreuzeiche?

Bee Lincoln: Ich war zwischen 6.30 und 8 Uhr als DJ gebucht, kam dann aber nicht mehr zum Auflegen, weil die Veranstaltung ja frühzeitig von der Polizei aufgelöst wurde.

Die Polizei traf gegen 2 Uhr ein. Sie sagt, die Stimmung sei „aufgeheizt“ gewesen.

Das stimmt nicht. Trotz der Polizei war die Stimmung weiterhin angenehm. Zuerst haben wir die Musik ein bisschen runtergedreht und eine Weile einfach weitergemacht. Dann meinten die Polizisten, sie müssten abklären, ob wir weitermachen dürfen, und sie zogen sich in ihr Auto zurück. Wir machten also weiter, die Stimmung war immer noch gut und alle fingen an, zu schreien: Macht wieder lauter!

Nach einer halben Stunde kamen die Polizisten zurück und meinten, wir müssten die Musik jetzt komplett aus machen. Immer noch kamen neue Partygäste. Und dann, gegen drei, erschien urplötzlich ein Riesenaufgebot von Polizeiautos und Kastenwägen, aus denen insgesamt an die 60 Polizisten stiegen. Die bildeten dann eine Kette und liefen von drei Seiten quer über die Tanzfläche – wie bei einer Demo. Die Polizei trieb die Feiernden zuerst zum Lagerfeuer runter und dann gänzlich vom Areal. Das war lächerlich: Die Leute hatten ja gar nichts getan und sich die ganze Zeit über friedlich verhalten.

Wie bekommt man eigentlich Wind von einer nicht genehmigten Party?

Früher per SMS, Mund-zu-Mund-Propaganda und billig kopierten Flyern, die wir im Freundeskreis verteilten. Heutzutage über Facebook.

Selbst die Veranstalter räumen ein, dass die Party aus dem Ruder lief. Laut Badischer Zeitung waren 500 Leute vor Ort. Medien wie die Süddeutsche Zeitung mutmaßen, dass Facebook schuld daran gewesen sei. Immerhin war die Party als Facebook-Event angelegt und fast 500 Leute hatten ihre Teilnahme bestätigt.

Das mit Facebook glaube ich nicht. Die Party hat sich innerhalb der letzten Jahre einfach einen guten Ruf erarbeitet. Es waren nur Leute da, die mehr oder weniger direkt zur Szene gehören. Die wären auch gekommen, wenn die Veranstaltung nicht als Facebook-Event eingetragen worden wäre.

Natürlich macht Facebook das Ganze einfacher: Wenn ich eine Party veranstalte, lade ich dazu all die 2500 Facebook-Freunde ein, die auf meinem DJ-Profil sind. Das heißt aber noch lange nicht, dass die auch alle kommen. Letztes Jahr wurde die Kreuzeiche auch auf Facebook angekündigt und es kamen „nur“ 400 Leute. Übrigens waren am Samstag mehr als 500 Personen da. Ich schätze um die 800.

Anscheinend hatten Anwohner die Polizei auf den Plan gerufen, weil die Musik zu laut gewesen sei. Kannst du das verstehen?

Generell schon. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass die Musik in Adelhausen wahnsinnig laut gewesen ist: Die Ortschaft liegt zwei Kilometer weiter weg. Ich finde, da sollte man das Fenster schließen oder ein Auge zudrücken.

Andere sagen, solche Partys würden immer Unmengen an Müll hinterlassen.

Das trifft vielleicht auf andere Veranstaltungen zu. Was uns angeht: Wir haben immer alles schön sauber hinterlassen und morgens mit 20 bis 30 Leuten aufgeräumt. Danach war der Waldparkplatz immer sauberer als zuvor. Auf dem Waldplatz wird ja sonst auch gerne mal gegrillt.

Und der Vorwurf, ihr würdet dem Wald schaden?

Soweit ich weiß, wusste der Förster von der Party und hatte sie gebilligt.

Wie lange gibt es das so genannte X-Eiche Open Air eigentlich schon?

Bestimmt schon seit zehn Jahren. Das hat mal ganz klein angefangen. Früher kamen da wirklich nur Freunde. Richtig groß ist die Party erst innerhalb der letzten zwei, drei Jahre geworden. Bisher hatte die Polizei aber immer ein Auge zugedrückt. Ich glaube, die waren am Samstag einfach überfordert.

Kreuzeiche Open Air

Quelle: YouTube
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